Der Ferrari 365 GTB/4 „Daytona“ ist aus mehreren Gründen berühmt: wegen seiner spektakulären Formgebung, seiner Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h – 1968 ein Rekord für ein Serienauto – sowie wegen des komfortablen Innenraums und des berechenbaren Fahrverhaltens, die ihn zu einem herausragenden Gran Turismo machten.
Dank RM Sotheby’s bietet sich nun die seltene Gelegenheit, drei hervorragend erhaltene Daytona-Varianten zu erwerben: Berlinetta, Spider und Competizione. Sehr verlockend – allerdings dürfte das Trio zusammen mindestens 6 Mio. £ (8 Mio. US-Dollar) kosten. Autsch.
Ferrari 365 GTB/4 Daytona Berlinetta: fast im Neuzustand
Ferrari soll 1.284 Berlinettas gebaut haben. Mit lediglich 3.219 km auf dem Tacho zählt dieses Exemplar zu den frischesten noch existierenden Fahrzeugen. Die Karosserie trägt „Rosso Chiaro“ (Rot), während der Innenraum in „Nero“ (nun ja, Schwarz) ausgeführt ist – ein ausgesprochen prachtvolles Automobildesign.
Der markante Streifen an der Front, die Klappscheinwerfer, die kleinen Fünfspeichen-Leichtmetallräder und die weit herausragenden vier Endrohre verleihen ihm eine enorm präsente Erscheinung.
Unter der langen, geschwungenen Motorhaube arbeitet ein 4,4-Liter-„Colombo“-V12, gekoppelt an ein Fünfgang-Schaltgetriebe. Er schickt 347 PS und 431 Nm an die Hinterräder; den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt er in etwas mehr als fünf Sekunden. Selbst nach heutigen Maßstäben sind das beeindruckende Werte.
Daytona Spider: seltenes Cabriolet in Rosso Dino
Daneben steht der Spider für 2 Mio. US-Dollar, der sich durchaus als noch schöner als die Berlinetta bezeichnen lässt. Vor allem ist er deutlich seltener: Die Produktion belief sich auf gerade einmal 121 Exemplare. Dieses Fahrzeug besitzt „Borrani“-Drahtspeichenräder sowie einen farblich passenden Frontstreifen. Es gilt zudem als einer von nur sechs Spidern, die in „Rosso Dino“ lackiert und mit beigem Interieur ausgestattet wurden.
Zugleich handelt es sich um den letzten offenen Ferrari, der mit dem berühmten Colombo-Motor ausgerüstet war.
Daytona Competizione mit Rennsportgeschichte
Den Abschluss des Trios bildet das für den Rennsport entwickelte Modell mit dem springenden Pferd: eine Competizione der Serie III. 15 Exemplare entstanden ab Werk. Das hier angebotene Auto schied 1974 in Le Mans aus, gewann jedoch im darauffolgenden Jahr die GT-Klasse bei den 24 Stunden von Daytona. An Renngeschichte mangelt es ihm also nicht.
Gegenüber der serienmäßigen Berlinetta verfügt es über eine Frontlippe mit vertikalen Finnen zur Verbesserung der Aerodynamik, breitere hintere Radhäuser und leichtere Karosserieteile aus Stahl. Technisch kommen ein höheres Verdichtungsverhältnis, schärfere Steuerzeiten sowie Kolben und Pleuel aus massivem Stahl hinzu. Außerdem besitzt der Wagen vier statt zwei Kraftstoffpumpen, überarbeitete Abgaskrümmer und Luftkanäle vor den größeren Bremsen, die für eine bessere Kühlung sorgen.
Auch der V12 erhielt eine deutliche Leistungssteigerung auf 450 PS. Damit dürfte der Wagen bei den zahlreichen internationalen Klassikveranstaltungen, für die er zugelassen werden kann, viel Freude bereiten. Allerdings ist fraglich, wie wohl man sich dabei fühlen würde, einen kostbaren historischen Rennwagen im Wert von 5,5 Mio. US-Dollar an einem verregneten Donnerstagabend über den Cadwell Park zu bewegen …
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