Einige findige Autofahrer kommen deutlich günstiger davon.
Das ist gelebter Einfallsreichtum: Während die Kraftstoffpreise in ganz Frankreich massiv steigen, haben manche Fahrzeughalter einen Weg gefunden, weniger zu bezahlen. Die Methode ist keineswegs neu und betrifft vor allem Menschen, die nahe der spanischen Grenze wohnen.
In Spanien tanken und beim Kraftstoff sparen
Viele von ihnen fahren inzwischen regelmäßig über die Grenze, um ihren Tank zu füllen. France 3 Occitanie berichtete kürzlich über einen Einwohner von Perpignan, der erklärte, dass sich die Preisunterschiede trotz der Fahrt lohnten:
„1,99 € in Perpignan gegenüber 1,73 € hier – das lohnt sich. Ich tanke voll, erledige anschließend meine Einkäufe in Le Perthus und fahre dann wieder nach Hause!“
Ein weiterer Autofahrer äußerte sich ähnlich: „In Argelès-sur-Mer kostet Diesel 2,14 €. Hier liegt der Preis bei 1,95 €. Das sind 20 Cent Unterschied, also lohnt es sich durchaus.“ Nach diesem Bericht und angesichts der weiter steigenden Preise meldeten Kunden sogar Differenzen von bis zu 45 Cent.
Verbände kritisieren die Kraftstoffbesteuerung
Während auf eine Entspannung der Lage gewartet wird, lässt der Unmut der Autofahrerverbände nicht nach. In einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme prangern die FNA, der Berufsverband der selbstständigen Unternehmer im Kfz-Gewerbe, und der Verband „40 Millionen Autofahrer“ die Besteuerung von Kraftstoffen an:
„Diese untragbaren Preise zeigen, dass der Staat der einzige große Gewinner einer maßlosen Besteuerung bleibt – zulasten Tausender Nutzer und Händler, die zu den großen ‚Unsichtbaren‘ der nationalen Politik geworden sind.“
Europäische Länder reagieren auf die Krise
Die spanische Regierung hat einen Plan im Umfang von 5 Milliarden Euro beschlossen, um der Energiekrise zu begegnen. Dieser sieht unter anderem eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe vor, wodurch Verbraucher einen Nachlass von bis zu 30 Cent je Liter erhalten sollen.
Auch die schwedische Regierung plant, Steuern vorübergehend zu senken. Dadurch soll sich die Rechnung für Kunden um etwa 9 Cent pro Liter verringern. In Portugal wurde ein Mechanismus eingeführt, der die Kraftstoffsteuern anpasst, sobald der Preisanstieg mehr als 10 Cent pro Liter beträgt. Italien will seine Abgaben ebenfalls verändern, um an der Zapfsäule eine Entlastung von rund 25 Cent zu gewährleisten.
In Frankreich steht eine Steuersenkung oder die Ausgabe von Energiechecks an sämtliche Privathaushalte – wie früher – derzeit dagegen nicht zur Debatte. Die Regierung setzt auf gezielte Maßnahmen, die besonders betroffene Branchen, vor allem den Transportsektor, unterstützen sollen.
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