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Honda Civic Type R im Alltag als Familienauto

Weißer Honda Type R mit schwarzem Spoiler in einem hellen Showroom mit Kinderwagen im Hintergrund

Die dynamischen Fähigkeiten des Honda Civic Type R dürften inzwischen allgemein bekannt sein. Es ist kein Geheimnis, dass nur wenige Fronttriebler – eigentlich fällt mir nur einer ein – so schnell sind wie der Civic Type R.

Trotzdem habe ich etwas getan, das wohl nur wenige getan haben – oder zumindest nicht darüber geschrieben haben: Eine Woche lang lebte ich mit dem Honda Civic Type R, als wären die 50 Liter Benzin im Tank die letzten auf der Erde.

Ich behandelte ihn dabei nicht wie einen Type R, sondern wie einen Type … F, für Familie. Ist mir das gelungen? Ich habe es versucht, doch der Wagen hat sich dabei besser geschlagen als ich.

Mit dem Honda Civic Type F unterwegs

So sehr ich Klassiker auch mag – und das wisst ihr –, gegen ein modernes Auto kommen sie kaum an. Ferdinand Porsche sagte einst über den Porsche 911: „Der Beste ist immer der Letzte.“ Das könnte durchaus als allgemeingültige Regel für die Automobilindustrie gelten.

Bei Hot Hatches verhält es sich genauso. Auch wenn wir frühere Generationen zu Recht weiterhin schätzen, ist die aktuelle Generation stets besser. Beim Honda Civic Type R ist er nicht lediglich der bessere Sportwagen, sondern in jeder Hinsicht besser – sogar in Bereichen, in denen man es nicht erwarten würde.

Falls ihr einen Honda Civic Type R kaufen möchtet und das in der Familie für Diskussionen sorgt, zeigt diesen Artikel eurer besseren Hälfte. Diesen Abschnitt würde ich am liebsten in größerer Schrift setzen, damit die Botschaft wirklich klar wird:

Überraschenderweise ist der Honda Civic Type R ein ausgesprochen kompetentes Familienauto.

Komfort im Honda Civic Type R

Dank seiner elektronisch geregelten Dämpfer lässt sich der Civic Type R auf langen Strecken sehr komfortabel bewegen. Im Comfort-Modus fährt er sich wie ein „normales“ Auto; doch sobald der Modus „R+“ aktiviert wird, wisst ihr, was passiert …

Verbrauch und Kofferraum für die Familie

Bleibt man zurückhaltend, sind auch die Verbrauchswerte keineswegs beängstigend. Auf zwei Fahrten über jeweils 130 km, bei denen ich meinen rechten Fuß durchaus forderte, erzielte ich einen Wert, mit dem ich nicht gerechnet hatte: 7,6 l/100 km. Ich fuhr nicht übervorsichtig, hielt mich lediglich konsequent an die Tempolimits und startete an Ampeln sowie Mautstellen nicht, als hinge mein Leben davon ab. So einfach ist es.

Hinzu kommt das Kofferraumvolumen von 420 l. Besteht die Familie aus höchstens zwei Kindern, reicht das für 99 % aller Familienfahrten mehr als aus. Wie bereits erwähnt: Er fühlt sich nicht wie ein Type R an, sondern wie ein Type F.

Das Fleisch ist schwach. Der Honda Civic Type R nicht

Wer den Honda Civic Type R als Familienwagen kaufen will, wird feststellen, dass er sämtliche Anforderungen erfüllt. Wir selbst werden dagegen die Schwachstelle sein.

Das Fleisch ist schwach. Und am Steuer des Honda Civic Type R scheint allein das rechte Bein stärker zu werden. Ganz gleich, wie sehr wir uns dagegen wehren: Es wird passieren.

Die Straße ist frei, die Ampel springt auf Grün und wir … nun ja, wir fahren los, als gäbe es kein Morgen – das Jahr 2020 will uns schließlich glauben machen, dass es tatsächlich keines geben wird. Den weiteren Verlauf kennt ihr bereits. Erst einige Kilometer später entspannt sich unser Körper wieder: nach jener Kurve, nach jener Geraden, nach jener Apotheose, die nur ein echter Sportwagen bieten kann.

Die Warnung ist damit ausgesprochen: Der Honda Civic Type R kann familiäre Verpflichtungen mühelos erfüllen. Wenn ihr allerdings glaubt, nicht über die Stränge zu schlagen – selbst wenn ihr es eurer besseren Hälfte versprochen habt –, wird es trotzdem geschehen. Und das ist auch gut so. Genau dafür habt ihr ihn gekauft.

Zum Glück muss man ihn inzwischen nicht mehr nur deshalb wählen. Der Honda Civic Type R ist nämlich ein Auto, das beim Fahren Freude bereitet – ob schnell auf der Suche nach der Haftungsgrenze oder entspannt mit geöffnetem Fenster.

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