Stellantis Pro One hat ihre komplette Transporter-Palette in einem Zug überarbeitet – vom kleinen über den mittleren bis hin zum grossen Kastenwagen – und verteilt sie auf die Marken Citroën, FIAT, Opel und Peugeot.
Wir haben sämtliche Neuheiten in Rüsselsheim in Deutschland in Augenschein genommen. Im Mittelpunkt dieser Modellpflege stehen bei Stellantis Pro One nicht nur 100% batterieelektrische Transporter, sondern auch 100% wasserstoffelektrische Varianten. Gemeint sind Fahrzeuge mit Fuel-Cell-Technologie (Brennstoffzelle).
Diese Antriebstechnik ist im Markt weiterhin eher selten. Trotzdem verkauft Stellantis schon seit einiger Zeit Wasserstoff-Transporter mit Brennstoffzelle – wir haben sie 2022 kennengelernt – unter anderem in Märkten wie Deutschland und Frankreich.
Bislang war die Technologie ausschliesslich bei Transportern der mittleren Grössenklasse verfügbar – Citroën Jumper, Fiat Scudo, Opel Vivaro und Peugeot Expert. Ab sofort wird sie jedoch auch bei den grossen Transportern des Konzerns angeboten – Citroën Jumper, Fiat Ducato, Peugeot Boxer und Opel Movano –, während der Vertrieb gleichzeitig auf weitere Märkte ausgeweitet wird.
Damit wächst die Wasserstoff-Palette nicht nur, sie wird auch in mehr Ländern eingeführt. Neben der Verfügbarkeit in einer grösseren Zahl europäischer Staaten soll dieser neue grosse Wasserstoff-Transporter mit Brennstoffzelle (Nutzlast 1300 kg sowie zwischen 13 m³ und 17 m³ Ladevolumen) 2025 über die Konzernmarke Ram auch in den nordamerikanischen Markt kommen.
Und selbstverständlich: Weil dieser Markt es verlangt, wird das Wasserstoffsystem auch für eine neue Pick-up-Version angeboten, die zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt wird.
In weniger als fünf Minuten tanken
In der grossen Ausführung ist das Brennstoffzellen-System mit einem Elektromotor kombiniert, der 110 kW (150 PS) leistet und 410 Nm Drehmoment bereitstellt. Hinzu kommt eine (kleine) Batterie mit 11 kWh Kapazität, die sich extern laden lässt.
Der Wasserstoff selbst wird in vier Tanks gespeichert, die unterhalb der Karosserie montiert sind und mit 700 bar arbeiten. Insgesamt lassen sich rund 7 kg Wasserstoff (nutzbar) mitführen.
Ein wesentlicher Vorteil der Fuel-Cell-Technologie ist das Tanken: Die vier Behälter können in weniger als fünf Minuten gefüllt werden. Die angegebene Reichweite liegt bei über 500 km (WLTP).
Für wen ist das gedacht?
Der Einsatz von Wasserstoff-Transportern hängt weiterhin stark von der Infrastruktur im jeweiligen Markt ab. Wie uns Stephane Majka, Manager für die Entwicklung der Wasserstoff-Geschäftseinheit, erklärte, bleibt dies vorerst eine Lösung für sehr spezifische Kundengruppen.
Aktuell richten sich die Modelle mit Wasserstoffsystem vor allem an Unternehmen, die gezielt auf neue, emissionsfreie Technologien setzen.
Dazu zählen etwa Firmen, die Wasserstoff produzieren und somit über eigene Betankungsmöglichkeiten verfügen. Ebenso angesprochen sind Betriebe, die Fahrzeuge besonders intensiv nutzen und sich nicht den „Luxus“ leisten können, für Ladevorgänge mehrere Stunden stillzustehen.
Verfügbare Wasserstoff-Infrastruktur
In Europa gibt es laut Stellantis Pro One derzeit rund 150 öffentliche Wasserstoff-Tankstellen, die mit 700 bar (internationaler Standard) arbeiten. Dieses Bild soll sich bis 2030 deutlich verändern.
Grundlage dafür ist die AFIR-Richtlinie (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) der Europäischen Union. Sie sieht vor, ein öffentliches Wasserstoff-Tanknetz aufzubauen – mit Stationen im Abstand von jeweils 200 km entlang der wichtigsten Hauptverkehrsachsen sowie mindestens einer Station in jeder der wichtigsten Städte. Das Ziel liegt bei mehr als 500 Tankstellen bis 2030.
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