Donkervoort bezeichnet seinen neuen P24 RS als „den niederländischsten Supersportwagen, der je gebaut wurde“. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass er gern Orange trägt und am Wochenende „DU DU DU DU, MAX VERSTAPPEN“ brüllt.
Offenbar spielt damit aber auch der niederländische Ruf für „ehrliches, ungefiltertes Feedback“ eine Rolle. Donkervoort versteht seinen neuen Supersportwagen als „direkten Konter gegen eine computerisierte, uniforme Autowelt“. Autsch.
Donkervoort P24 RS: Klassisches Konzept statt digitaler Gleichförmigkeit
Trotz des sichtbaren Carbons, der ungewöhnlichen ausfahrbaren LED-Scheinwerfer und seiner futuristischen, insektenartigen Erscheinung ist der P24 RS ganz klar ein Fahrzeug alter Schule. Vorn sitzt ein großer Motor, in der Mitte ein Fünfgang-Schaltgetriebe, und die gesamte Kraft wird ausschließlich an die Hinterräder geleitet. Sogar Servolenkung und ABS stehen lediglich auf der Optionsliste.
Diese beiden Extras würden wir im Konfigurator allerdings vermutlich auswählen. Im Zentrum des P24 RS arbeitet nämlich eine überarbeitete Ausführung von Fords 3,5-Liter-EcoBoost-V6. Sie erhält geschmiedete Innenteile, eine Trockensumpfschmierung, 3D-gedruckte Abgaskrümmer sowie zwei neue Turbolader des ebenfalls niederländischen Unternehmens Van der Lee.
Das Ergebnis sind absurde 600 bhp. Mit Donkervoorts Motorsteuerungssoftware „Power To Choose“ lässt sich die Leistung jedoch auf 400 bhp oder 500 bhp reduzieren, falls man sich gerade besonders vernünftig fühlen sollte. Der Vorgänger Donkervoort F22 setzte noch auf Audis 2,5-Liter-Turbo-Fünfzylinder und kam maximal auf 500 bhp.
Im vollen Verstappen-Modus – leider nicht die offizielle Bezeichnung – liefert der P24 RS außerdem 590 lb ft Drehmoment. Dank eines Trockengewichts von lediglich 780 kg beschleunigt er in 7,4 Sekunden von 0 auf 200 km/h, erreicht in Kurven 2,3 G und fährt schneller als 300 km/h. Meine Güte.
Fahrwerk, Aerodynamik und Innenraum des P24 RS
Immerhin gehört eine einstellbare Traktionskontrolle zur Serienausstattung. Dazu kommen ein Torsen-Sperrdifferenzial, ein aktives Fahrwerk mit verstellbarer Bodenfreiheit sowie eine automatische Zwischengasfunktion, welche die Gangwechsel beim Herunterschalten glättet. Letztere lässt sich natürlich deaktivieren, falls man die eigenen Fähigkeiten beim Zwischengasgeben demonstrieren möchte.
Soll der Donkervoort auf die Rennstrecke, sind Carbon-Keramik-Bremsen erhältlich, die pro Ecke 2,1 kg einsparen. Zudem wird der P24 RS mit einem abnehmbaren Aerodynamik-Kit angeboten. Es verbessert die Kühlung und lenkt die Luft entweder um die freistehenden Vorderräder herum oder unter dem Fahrzeugboden zum doppelten Diffusor.
Dadurch erhält das Auto zwar ein gewaltiges Kinn, produziert bei 250 km/h aber zusätzlich 90 kg Abtrieb, ohne dass sich dies auf die Höchstgeschwindigkeit auswirkt.
Bemerkenswert ist auch das Targa-Dach aus Kohlefaser. Selbst mit eingesetzten Dachteilen soll ein 2,01 m großer Fahrer hinter das Lenkrad passen. Praktisch, wenn die meisten Niederländer diese Größe bereits vor der Pubertät erreichen. Außerdem gibt es Kofferraumvolumen auf Ford-Fiesta-Niveau, leichte Recaro-Sitze und einen Innenraum, der vor allem von echten Tasten und Drehreglern geprägt ist.
In Lelystad werden nur 150 Exemplare des P24 RS von Hand gefertigt. Mehr als 50 davon sind bereits an Kunden in Europa, den USA und dem Nahen Osten verkauft. Wer einen möchte, sollte den Preis von 298.500 € also besser schnell aufbringen.
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