Nachdem Audi im Mai das Projekt Artemis (Artemis Project) vorgestellt hat, verdichten sich die Hinweise darauf, dass daraus frühestens 2024 eine elektrische Luxuslimousine hervorgehen könnte.
Laut Informationen von Autocar könnte das neue Mitglied der e-tron-Familie den Namen A9 e-tron tragen. Es wäre im selben Segment wie der A8 angesiedelt, würde jedoch als fünftürige Limousine mit Fastback-Silhouette auftreten – ähnlich wie der Audi A7 Sportback.
Die elektrische Luxuslimousine würde damit zum direkten Wettbewerber des neuen Mercedes-Benz EQS sowie des neuen Jaguar XJ, der ebenfalls ausschließlich elektrisch angeboten werden soll.
Audi A9 e-tron als elektrisches Spitzenmodell
Die Entwicklung des intern E6 genannten Projekts befindet sich noch in einer frühen Phase. Sein Anspruch ist jedoch, zum elektrischen Flaggschiff nicht nur von Audi, sondern des gesamten Volkswagen-Konzerns zu werden.
Über das neue Modell ist bislang nur wenig bekannt. Aufgrund seiner Positionierung gilt es jedoch als sehr wahrscheinlich, dass es auf der künftigen Elektroplattform PPE basiert, die Audi gemeinsam mit Porsche entwickelt. Ihr Debüt soll im kommenden Jahr mit dem neuen elektrischen Macan erfolgen; anschließend wird sie auch als Grundlage für weitere Elektroautos des deutschen Konzerns dienen.
Die J1-Architektur, die beim Taycan und künftig beim Audi e-tron GT eingesetzt wird, soll offenbar auf diese beiden Modelle beschränkt bleiben. Ihren Platz übernimmt die PPE, während sich die MBE auf die Entwicklung erschwinglicherer Elektrofahrzeuge konzentrieren wird.
Projekt Artemis: Was steckt dahinter?
Beim Projekt Artemis handelt es sich im Kern um eine Arbeitsgruppe, die die Entwicklung neuer Modelle mit besonders hohem Technologieanteil beschleunigen soll – gewissermaßen eine Skunk-Works-Einheit.
Dieses Team kann nicht nur auf die interne Entwicklungsabteilung zugreifen, sondern auch auf Mitarbeiter aus den Entwicklungsteams des übrigen deutschen Konzerns, darunter Ingenieure und Software-Spezialisten. Damit sollen, wie Audi-CEO Markus Duesmann erklärt, „die Entwicklung von Technologien für Elektrofahrzeuge und hochautomatisiertes Fahren beschleunigt und entbürokratisiert“ werden.
Der Audi-Chef erwartet, dass sich die Ergebnisse des Projekts Artemis auf die Entwicklung sämtlicher künftiger Modelle der Marke mit den vier Ringen übertragen lassen.
Angesichts der Agilität von Automobil-Start-ups, die nicht mit großen Konzernen und deren komplexen bürokratischen Strukturen umgehen müssen, soll diese Arbeitsgruppe Audi auch in diesem Bereich wettbewerbsfähig machen.
Alex Hitzinger leitet die Artemis-Arbeitsgruppe
Es überrascht daher nicht, dass Markus Duesmann Alex Hitzinger mit der Leitung dieser Arbeitsgruppe betraut hat. Derzeit verantwortet er die Entwicklung des autonomen Fahrens im Volkswagen-Konzern. Vor allem sein Hintergrund im Motorsport macht ihn jedoch zur passenden Besetzung für diese Aufgabe: Dort herrscht hoher Druck, der schnelle Entwicklungsfortschritte erfordert.
Er leitete die Entwicklung des siegreichen Porsche 919 LMP1 und war zuvor bei Red Bull Racing in der Formel 1 tätig. Darüber hinaus gehörte er interessanterweise auch zum Entwicklungsteam von Titan, dem inzwischen eingestellten Elektroauto-Projekt von Apple.
Neue Elektro- und Automatisierungstechnik
Die praktische Umsetzung des Projekts Artemis soll in der Präsentation dieser neuen elektrischen Luxuslimousine münden – Gerüchten zufolge laufen parallel weitere Vorhaben. Das Modell könnte nicht nur neue Elektrotechnik einführen, sondern auch ein System für „hochautomatisiertes“ Fahren.
Zum Aufgabenbereich des Teams gehört außerdem die „Entwicklung eines umfassenden Ökosystems rund um das Auto selbst, das zu einem neuen Geschäftsmodell für die gesamte Nutzungsphase des Fahrzeugs führt“.
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