„Wie viel bringt das?“ Eine denkbar einfache, ja fast schon grundlegende Frage, die viele von uns als Kinder immer wieder gestellt haben – sie weckt Erinnerungen an diese Zeit. So simpel sie klingt, beschäftigt sie noch heute zahlreiche Ingenieure im Erwachsenenalter.
Selbst in einer zunehmend nüchternen und risikoscheuen Welt gibt es Menschen, die noch mehr Tempo wollen. Dabei handelt es sich nicht um ein sinnloses oder zweckfreies Streben, sondern um den Wunsch, Grenzen zu überwinden, sowie um eine Demonstration von Erfindergeist und technischem Können.
Das ultimative Ziel? Mit einem Serienauto 500 km/h Höchstgeschwindigkeit zu erreichen.
Drei Hypercars haben sich dieser Aufgabe verschrieben – keines davon stammt von der allgegenwärtigen Marke Bugatti. Gemeint sind der SSC Tuatara, der Hennessey Venom F5 und der Koenigsegg Jesko. Es sind drei sehr unterschiedliche Modelle, deren Zielsetzung jedoch nahezu identisch ist: das ultimative Geschwindigkeitserlebnis auf der Straße zu liefern. Anders gesagt: das schnellste Serienauto der Welt zu sein.
SSC Tuatara
Der amerikanische SSC Tuatara wird von einem Biturbo-V8 angetrieben, der mit E85-Ethanol rund 1770 PS (1300 kW oder 1,3 MW) entwickelt. Sein Luftwiderstandsbeiwert (Cₓ) liegt bei lediglich 0,279. Das ist einer der Gründe, warum SSC North America überzeugt ist, dass dieses Modell das schnellste Serienauto der Welt werden kann und sich in diesem „Olymp“ zum Agera gesellt.
Hennessey Venom F5
Die Ambitionen des ebenfalls aus den USA stammenden Hennessey Venom F5, das schnellste Serienauto der Welt zu werden, waren bereits bekannt. Nun steht auch fest, mit welcher Leistung er dieses Vorhaben angehen soll: Der zuvor angekündigte 7.6-V8 mit zwei mächtigen Turboladern wurde kürzlich mit 1842 PS und gewaltigen 1617 Nm vorgestellt!
Diese Werte sollen ausreichen, um die Marke von 300 mph beziehungsweise 482 km/h Höchstgeschwindigkeit sicher zu übertreffen und die angestrebten 500 km/h zu erreichen. Damit würde er zum schnellsten Serienauto der Welt werden – so lautet zumindest das Versprechen der US-Marke. Anders als der Motor des vorherigen Venom GT wurde dieses Aggregat von Hennessey gemeinsam mit Pennzoil und Precision Turbo vollständig neu entwickelt. Das Verdichtungsverhältnis beträgt 9.3:1.
Koenigsegg Jesko
Wie bei seinen Rivalen arbeitet auch im Koenigsegg Jesko ein V8-Motor. Konkret handelt es sich um einen von Koenigsegg entwickelten 5,0-l-V8 mit zwei Turboladern. Laut Hersteller leistet er 1280 PS mit normalem Benzin oder 1600 PS mit E85 (einer Mischung aus 85 % Ethanol und 15 % Benzin) bei 7800 U/min (die Drehzahlgrenze liegt bei 8500 U/min) sowie 1500 Nm maximales Drehmoment bei 5100 U/min.
Der Titel des schnellsten Serienautos der Welt gehört Koenigsegg, und die schwedische Marke will ihn nicht kampflos abgeben. Auf dem kommenden Genfer Autosalon wird sie einen neuen Prototypen namens Mission 500 präsentieren – falls noch Zweifel am Ziel bestanden, erklärt der Name alles. Zur Erinnerung: Bereits 2019 wurde ebenfalls in Genf der Jesko 300 vorgestellt, der für 300 mph oder 482 km/h ausgelegt war und angeblich die Nachfolge des Agera RS antreten sollte.
Christian von Koenigsegg scheint offenbar zu dem Schluss gekommen zu sein, dass dieser Wert nicht mehr genügt. Der Bugatti Chiron Super Sport 300+ war der Erste, der ihn erreichte, auch wenn er offiziell nicht das schnellste Serienauto der Welt ist. Zudem werden die beiden amerikanischen Rivalen alles daransetzen, die schwedische Herrschaft zu beenden.
Schreibt uns eure Meinung. Welches Modell ist euer Favorit in diesem Rennen um den Titel des schnellsten Serienautos der Welt?
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