Noch vor wenigen Jahren war die Zukunft von KGM ernsthaft gefährdet. Damals firmierte das Unternehmen noch als SsangYong und befand sich in einer finanziellen Restrukturierung, die erst abgeschlossen wurde, als der südkoreanische KG-Konzern 2022 die Kontrolle übernahm.
2023 entstand dann offiziell KG Mobility, kurz KGM. Mit dem neuen Namen blieb jedoch die langjährige Ausrichtung erhalten: SUVs, Geländewagen und Pick-ups.
Inzwischen zeigt sich die Erholung auch in den Geschäftszahlen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres setzte KGM 56 759 Fahrzeuge ab, darunter 34 953 auf Auslandsmärkten. Damit erzielte die Marke ihr stärkstes Exportergebnis seit 12 Jahren.
Von BYD bis Chery
Zu dieser neuen Phase gehört auch, die Entwicklung neuer Modelle mithilfe chinesischer Partner schneller voranzutreiben.
Der zu Jahresbeginn in Portugal eingeführte Actyon HEV zählt zu den ersten Beispielen. Sein Hybridsystem entstand gemeinsam mit BYD und verbindet einen 1,5-Liter-Turbomotor mit zwei Elektromotoren sowie einem speziellen Hybridgetriebe.
Daraus resultieren 204 PS und ein homologierter Verbrauch von 5,9 l/100 km. Der Actyon startet bei 37 990 Euro, bietet die Abmessungen eines SUVs der D-Klasse und ist preislich dennoch auf dem Niveau vieler Fahrzeuge aus dem darunterliegenden Segment angesiedelt.
Deutlich enger soll jedoch die Verbindung zur chinesischen Industrie über Chery werden. Beide Unternehmen kooperieren seit 2024, und KGM hat eine Lizenz erworben, um Cherys T2X-Plattform für die Entwicklung künftiger SUVs zu nutzen.
Nun wird die Partnerschaft weiter ausgebaut. Chery investierte über Wandelanleihen 75 Millionen Dollar in KGM. Werden diese in Aktien umgewandelt, könnte der chinesische Hersteller einen Anteil von knapp 10% erhalten.
Pick-ups bleiben im Mittelpunkt
Die Annäherung an China bedeutet nicht, dass KGM seine traditionellen Stärken aufgeben will. Pick-ups behalten beispielsweise eine wichtige Stellung, während das Angebot zugleich breiter geworden ist.
Mit dem Musso EV kam ein rein elektrisches Modell auf den Markt, das mit Front- oder Allradantrieb erhältlich ist und eine WLTP-Reichweite von bis zu 420 km bietet. Der neue Musso Diesel, den wir ebenfalls bereits gefahren sind, verfolgt dagegen ein deutlich klassischeres Konzept.
KGM setzt derzeit auf die Verbindung beider Technologien: Elektrifizierung dort, wo sie sinnvoll ist, ohne Verbrennungsmotoren oder jene Segmente aufzugeben, in denen sich die frühere Marke SsangYong ihren Ruf aufgebaut hat.
Der nächste Rexton erhält chinesische Unterstützung
Bei den kommenden Modellen dürfte der Einfluss von Chery besonders klar erkennbar werden. Zu den ersten davon zählt der Nachfolger des Rexton, der aktuell unter dem Projektnamen SE10 geführt wird.
Das neue SUV entsteht auf Cherys T2X-Plattform, die beispielsweise auch Modelle wie den Jaecoo 8 und den EBRO S900 trägt. Der neue Rexton soll bereits 2027 mit Benzin- und Plug-in-Hybridvarianten erscheinen.
Für eine Marke, die vor etwas mehr als vier Jahren noch um ihr Überleben kämpfte, hat sich die Lage deutlich verändert. KGM wächst, erneuert sein Modellprogramm und hat in China Partner gefunden, die diesen Prozess beschleunigen können. Offen bleibt, wie weit diese Annäherung an Chery die Marke führen wird.
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