Frontantrieb in einem Land Rover? Tatsächlich. Der Land Rover Discovery Sport R-Dynamic SD150 FWD – ein langer Name – hilft mit seiner ausschließlich angetriebenen Vorderachse nicht nur dabei, die Emissionen der britischen Marke zu senken. Er ist zugleich eine der günstigsten Möglichkeiten, in das „Land-Rover-Universum“ einzusteigen.
Er war nicht der Erste: Erinnerst du dich an den Freelander eD4? Seit der Freelander nicht mehr angeboten wird, übernimmt der Discovery Sport die Rolle des Einstiegsmodells der britischen Marke.
Doch wie viel „Land-Rover-DNA“ bleibt bei einem Modell übrig, das auf Allradantrieb verzichtet und zudem stärker auf einen sportlichen Auftritt setzt? Zeit für den Land Rover Discovery Sport R-Dynamic SD150 FWD im Test.
Optisch unverkennbar
Äußerlich lässt der Land Rover Discovery Sport seine Herkunft nicht verleugnen. Er wirkt wie eine verkleinerte Ausgabe des größeren Discovery und besitzt sogar einige besonders gelungene Details, etwa die Heckklappe. Damit vermittelt der Discovery Sport überzeugend den Eindruck, auch abseits befestigter Wege zurechtzukommen.
Dazu tragen die ordentliche Bodenfreiheit – obwohl nur die Vorderräder angetrieben werden – und die Reifen bei. Bei dieser Version sehen sie nicht wie schmale „Gummistreifen“ aus, die um überdimensionierte Felgen gespannt wurden.
Daher werden die meisten Menschen, die diesem Discovery Sport begegnen, weiterhin das Gefühl von Abenteuer mit ihm und seinem Besitzer verbinden, das zur DNA der Marke gehört. Sie werden kaum bemerken, dass diese Variante wohl selten mehr als einen Bordstein erklimmen wird.
Der Land Rover Discovery Sport als Familienauto
Wie das Exterieur verrät auch der Innenraum des Discovery Sport sofort seine britische Abstammung. Das vertraute Design folgt der Stilrichtung, die die Marke aus Solihull auch bei anderen Modellen verwendet.
Im Innenraum empfangen einen hochwertige Materialien, auch wenn die Verarbeitungsqualität noch nicht ganz das Niveau der Klassenbesten erreicht und Verbesserungspotenzial erkennen lässt.
Mit seinen geradlinigen Formen und der gelungenen Anordnung der Bedienelemente verbindet der Discovery Sport Moderne und Funktionalität auf interessante Weise. Dazu trägt vor allem bei, dass einige physische Schalter durch Touch-Tasten ersetzt wurden.
Ganz ohne Kritik bleibt er jedoch nicht: Speziell bei dieser Ausführung mit Handschaltung aktiviert man beim Einlegen des dritten oder fünften Gangs gelegentlich versehentlich den „Eco“-Modus. Auch die unterschiedlichen Funktionen der beiden Drehregler verlangen etwas Eingewöhnung, je nachdem, ob man die kleine Taste rechts oder links betätigt.
Beim Platzangebot wird der Land Rover Discovery Sport seinem Familienanspruch vollauf gerecht. Er bietet nicht nur sieben Sitze, sondern auch Raumverhältnisse, um die ihn einige der letzten Großraumlimousinen beneiden könnten.
Dank der verschiebbaren Rücksitze lässt sich entweder mehr Beinfreiheit für die dritte oder die zweite Sitzreihe schaffen oder das Kofferraumvolumen erhöhen, das bei fünf Sitzplätzen bis zu 840 Liter erreicht. Unabhängig von der Stellung der Rücksitze herrscht jedoch stets reichlich Platz, und man reist luftiger als etwa im Skoda Kodiaq oder SEAT Tarraco.
Sport? Eher nicht
Die offizielle Bezeichnung trägt zwar den Zusatz Sport und die Ausstattungslinie R-Dynamic verleiht ihm einen dynamischeren Look. Hinter dem Lenkrad des günstigsten Land Rover fällt jedoch vor allem der hohe Fahrkomfort auf.
Sein Fahrverhalten ist vorhersehbar und sicher. Zwar hält die Federung die Karosseriebewegungen gut in Schach und die Lenkung bietet ein angenehmes Gewicht, doch bei engagierter Fahrweise erinnert der Discovery Sport daran, dass er fast zwei Tonnen wiegt und Reifen mit hohem Querschnitt trägt, die eher Komfort als Kurvenfahrt bevorzugen.
Diese stärkere Komfortorientierung passt letztlich zur DNA der britischen Marke und harmoniert ausgezeichnet mit den familienfreundlichen und langstreckentauglichen Qualitäten des Land Rover Discovery Sport.
Sobald der Asphalt endet, verleugnet der Discovery Sport seine Land-Rover-Herkunft wiederum nicht. Selbst auf der holprigsten Schotterpiste bleibt er komfortabel, sodass man es bedauert, weder Allradantrieb noch das Terrain-Response-2-System zu haben, um sein gesamtes Potenzial auszuschöpfen.
Mit Ruhe kommt man weit
Wie sein Fahrverhalten bemüht sich auch der 2,0-l-Diesel mit 150 PS kaum darum, dem Zusatz „Sport“ gerecht zu werden. Er bevorzugt ein entspanntes Tempo und lange Autobahnfahrten – genau dort ist dieser Discovery Sport dank sieben Sitzen und Frontantrieb Klasse 1!
Oberhalb von 1750 U/min, wenn seine 380 Nm Drehmoment verfügbar werden, zieht er gleichmäßig durch. Darunter muss man den Sechsgang-Handschalter häufig nutzen. Seine auf niedrigen Verbrauch ausgelegte Abstufung ist angenehm, ohne Maßstäbe zu setzen; die Schaltung des Mazda CX-5 gefällt in dieser Hinsicht besser.
Apropos Verbrauch: In seinem „natürlichen Lebensraum“, auf Landstraßen und Autobahnen, benötigt der Land Rover Discovery Sport etwa 5,5–6 l/100 km. Mit sehr zurückhaltender Fahrweise waren 4,2 l/100 km möglich, allerdings nur im „Greta-Thunberg“-Modus. Im Stadtverkehr sind dagegen 7–8 l/100 km üblich.
Ist er das richtige Auto für mich?
Hätte vor 15 Jahren jemand behauptet, es werde ein Land Rover mit dem Namen Discovery geben, der nur Frontantrieb besitzt, wäre diese Person wohl schnell für verrückt erklärt worden.
Doch die Zeiten und die Marktanforderungen ändern sich. Der Land Rover Discovery Sport R-Dynamic SD150 FWD transportiert die DNA der Marke überzeugend, ohne auf jene Geländefähigkeiten angewiesen zu sein, die sie berühmt gemacht haben.
Im Grunde ist es wie bei Fruchtsaftkonzentrat. Nein, es schmeckt nicht genau wie frisch gepresster Saft, bietet aber einen guten Kompromiss aus Preis und Geschmack – und genau das liefert dieser Discovery Sport R-Dynamic SD150 FWD.
Wer einen komfortablen, ausreichend sparsamen SUV mit sieben Sitzen und markantem Auftritt sucht, für den kann der Land Rover Discovery Sport R-Dynamic SD150 FWD genau die richtige Wahl sein. Nur die Instinkte eines Indiana Jones oder eines angehenden Siegers der berühmten Camel Trophy sollte man besser zügeln.
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