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Ferrari Luce und 20 neue Modelle bis 2030: Der Wandel beginnt 2026

Roter Ferrari-Sportwagen im Showroom mit weiteren roten Autos im Hintergrund.

Ferrari plant 20 neue Modelle bis 2030

Ferrari erlebt eine der stärksten Phasen seiner jüngeren Geschichte. 2025 erzielte die Marke erneut finanzielle Rekordergebnisse, steigerte ihre Margen und füllte die Auftragsbücher bis fast Ende 2027. Auch an der Börse erholte sich der Kurs deutlich, nachdem er im Oktober des Vorjahres stark gefallen war.

Bemerkenswert ist das vor allem, weil das Verkaufsvolumen zugleich leicht zurückging. Doch hohe Stückzahlen standen bei Ferrari nie im Mittelpunkt. Die Philosophie von Firmengründer Enzo Ferrari gilt weiterhin: „Ferrari wird immer ein Auto weniger ausliefern, als der Markt verlangt“.

Umso überraschender mag die Ankündigung der italienischen Marke erscheinen, bis 2030 insgesamt 20 neue Modelle vorzustellen: Ab 2026 sollen es fünf pro Jahr sein. Das sind zwar viele Neuheiten, eine Steigerung der Stückzahlen ist jedoch nicht das Ziel. Ferraris Grundsatz lautet: „Mehr Modelle, begrenzte Stückzahlen“. Eine der fünf Neuheiten dieses Jahres verändert allerdings alles.

Ferrari Luce ist der revolutionärste Ferrari aller Zeiten

Das Jahr 2026 wird als Geburtsjahr des ersten rein elektrischen Ferrari in die Geschichte eingehen. Erstmals kommt ein Ferrari ohne mechanisches Herz aus: weder V12 noch V8 oder V6, sondern nur Elektronen. Vier Elektromotoren, einer pro Rad, sollen mehr als 1000 PS leisten. Sie werden von einer 800-Volt-Batterie mit 122 kWh Bruttokapazität versorgt; die versprochene Reichweite liegt bei mehr als 500 km.

Der Ferrari Luce wird anders sein als jeder Ferrari zuvor, ein Supersportwagen ist er jedoch nicht. Er steht dem Purosangue näher: einem Crossover mit vier Türen und vier Sitzplätzen. Die vollständige Enthüllung ist für Mai geplant. Den Innenraum des Luce hat die italienische Marke allerdings bereits gezeigt – und schon dieser ist eine Revolution für sich.

Der Innenraum des Ferrari Luce

Der Luce entstand in Zusammenarbeit mit LoveFrom, dem Kreativkollektiv von Sir Jony Ive, der für das Design des iPhone bekannt ist, und Marc Newson. Dabei entfernt er sich vom minimalistischen und übermäßig digitalen Ansatz, der heutige Elektroautos prägt.

Displays gibt es weiterhin, doch die Instrumente interpretieren das Analoge neu, und physische Bedienelemente feiern ein deutliches Comeback. Tasten, Drehregler und Schalter sorgen für ein haptisches Erlebnis, das kein Bildschirm ersetzen kann. Auch bei den Materialien vollzieht Ferrari einen Bruch: Carbonfaser fehlt, stattdessen kommen CNC-gefrästes, zu 100 % recyceltes Aluminium sowie Glas (Corning Fusion5) anstelle von Kunststoff zum Einsatz. Angestrebt werden Langlebigkeit, Präzision und ein würdevolles Altern.

Sollte das Äußere dem Innenraum entsprechen, könnte der Luce mehr sein als nur der erste elektrische Ferrari. Er könnte auch ein Zeichen dafür setzen, welche Richtung die Marke beim Design einschlagen will.

Vier Unbekannte

Von den fünf Ferrari-Neuheiten, die für 2026 angekündigt sind, ist bislang nur der Luce offiziell bestätigt. Über die übrigen lässt sich lediglich spekulieren, wobei sich die Möglichkeiten in einem vorhersehbaren Rahmen bewegen.

Als eine der wahrscheinlichsten Neuheiten gilt eine offene Version des Amalfi, jenes Coupés mit Biturbo-V8, das den Roma abgelöst hat. Was sonst kommt, bleibt ungewiss: Denkbar sind extremere Ausführungen des 12Cilindri und des 296, eine weitere Variante des Purosangue oder ein neues Mitglied der Icona-Reihe, deren jüngster Vertreter 2021 der Daytona SP3 war. Alle Möglichkeiten bleiben offen.

Kaum eine davon dürfte dem Luce die Aufmerksamkeit nehmen. Dennoch bedeutet das Elektroauto nicht, dass in Maranello das Ende des Verbrennungsmotors eingeläutet wird. Ein zweites geplantes Elektroauto wurde wegen des mangelnden Interesses der Markenkunden vorerst um zwei Jahre auf 2028 verschoben.

Ferrari hat zudem seine Prognose für die Zusammensetzung der Modellpalette bis 2030 angepasst und den Anteil der Elektroautos im Verhältnis zu den Verbrennern umgekehrt: Nun sollen 40 % auf Verbrenner, 40 % auf Hybride und 20 % auf Elektroautos entfallen. Wie die Volumenhersteller richtet sich Ferrari damit nach dem tatsächlichen Tempo des Marktes.

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