Einen Toyota in der Garage zu haben, ist nichts Ungewöhnliches – die Marke ist seit Jahrzehnten weltweit führend. Eine von Toyota gebaute Garage zu besitzen, dagegen schon. In Japan kann man jedoch beides verbinden: Einen Toyota in einer Toyota-Garage parken. Verwirrend? Ein wenig – doch die Erklärung folgt.
Toyota baut nämlich auch Häuser. Und das nicht erst seit Kurzem: Der japanische Konzern produziert bereits seit 1977 modulare Wohnhäuser.
Dass ein Automobilhersteller zugleich im Immobilienbereich tätig ist, mag auf den ersten Blick überraschend wirken. Tatsächlich basieren die Verfahren aber auf industriellen Abläufen, die der Fahrzeugfertigung sehr ähnlich sind. Toyota-Häuser werden nicht klassisch aus Ziegeln und Beton errichtet, sondern als modulare Stahlhäuser gefertigt. Damit setzt das Unternehmen auf denselben Werkstoff, den Toyota seit mehr als 90 Jahren verarbeitet.
Der Geschäftsbereich des japanischen Konzerns trägt den Namen Toyota Home. Rund 85 % der Arbeiten erfolgen im Werk, wodurch ein Haus innerhalb von nur 45 Tagen fertiggestellt werden kann. Zudem wirbt das Unternehmen mit einer Garantie von bis zu 60 Jahren.
Woher stammt die Inspiration?
Toyotas Einstieg in die Immobilienbranche war kein Zufall. Der Ursprung liegt in der Vorstellung von Kiichiro Toyoda, dem Gründer der Automobilsparte der Marke.
Bei einem Besuch der Ford-Werke in Detroit zeigte sich Toyoda beeindruckt von der Effizienz der Montagelinie des Ford Model T. Er erkannte, dass der eigentliche Wert dieses Systems nicht allein in der Automobilproduktion lag, sondern in der Fähigkeit, Stahl schnell, gleichbleibend und unter strenger Kontrolle zu komplexen Produkten zu verarbeiten.
Jahrzehnte später übertrug Toyota dieses Prinzip auf den Wohnungsbau. Toyota Home wurde gegründet, um die Eigenschaften der Automobilfertigung in die Bauindustrie einzubringen: Industrialisierung, Qualitätskontrolle, weniger Abfall und hohe Fertigungspräzision.
„Toyota Home verfolgt das Ziel, ein Leben lang vollständige Zufriedenheit zu ermöglichen. Wir streben nach dem höchstmöglichen Grad an Kundenzufriedenheit“, erklärt das Unternehmen auf einer seiner Websites. Wer nun ein solches Haus kaufen möchte, sollte wissen: Auf dem deutschen Markt sind diese Häuser nicht erhältlich.
Wie werden Toyota-Häuser gebaut?
Ein großer Teil der Arbeiten ist bereits erledigt, bevor das Haus überhaupt auf dem Grundstück ankommt. Statt das Gebäude mit herkömmlichen Methoden vor Ort zu errichten, fertigt die Marke dreidimensionale Stahl-„Würfel“ mit jeweils etwa 14 m². Diese Module verlassen das Werk nahezu bezugsfertig – einschließlich Wänden, Fenstern, Sanitärleitungen und Elektroinstallation. Anschließend müssen sie nur noch transportiert und am Standort zusammengesetzt werden.
Der Einfluss der Automobilindustrie zeigt sich nicht nur in der Produktionsweise dieser Häuser. Bevor die Module an die Kundschaft gehen, durchlaufen sie Tests, welche Erdbeben simulieren – ähnlich den Crashtests bei Autos.
Stahlkonstruktionen und Korrosionsschutzverfahren, die für die Automobilindustrie entwickelt wurden, ermöglichen zudem eine strukturelle Garantie von bis zu 60 Jahren. Dieser Zeitraum entspricht ungefähr dem Doppelten der durchschnittlichen Nutzungsdauer, die vielen japanischen Wohnhäusern zugeschrieben wird.
Ein weiterhin kleines Geschäftsfeld
Trotz fast fünf Jahrzehnten Erfahrung macht Toyota Home weiterhin nur einen kleinen Anteil des japanischen Wohnungsmarkts aus.
Nach Angaben des Unternehmens fertigte die Sparte 2019 rund 15.000 Einheiten. In einem Markt, in dem mehr als 40.000 vorgefertigte Einfamilienhäuser verkauft wurden. Wie bereits erwähnt, produziert Toyota Home ausschließlich für den japanischen Markt.
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