LONDON, Vereinigtes Königreich – Airbus will die Triebwerksauslegung seiner voraussichtlich bald kommenden gestreckten Flugzeugvarianten nicht ändern und damit die Konstruktionsvereinfachung beibehalten.
Nach dem zweiten Tag der Farnborough Air Show 2026 informierte Airbus Marktteilnehmer und Journalisten über seine Erwartungen für die kommenden Jahre. Konkrete neue Programme stellte der Hersteller dabei jedoch nicht vor.
Airbus A220-500 und A350-1100 mit bestehenden Triebwerken
Die Triebwerksfrage gilt derzeit bei allen Flugzeugherstellern als zentrale Herausforderung und bremst die Entwicklung neuer Projekte. Airbus verfolgt in dieser Hinsicht einen eher vorsichtigen Ansatz.
Lars Wagner, CEO der Airbus-Sparte Commercial Aviation, erklärte, dass der europäische Hersteller mit den Triebwerken der aktuellen Generation zufrieden sei. Sollte Airbus die Programme A220-500 und A350-1100 weiterverfolgen, werde kein neuer Triebwerkstyp eingeführt.
Bei den beiden Flugzeugen handelt es sich um gestreckte Ausführungen der bereits eingesetzten A220-300 und A350-1000. Diese sind jeweils für bis zu 150 beziehungsweise 480 Passagiere zugelassen. Die längeren Rümpfe würden die Kapazität der A220 um rund 25 Sitze und jene der A350 um etwa 40 zusätzliche Sitzplätze erhöhen.
Mehr Leistung bei gleicher Triebwerksfamilie
Für die A220-500 ist weiterhin das Pratt & Whitney PW1500G vorgesehen, während die A350-1100 mit dem Rolls-Royce Trent XWB ausgestattet werden soll. Beide Triebwerke kämen allerdings in überarbeiteten und etwas leistungsstärkeren Varianten zum Einsatz.
„Das Flugzeug wird etwas schwerer, aber die Kunden sind damit einverstanden: mehr Kapazität und weniger Reichweite“, sagte Lars. Er verwies auf eine verbesserte, leistungsstärkere Version des PW1500G, die dennoch derselben Triebwerksfamilie angehören werde.
Das PW1500G wird derzeit mit 22.000 und 24.500 Pfund Schub produziert, entsprechend etwa 98 und 109 kN. Eine Weiterentwicklung auf rund 26.000 Pfund beziehungsweise etwa 116 kN Schub wäre der natürliche nächste Schritt. Airbus hat die Produktion der gestreckten Varianten von A220 und A350 allerdings noch nicht bestätigt und betrachtet sie weiterhin als Konzept, das gemeinsam mit Kunden und Zulieferern ausgearbeitet wird.
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