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Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi Premium im ausführlichen Test

Weißer Hyundai Santa Fe SUV in einem hellen Autohaus mit großen Fenstern und modernem Interieur.

Erwartungen – wir wissen, wie sie funktionieren … Würde man euch irgendeinen Sportwagen oder auch nur einen Hot Hatch zum Fahren geben, könntet ihr euch ein erwartungsvolles Lächeln kaum verkneifen. Wenn man euch hingegen mitteilt, dass das nächste Testmodell ein siebensitziges Familien-SUV wie dieser Hyundai Santa Fe ist – nun ja …

Selbst das leuchtende Rot seiner wuchtigen Karosserie konnte beim ersten Anblick dieses Santa Fe weder meinen Puls beschleunigen noch meine Erwartungen an ihn steigern – und zum Glück war das so …

Zum Glück deshalb, weil sich dieser „sanfte Riese“ während des längeren Tests nicht nur als das erwartungsgemäß geräumige Familienauto erwies, sondern auch als hervorragender Langstreckenwagen und sogar als ein Fahrzeug, das sich … wirklich interessant fahren lässt – glaubt mir, ich war genauso überrascht wie ihr.

Das Familien-SUV

Er ist Hyundais größtes SUV in Europa und zählt auch rein äußerlich zu den größten Modellen seines Segments. Zu seinen Konkurrenten gehören etwa der „Cousin“ Kia Sorento, dessen neue Generation bevorsteht, der Skoda Kodiaq, der SEAT Tarraco und der Peugeot 5008.

Wer früher mehr als fünf Sitzplätze benötigte, griff ganz selbstverständlich zu einem Van. Heute führt daran fast kein Weg mehr vorbei, ein SUV zu wählen – und damit sind wir nicht besser bedient … Diese Fahrzeugklasse kann mit Vans bei entscheidenden Punkten wie Zugänglichkeit und Platzangebot, besonders in der letzten Reihe, nicht gleichziehen. Der Hyundai Santa Fe schlägt sich dabei allerdings keineswegs schlecht.

In der dritten Sitzreihe gibt es mehr Platz als nur für Kinder oder klein gewachsene Erwachsene – okay … für eine lange Reise würde ich die hinteren Plätze kaum empfehlen, doch im Vergleich zu anderen Modellen des Segments ist es dort nicht so schlecht. Die Beinfreiheit ist ordentlich, auch wenn der Boden recht hoch liegt; durch die längs verschiebbare zweite Reihe, deren Rückenlehnen ebenfalls in der Neigung verstellt werden können, lässt sich sogar noch mehr Raum schaffen. Die Schulterfreiheit fällt sehr großzügig aus, denn über den Radhäusern befindet sich nur … Luft. Der Einstieg verlangt zwar einige Verrenkungen, doch der Santa Fe gehört hier längst nicht zu den schlimmsten Kandidaten.

In der zweiten Reihe sieht es deutlich besser aus. Erwartungsgemäß gelangt man wesentlich leichter hinein, auch wenn man für SUV-typisch noch immer in den Innenraum hinaufsteigen muss. Dort sitzt man jedoch ausgesprochen gut: Die Sitze sind nicht nur verstellbar, sondern in dieser Premium-Version auch beheizt und sehr komfortabel. Selbst der mittlere Passagier findet ausreichend Platz und Komfort – mit einer härteren Rückenlehne und etwas weniger Raum für die Füße –, nicht zuletzt weil kein Getriebetunnel vorhanden ist.

Mit aufgestellter dritter Reihe fällt der Kofferraum klein aus. Sind die hinteren Sitze jedoch umgelegt – was dank der Schlaufen an den Sitzlehnen sehr einfach gelingt –, steht ein Ladevolumen auf dem Niveau eines Kombis der Kompaktklasse zur Verfügung. Über die 547 l beschwere ich mich nicht, denn sie reichen für die meisten Bedürfnisse aus; einige Konkurrenten bieten allerdings bis zu 700 l.

Der Langstreckenwagen

Ein gutes Familienauto muss auch auf langen Strecken überzeugen, und genau das gelingt dem Hyundai Santa Fe sehr ordentlich. Seine Stärken beruhen dabei auf zwei zentralen Punkten: dem Motor-Getriebe-Paket und dem Komfort an Bord.

Der 2.2 CRDi sammelt keine Punkte für seinen Klang, dafür aber für seine Durchzugskraft: Bereits bei 1750 U/min stehen 440 Nm Drehmoment bereit, und mit 200 PS ist er der stärkste Motor im Segment. Angesichts von etwas mehr als 1900 kg sind die Fahrleistungen allerdings eher angemessen als temperamentvoll. Positiv ist, dass der Motor im wirkungsvoll gedämmten Innenraum keine Vibrationen erkennen lässt.

Dazu kommt ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, das nahezu immer die passende Fahrstufe zu kennen scheint. Man lässt es besser selbst arbeiten, als den manuellen Modus zu wählen. Die Schaltwippen sind zu klein, drehen mit dem Lenkrad mit, und der Wählhebel arbeitet erneut in einer Richtung, die mir weniger intuitiv erscheint.

Sein Durst ist nicht besonders gering, aber auch nicht übertrieben. Der Verbrauch lag zwischen 7-8 l/100 km (Mix aus Stadt und Schnellstraßen), bei 90 km/h wurden jedoch auch 5,0 l/100 km erreicht. Auf der Autobahn steigt der Verbrauch auf sieben Liter oder knapp darunter. Am durstigsten zeigte sich der 2.2 CRDi allerdings auf überwiegend städtischen Strecken, wo die Durchschnittswerte deutlich über neun Litern lagen. Bei dieser Größe und Masse sind eben keine Wunder zu erwarten.

Auch beim Fahrkomfort erreicht der Santa Fe in vielerlei Hinsicht ein hohes Niveau. Der Komfort der Passagiersitze wurde bereits erwähnt, und vorn unterscheidet sich der Fahrersitz davon nicht. Lediglich etwas mehr Seitenhalt würde ihm guttun, was sich auf kurvenreichen Straßen bei höherem Tempo bemerkbar macht.

Man sitzt, wie man es in einem SUV dieser Größe erwartet: fast wie am Esstisch. Die Fahrposition ist dennoch gut, auch wenn ich mir einen größeren Verstellbereich des Lenkrads in der Tiefe gewünscht hätte, ohne dass dies wirklich beeinträchtigt.

Erfreulicherweise verfügt der Hyundai Santa Fe über große Fensterflächen und bietet dadurch in alle Richtungen eine gute Sicht – sogar zum Himmel … Habt ihr gesehen, wie groß dieses Panoramadach ist? Die A-Säulen, die angenehm mit Stoff verkleidet sind, stören in Kurven oder an Kreuzungen kaum.

Seine Qualitäten als Langstreckenwagen zeigt der voluminöse Santa Fe auch auf der Autobahn. Dieses SUV ist keineswegs unbeholfen, ganz im Gegenteil. Das passive Fahrwerk ist stärker auf Komfort abgestimmt, dennoch bleibt es selbst bei hohen Reisetempi stabil und überwiegend kultiviert. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit ist das Motorgeräusch weit entfernt, die Windgeräusche halten sich in Grenzen – ohne Panoramadach wäre es vielleicht noch besser –, nur die Abrollgeräusche könnten geringer sein. Liegt es an den 19″-Felgen und den Reifen mit niedrigerem Querschnitt, den größten für den Santa Fe verfügbaren Rädern?

Ein Driver’s Car!?

Am Steuer vermittelt der Hyundai Santa Fe sehr viel Vertrauen, wofür vor allem seine überdurchschnittlich gute Lenkung verantwortlich ist. Das ist eine Eigenschaft, die sich durch alle Hyundai-Modelle und damit auch durch die Kia-Modelle zieht, die ich gefahren bin. Der Albert-Biermann-Effekt ist nicht nur in einem Hot Hatch wie dem i30 N spürbar, sondern sogar in einem großen SUV wie dem Santa Fe.

Die Lenkung arbeitet präzise und rückmeldungsstark, während die Vorderachse den Befehlen zügig folgt, ohne jemals nervös zu wirken. Kommt dazu noch ein kompetentes Fahrwerk, nimmt man sich mit diesem stattlichen SUV gewisse Freiheiten heraus, die man ihm theoretisch nicht zutrauen würde – so groß ist das Vertrauen, das die Lenkung des Santa Fe vermittelt.

Schaltet man die Stabilitätskontrolle ab und aktiviert den Sport-Modus, der sehr gut abgestimmt und keineswegs unangenehm ist, erhalten Gasannahme und Getriebe genau die richtige zusätzliche Dringlichkeit. Kurz darauf nimmt man Kurven in Angriff, als säße man in einem wesentlich kleineren und leichteren Fahrzeug.

Das größte Kompliment, das ich dem Hyundai Santa Fe für sein Fahrverhalten machen kann, gilt der Natürlichkeit seiner Reaktionen und seinem Unterhaltungswert – angesichts seiner Fahrzeugklasse durchaus unerwartet. Neutral, progressiv und berechenbar lässt er sich selbst auf einer anspruchsvollen Bergstraße zügig bewegen, doch es gibt Einschränkungen …

Die komfortable Fahrwerksabstimmung sorgt gelegentlich für etwas Wanken, und schließlich bewegen sich hier mehr als 1900 kg. Die Bremsen greifen kräftig zu, doch bei besonders harten Bremsmanövern ist jedes Kilogramm des Santa Fe spürbar. Es lohnt sich nicht, die „Hot-Hatch“-Gene dieses SUV auszuloten; soll das Tempo jedoch etwas höher als üblich sein, ist der Santa Fe ein sehr guter Begleiter.

Ist der Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi Premium das richtige SUV für mich?

Braucht ihr tatsächlich sieben Sitze, möchtet aber keinen Van kaufen – einige sind noch auf dem Markt – oder, mögen uns die Autogötter beistehen …, ein Nutzfahrzeug? Dann muss der Hyundai Santa Fe auf die Liste möglicher Kandidaten. Er gehört zudem zu den wenigen siebensitzigen SUVs, die bereits durch die Garage von Razão Automóvel gefahren sind und in der dritten Reihe vernünftige Platzverhältnisse bieten.

Hyundais größtes SUV mag optisch nicht das attraktivste sein, doch im „sanften Riesen“ gibt es vieles, das gefällt. Es ist nicht nur geräumig und komfortabel, sondern überzeugt auch mit einer überdurchschnittlichen Verarbeitungsqualität. In der Premium-Version wird man zudem mit angenehmeren Oberflächen aus Materialien wie Leder und sogar Holz verwöhnt. Eine Ausnahme bildet das lederbezogene Lenkrad: Gegen Kunstleder habe ich nichts, doch dieses fühlte sich überhaupt nicht angenehm an und erzeugte zudem ein lautes Geräusch, wenn die Hände darüberglitten.

Im Vergleich mit seinen Rivalen ist der Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi Premium nicht der günstigste, doch die Serienausstattung ist sehr umfangreich. Bei unserem Testwagen war nur die Metallic-Lackierung optional, alles andere, was ihr seht, gehört zur Serie. Derzeit verfügen außerdem nur der Peugeot 5008 und der „Cousin“ Kia Sorento über einen Motor, der hinsichtlich Leistung/Fahrleistungen mit dem Santa Fe konkurrieren und diese mit Zweiradantrieb verbinden kann.

Das ist ein wichtiges Argument, denn mit dem Via-Verde-Gerät kann dieses große SUV dadurch an den Mautstellen in die Klasse 1 eingestuft werden. Die übrigen Rivalen mit vergleichbarer Leistung von 190-200 PS sind mit Allradantrieb gekoppelt, was sie in die Klasse 2 einordnet.

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