Der von Hartge veredelte 6er Coupé E63, der als 645Ci 5.1 bezeichnet wurde und 2005 vorgestellt wurde, nahm beinahe vorweg, was die Zukunft für die Doppelniere der bayerischen Marke bereithalten sollte.
Die historische Doppelniere von BMW
Die senkrecht ausgerichtete Doppelniere, wie sie beim neuen 4er Coupé G22 zu sehen ist, stellt bei BMW tatsächlich keine völlige Neuheit dar. Ihre Wurzeln reichen weit in die Markengeschichte zurück, insbesondere zu den Modellen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg: Damals gehörte eine vertikale, nahezu über die gesamte Fahrzeugfront reichende Doppelniere bei BMW zum Standard.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verlor die vertikale Doppelniere schrittweise an Höhe und entwickelte sich zu einer horizontalen Form weiter, die sich bis fast in die Gegenwart hielt. Erst in jüngerer Zeit begann die Doppelniere wieder zu wachsen – und zwar in alle Richtungen.
6er Coupé E63: durchaus polarisierend
Auch mit diesem Wissen bleibt die vertikale Umsetzung der Doppelniere am neuen 4er Coupé polarisierend – ebenso wie jene des Hartge 6er Coupé E63. Dabei benötigte das BMW 6er Coupé E63 keine besonders markante Doppelniere, um unterschiedliche Meinungen hervorzurufen.
Der 6er kehrte 2003 zu BMW zurück, nachdem die Z9-Studie ihn bereits 1999 angekündigt hatte. Zwei Jahre nach dem ebenfalls umstrittenen 7er E65 von 2001 festigte dieses Modell den Beginn der Ära jener BMW, die unter der Verantwortung von Chris Bangle entstanden, dem damaligen Designchef der BMW Group.
Chris Bangle stellte das BMW-Design gewissermaßen auf den Kopf. Trotz aller Kontroversen um den eingeschlagenen Weg war dies eine deutliche Antwort auf die Vorwürfe von Konservatismus und „Stillstand“, denen sich das Design der bayerischen Marke ausgesetzt sah. Damals schien kaum jemand zufrieden damit zu sein, dass sich alle BMW lediglich durch ihre Größe voneinander unterschieden.
Nun ja: Das 6er Coupé E63 ließ sich weder mit einem anderen BMW noch mit irgendeinem anderen Auto verwechseln. Dennoch fand es letztlich mehr positive Zustimmung als der bis heute spaltende 7er E65. Möglicherweise lag das daran, dass es ein Coupé war – eine Karosserieform, die mutige und eigenständige „Striche“ eher zulässt.
Hartge 645Ci 5.1 mit noch stärkerem Auftritt
Hartge genügten die ungewöhnlichen Linien des E63 jedoch nicht, um sich ausreichend abzuheben. Der deutsche Veredler beschränkte sich nicht darauf, dem großen Coupé einige „Spoiler“ und großformatige Räder zu verpassen. Stattdessen erhielt es eine neue Frontschürze, welche die Gestaltung des Serienmodells grundlegend veränderte.
Neben den Scheinwerfern kamen Lufteinlässe hinzu, während die stark horizontale Doppelniere des 6er einer deutlich vertikaleren Ausführung wich. Sie erstreckte sich allerdings nicht über die gesamte Höhe der Front wie beim 4er Coupé G22: Unterhalb der Doppelniere blieb Platz für das Kennzeichen und einen kleinen Lufteinlass.
Mehr Hubraum und Fahrdynamik für den Hartge 645Ci 5.1
Die mechanischen und fahrdynamischen Veränderungen am 6er Coupé E63 ließen sich hingegen leichter würdigen.
Der Saug-V8 des 645Ci wuchs von 4400 cm³ auf 5100 cm³, was sich entsprechend bei Leistung und Drehmoment bemerkbar machte. Statt 333 PS und 450 Nm im Serienmodell standen nun 420 PS und 520 Nm zur Verfügung – ein beträchtlicher Zuwachs. Auch die Fahrleistungen verbesserten sich zwangsläufig: Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolvierte er in 4,9 s statt serienmäßiger 5,6 s, während die Höchstgeschwindigkeit auf 290 km/h stieg, gegenüber den serienmäßig abgeregelten 250 km/h.
Für die Fahrdynamik erhielt der Hartge 645Ci 5.1 neue Federn und Stoßdämpfer, die seine Karosserie um 25 mm näher an den Boden brachten. Zudem wuchsen die Räder auf damals riesige Dimensionen: 21-Zoll-Felgen mit Reifen der Größe 255/30 R21 vorn und 295/25 R21 hinten.
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