In einer Zeit, in der SUVs den Markt geradezu „überrollen“ und selbst Kombis um ihren Platz kämpfen, setzt Mazda mit dem Mazda3 CS auf die klassischste Karosserieform: eine Limousine als familienfreundlichere oder sogar „geschäftsmäßigere“ Alternative zum Mazda3 Hatchback.
Obwohl die Front vollständig mit der des Hatchback übereinstimmt, handelt es sich beim Mazda3 CS keineswegs nur um eine Ausführung mit „verlängertem Heck“. Die unterschiedlich gestalteten Flanken fallen sofort auf, denn kein seitliches Karosserieblech wird mit dem Hatchback geteilt.
Mazda erklärt: „Der Hatchback und die Limousine haben unterschiedliche Persönlichkeiten – das Design des Hatchback ist dynamisch, das der Limousine elegant.“ Der Einschätzung der Marke aus Hiroshima kann ich nur zustimmen.
Auch wenn mir der dynamischere Auftritt der Hatchback-Variante gefällt, verdient der zurückhaltendere Look des Mazda3 CS Anerkennung. Für alle, die ein Fahrzeug mit traditionellerer Form suchen, ist er definitiv eine interessante Option.
Im Innenraum des Mazda3 CS
Für den Innenraum des Mazda3 CS gilt weiterhin alles, was ich bereits beim Test des Hatchback mit Dieselmotor und Automatikgetriebe festgestellt habe. Sachlich gestaltet, hochwertig verarbeitet, mit guten Materialien, die sich angenehm anfühlen und gut aussehen, sowie ergonomisch durchdacht: Der Innenraum dieser neuen Mazda3-Generation gehört zu den angenehmsten im Segment.
Dass das Display des Infotainmentsystems nicht berührungsempfindlich ist, verlangt zunächst eine Umstellung der in den vergangenen Jahren erlernten Gewohnheiten. Die Tasten am Lenkrad und der Drehregler zwischen den Sitzen erweisen sich jedoch schnell als ausgezeichnete Hilfen bei der Navigation durch die Menüs.
Bei den Platzverhältnissen für die Passagiere bestehen zwischen Hatchback und Limousine keine wesentlichen Unterschiede. Anders sieht es beim Kofferraum aus: Da Mazda keinen Kombi im Angebot hat, ist der Mazda3 CS die passendste Version für Familien. Sein Gepäckraum fasst 450 Liter, während der Hatchback bei 358 Litern bleibt.
Unterwegs im Mazda3 CS
Wie im Hatchback lässt sich auch im Mazda3 CS problemlos eine bequeme Sitzposition finden. Gegenüber der fünftürigen Variante punktet der CS vor allem mit seiner deutlich besseren Sicht nach hinten. Bedauerlich ist lediglich das Fehlen eines Heckscheibenwischers, wie es bei viertürigen Modellen üblich ist.
Während der Fahrt zeichnet sich der 2.0 Skyactiv-G durch einen sanften und linearen Drehzahlaufbau aus – schließlich handelt es sich um einen Saugmotor. Er dreht bis in Bereiche, die Turbomotoren normalerweise nicht erreichen, und überzeugt bei höheren Drehzahlen zugleich mit einem überraschend angenehmen Klang.
Bei der Leistung sorgen die 122 PS und 213 Nm des 2.0 Skyactiv-G nicht für große Sprints, erfüllen ihren Zweck aber. Mit der sechsstufigen Automatik ausgestattet, zeigt sich allerdings klar, dass diese Kombination eher ruhige Fahrweisen bevorzugt.
Der Grund dafür liegt in der recht langen Übersetzung des Getriebes und in den Gangwechseln, die nicht schnell genug erfolgen, wenn man ein höheres Tempo anschlagen möchte. Glücklicherweise kann man in solchen Situationen den manuellen Modus nutzen.
Im Gegenzug profitiert der Verbrauch von der langen Übersetzung: Im Test lag der Durchschnitt zwischen 6,5 und 7 l/100 km.
Dynamisch verdient der Mazda3 CS schließlich das gleiche Lob wie die Hatchback-Variante. Mit einer straff abgestimmten, jedoch nie unkomfortablen Federung, einer direkten und präzisen Lenkung sowie einem ausgewogenen Fahrwerk fordert der Mazda3 dazu auf, Kurven in Angriff zu nehmen. Damit bewegt er sich auf dem Niveau des Honda Civic, einer weiteren dynamischen Referenz in diesem Segment.
Ist er das richtige Auto für mich?
Wer die Stärken des Mazda3 Hatchback schätzt, sich aber mit dessen eigenständigem Heck nicht anfreunden kann oder schlicht einen größeren Kofferraum benötigt, für den könnte der Mazda3 CS genau die richtige Wahl sein. Sein Auftritt ist zurückhaltender, elegant und sogar eines Geschäftswagens würdig – ich muss zugeben, dass ich ein Fan bin.
Komfortabel, gut verarbeitet, gut ausgestattet und fahrdynamisch sehr kompetent – sogar ein wenig anregend – findet der Mazda3 CS im 2.0 Skyactiv-G einen guten Begleiter für Reisen bei gemäßigtem Tempo. Wer mehr Leistung sucht, kann zum Skyactiv-X mit 180 PS greifen, der ebenso gute oder sogar bessere Verbrauchswerte als der Skyactiv-G mit 122 PS erzielen kann.
Letztlich erinnert dieser Mazda3 CS vor allem daran, dass es passende Angebote für alle gibt, die etwas mehr Platz wünschen, ohne deshalb einen SUV oder Kombi wählen zu müssen.
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