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Mercedes-Benz EQC 400 4MATIC im Test

Silberner Mercedes EQC 400 Elektro-SUV in modernem, hellem Showroom stehend, Seitenansicht leicht von vorne.

Mehr als 400 km angegebene Reichweite und 400 PS Leistung: Das sind die großen Zahlen des Mercedes-Benz EQC 400 4MATIC. Doch dieses Modell hat deutlich mehr zu bieten.

Als erstes vollelektrisches Serienfahrzeug von Mercedes-Benz gehört er zu den frühen Vertretern der EQ-Familie – jener Bezeichnung, unter der die deutsche Marke ihre elektrifizierten Modelle bündelt. Diese Baureihe wird in den kommenden Jahren weiter wachsen: Den EQS, die elektrische S-Klasse, kennen und fahren wir bereits, zudem wurden EQV und EQA vorgestellt.

Der Mercedes-Benz EQC 400 4MATIC von außen

Ein nahezu geschlossener Kühlergrill, der mit den Scheinwerfern verbunden und sogar hinterleuchtet ist: Besonders die Front verrät auf den ersten Blick, dass es sich um ein vollelektrisches SUV handelt.

Mercedes-Benz ist aus meiner Sicht ein überzeugender Spagat gelungen: Das für Elektrofahrzeuge (EV) typische Hightech-Design trifft auf die klassisch geprägte Formensprache der Marke.

Am Heck schaffen LED-Leuchten, die sich über die gesamte Fahrzeugbreite ziehen, eine unverwechselbare Lichtsignatur. Die Chromelemente, die an Auspuffendrohre erinnern sollen, wären dagegen ein Detail, auf das ich ehrlich gesagt verzichten könnte.

Über 100 Jahre Automobilbau

Der EQC ist zwar das erste vollelektrische Serienmodell von Mercedes-Benz, aber keineswegs das erste Fahrzeug der Marke. Seit mehr als 125 Jahren baut das Unternehmen Automobile.

Dieses Know-how zeigt sich im Innenraum. Der Mercedes-Benz EQC 400 4MATIC ist hochwertig verarbeitet und bietet kaum Anlass zur Kritik.

Beim Zusammenspiel aus Motor und Batterie liegt das Tesla Model X vorn – dazu gleich mehr … Im Innenraum lässt der EQC dem Konkurrenten bei Materialien und Verarbeitung jedoch keine Chance. Die wahrgenommene Qualität ist ausgezeichnet; unter den vollelektrischen SUVs dieser Klasse kann lediglich der Audi e-tron mit dem Modell mit Stern mithalten oder es sogar übertreffen.

Das Platzangebot an Bord ist mehr als ausreichend, erreicht aber nicht die großzügigen Raumverhältnisse des Model X. Die Basis des EQC leitet sich von der Plattform ab, die Mercedes für Modelle mit Verbrennungsmotoren nutzt – Ausgangspunkt ist der GLC. Deshalb kann er den Raum, den einst der Verbrennungsmotor beanspruchte, nicht vollständig nutzen. Der Jaguar I-Pace und das Tesla Model X sind in dieser Disziplin besser.

Hervorzuheben ist außerdem MBUX, das Infotainmentsystem von Mercedes-Benz, das hier um neue Funktionen für die Elektromobilität ergänzt wurde. In Verbindung mit der Mercedes.me-App ermöglichen Funktionen wie Charge.me die Planung und Fernüberwachung des Ladevorgangs unseres EQC.

Die Anwendung Marvellous Routes erlaubt es außerdem, Strecken auf dem Smartphone auszuwählen und an das MBUX-System zu senden. Darüber hinaus erkennt MBUX Ladestationen entlang der Route in Echtzeit und berechnet effizientere Fahrwege für die jeweilige Fahrt.

Unterm Strich handelt es sich um Systeme, die in der Automobilindustrie zunehmend zum Standard werden, insbesondere bei Fahrzeugen, deren Preis bei 80.000 Euro beginnt. Unser Testwagen lag mehr als 15.000 Euro über dem Grundpreis, vor allem weil es sich um die „Edition 1886“ handelte – eine Sonderversion, die den Basispreis allein um 12.750 Euro erhöht.

Motoren und Batterien des Mercedes-Benz EQC 400 4MATIC

Der EQC 400 verfügt über zwei Elektromotoren mit jeweils 150 kW, einen an jeder Achse. Obwohl beide die gleiche Leistung liefern, verfolgen sie unterschiedliche Konzepte.

Der vordere Elektromotor ist auf Energieeffizienz statt auf eine besonders spontane Reaktion ausgelegt, während der hintere Elektromotor genau das Gegenteil verfolgt. Das Ziel: die Fahrdynamik verbessern, ohne die Reichweite zu beeinträchtigen.

Insgesamt stehen 408 PS (300 kW) Leistung und ein maximales Drehmoment von 760 Nm bereit. Werte, die vollkommen ausreichen, um die rund zweieinhalb Tonnen Gewicht dieses Elektrofahrzeugs vergessen zu lassen.

Als Energiespeicher nutzt der EQC eine 405-V-Batterie mit einer Nennkapazität von 230 Ah und 80 kWh. Um Leistung und Haltbarkeit dieses Bauteils zu sichern, werden die Batterie und alle zugehörigen Systeme, etwa die Ladeeinheit, flüssigkeitsgekühlt. Die Produktion der Batterie bleibt im Konzern: Sie wird von Deutsche Accumutive, einer Daimler-Tochter, übernommen.

Mit diesem Motoren-/Batteriepaket bietet der Mercedes-Benz EQC 400 4MATIC im WLTP-Zyklus mehr als 400 km Reichweite, genauer gesagt 416 km.

In diesem Test konnten wir den Verbrauch des EQC nicht abschließend überprüfen, doch die ersten Hinweise waren vielversprechend. Unter realen Bedingungen sind sicher mehr als 370 km Reichweite zu erwarten.

Die Fahrdynamik von zweieinhalb Tonnen

Die Arbeit der Mercedes-Benz-Ingenieure verdient Anerkennung. Der Mercedes-Benz EQC 400 4MATIC verbindet Fahrdynamik und Komfort auf überzeugende Weise – ein schwieriger Ausgleich, wenn rund zweieinhalb Tonnen bewegt und kontrolliert werden müssen.

Auf Geraden zeigt der EQC 400 trotz seiner 2.500 kg genau das Verhalten, das man von einem Fahrzeug mit mehr als 400 PS erwartet: Er ist schnell. Sehr schnell. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert er in 5,1 s, und die Art, wie er die Insassen in die Sitze drückt, lässt daran keinen Zweifel.

In Kurven verhält er sich nicht so, wie man es bei einem Fahrzeug mit einem derart hohen fahrbereiten Gewicht erwarten würde. Allein die Batterien bringen mehr als 650 kg auf die Waage, sitzen jedoch im Boden der Plattform und begünstigen dadurch einen niedrigen Schwerpunkt. Begeisterung löst er zwar nicht aus, doch er fährt sicher durch Kurven und bleibt jederzeit berechenbar.

Die Abstimmung des Fahrwerks gewinnt aus meiner Sicht zusätzlich an Bedeutung, weil der Komfort an Bord selbst auf Straßen in schlechtem Zustand auf einem guten Niveau bleibt.

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