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Mercedes-Benz GLA: Neue Generation mit Elektroantrieb und bis zu 657 km Reichweite

Silberner Mercedes-Benz GLA 2026 SUV in Innenraum mit Ladestation für Elektrofahrzeuge.

Der Mercedes-Benz GLA wurde in seiner dritten Generation nahezu vollständig neu entwickelt. Er ist größer geworden, nutzt die neue Plattform von CLA und GLB und wird erstmals auch mit rein elektrischen Antrieben angeboten.

Diese Neuausrichtung strafft zugleich das Kompaktangebot von Mercedes-Benz. Der neue GLA löst nicht nur den bisherigen gleichnamigen Kompakt-SUV der deutschen Marke ab, sondern übernimmt auch die Rolle des Elektro-SUV EQA: Mildhybrid- und Elektrovarianten werden künftig unter derselben Modellbezeichnung geführt. Ein vergleichbarer Schritt erfolgte bereits beim neuen GLB, der zugleich den elektrischen EQB ersetzt.

Wir haben den neuen Mercedes-Benz GLA in Helsinki, Finnland, kennengelernt. Technisch basiert er weitgehend auf CLA und GLB, soll jedoch seinen eigenständigen Charakter bewahren. Das Video zeigt, ob ihm dieser Anspruch gelingt:

Größer, aber niedriger

Die Veränderungen beginnen bei den Abmessungen. Der neue Mercedes-Benz GLA ist 4565 mm lang und damit 143 mm länger als sein Vorgänger. Sein Radstand beträgt 2790 mm, was einem Zuwachs von 61 mm entspricht.

Trotz des Längenzuwachses fällt das Fahrzeug 20 mm niedriger aus. Die reduzierte Höhe, die um 31 mm breitere Hinterachsspur, markante Kotflügel und Räder mit 18 bis 20 Zoll verleihen ihm einen dynamischeren Auftritt und einen satteren Stand auf der Straße.

In natura ist er weiterhin eindeutig als GLA zu erkennen. Mit dem Vorgängermodell bricht Mercedes-Benz nicht vollständig, richtet die Gestaltung jedoch stärker an den jüngeren Modellen der Marke aus. Besonders gelungen ist meiner Ansicht nach das Heck, vor allem wegen der Lichtsignatur, die sich über die Karosserie zieht.

Die Front dürfte bei den Hybridversionen auf mehr Zustimmung stoßen als bei den Elektroausführungen. Letztere besitzen einen nahezu geschlossenen Grill mit 608 Leuchtpunkten und bis zu 158 Mikro-LEDs sowie einen beleuchteten Stern in der Mitte. Dieser optische Effekt ist kaum zu übersehen. Er wirkt nicht zwangsläufig störend, verlangt aber etwas Eingewöhnung – insbesondere, wenn sämtliche Lichtanimationen aktiviert werden.

Mercedes-Benz GLA: CLA als SUV

Im Innenraum treten die Parallelen zum CLA noch deutlicher hervor. Das Armaturenbrett kann mit dem MBUX Superscreen ausgestattet werden, der sich aus einem 10,25-Zoll-Kombiinstrument, einem zentralen 14-Zoll-Display und einem weiteren 14-Zoll-Bildschirm für den Beifahrer zusammensetzt. Der Beifahrerbildschirm ist optional erhältlich.

Der Gesamteindruck erinnert an einen CLA im SUV-Gewand. Komponenten, Materialien und Grafiken ähneln sich, doch die Sitzposition liegt höher und das Platzangebot im Innenraum ist großzügiger – besonders in der zweiten Reihe.

Mit meinen 1,81 m konnte ich hinter meiner eigenen Fahrposition Platz nehmen und hatte sowohl für Beine als auch Kopf reichlich Raum. Auch die Sitzhaltung ist natürlich, die Knie stehen nicht zu hoch. Das unterscheidet den GLA vom neuen elektrischen C-Klasse-Modell, das ich bei derselben Veranstaltung gefahren bin, obwohl auch dort die Batterie im Fahrzeugboden untergebracht ist.

Der längere Radstand schafft 38 mm zusätzliche Beinfreiheit auf den Rücksitzen. Die Kopffreiheit nimmt vorne um 23 mm und hinten um 24 mm zu, obwohl der kompakte Mercedes-SUV äußerlich niedriger geworden ist.

Die Materialanmutung ist hochwertig, auch an den oberen Bereichen des Armaturenbretts und an den Türen. Die Kunststoffe an den Rückseiten der Vordersitze sowie im mittleren Bereich der zweiten Sitzreihe fallen allerdings härter und weniger sorgfältig verarbeitet aus.

Mehr Kofferraum und großer Stauraum unter der Haube

Die elektrische Version bietet laut Hersteller 410 Liter Kofferraumvolumen, also 70 Liter mehr als der bisherige EQA. Bei umgelegter Rückbank steigt das Volumen auf 1400 Liter.

Das wichtigste Argument befindet sich jedoch vorne. Der elektrische GLA verfügt unter der Haube über ein 107 Liter großes Fach, in dem sich Ladekabel, ein Kabinenkoffer oder sogar eine Getränkekiste unterbringen lassen.

Zusammengerechnet bieten beide Stauräume mehr als 500 Liter Fassungsvermögen. Damit hat er einen deutlichen Vorteil gegenüber den Mildhybridvarianten, deren Kofferraum 415 Liter fasst, die aber keinen zusätzlichen Stauraum vorne bieten.

Elektrischer GLA mit bis zu 657 km Reichweite

Zum Marktstart umfasst das Elektroangebot drei Varianten. Der GLA 200 electric leistet 165 kW beziehungsweise 224 PS und nutzt eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit 58 kWh nutzbarer Kapazität.

Darüber positioniert sich der GLA 250+ electric mit 200 kW (272 PS), einer NMC-Batterie mit 85 kWh und einer Reichweite von bis zu 657 km nach WLTP. Er wird die Variante mit der größten Reichweite im Programm sein.

An der Spitze steht der GLA 350 4MATIC electric. Er kombiniert zwei Motoren mit Allradantrieb und liefert 260 kW, entsprechend 354 PS. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt er in 5,4 Sekunden und soll bis zu 579 km Reichweite erreichen.

Dank der 800-Volt-Elektroarchitektur sind Schnellladeleistungen von bis zu 320 kW möglich. Unter idealen Bedingungen kann der GLA in 10 Minuten bis zu 270 km Reichweite nachladen. Beim Wechselstromladen gehört ein 11-kW-Onboard-Lader zur Serienausstattung; optional sind bis zu 22 kW verfügbar. Mercedes-Benz plant außerdem eine vierte Elektroversion mit einer NMC-Batterie von 71 kWh.

GLA auch mit Benzinmotor

Anfang 2027 wird die Baureihe um Hybridversionen erweitert, die auf dem bereits im CLA eingesetzten 1,5-Liter-Turbobenziner basieren. Dieser arbeitet mit einem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe zusammen.

Der Elektromotor ist in das Getriebe integriert und stellt zeitweise bis zu 22 kW oder 30 PS bereit. Seine Energie liefert eine 48-Volt-Batterie mit 1,3 kWh Kapazität.

Trotz der geringen Kapazität erlaubt das System elektrisches Fahren bei niedrigen Geschwindigkeiten sowie das Segeln mit abgeschaltetem Verbrennungsmotor – auch bei mehr als 100 km/h, sofern der Leistungsbedarf 22 kW nicht überschreitet.

In Portugal soll das Hybridangebot aus den Varianten GLA 200, GLA 220 und GLA 220 4MATIC bestehen. Mercedes-Benz hat noch keine technischen Daten veröffentlicht, doch auch diese Antriebe werden erneut mit CLA und GLB geteilt. Daher sind voraussichtlich 163 PS beziehungsweise 190 PS zu erwarten.

Wann kommt er?

Die ersten Exemplare des neuen elektrischen Mercedes-Benz GLA kommen im November 2026 auf den europäischen Markt. In Portugal ist die Einführung Anfang 2027 vorgesehen, zunächst mit dem GLA 250+ und dem GLA 350 4MATIC.

Der GLA 200 electric als elektrische Einstiegsvariante dürfte später folgen, voraussichtlich Ende 2027. Erwartet wird ein Preis von unter 50.000 Euro, wobei die Preise für Portugal noch nicht bestätigt sind. In Deutschland öffnen die Bestellbücher am 30. Juli; die Bestellfreigabe in weiteren Märkten dürfte kurz darauf erfolgen.

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