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Bentley Torcal: Erstes Elektroauto startet eine neue Ära

Grünes Bentley Torcal EV Elektroauto im Showroom mit glänzendem Marmorboden und moderner Einrichtung.

Lange Zeit schien die Zukunft von Bentley festzustehen: Zunächst sollten Hybride kommen, danach Elektroautos – und ab 2030 sollten Verbrennungsmotoren vollständig verschwinden.

Inzwischen wurde diese Planung jedoch angepasst. Der Abschied vom Verbrenner ist auf 2035 verschoben worden, wobei Bentley bereits eingeräumt hat, dass auch dieses Ziel weiter nach hinten rücken könnte. Schließlich bleibt die Nachfrage nach Plug-in-Hybriden hoch.

Das bedeutet keineswegs, dass die Marke elektrische Modelle aufgibt. Am 23. September wird der Torcal vorgestellt, Bentleys erstes vollelektrisches Fahrzeug und das Modell, das eine neue Ära für die Marke aus Crewe einläuten soll.

Der Bentley Torcal begründet eine neue Modellfamilie

Lange war er lediglich unter der Bezeichnung „Luxus-Urban-SUV“ bekannt, nun hat der Torcal sowohl einen Namen als auch einen Präsentationstermin. Seine Premiere findet in London statt. Er wird Bentleys vierte Modellfamilie neben Continental GT, Flying Spur und Bentayga.

Mit einer Länge von unter fünf Metern wurde der Torcal in Crewe entworfen und entwickelt; auch die Fertigung erfolgt dort. Als Ersatz für den Bentayga ist er nicht vorgesehen: Stattdessen erweitert er das Angebot und begründet ein neues Segment der „Luxus-Urban-SUVs“.

Die technischen Daten werden weiterhin bis September unter Verschluss gehalten. Fest steht jedoch bereits, dass sich unter der Karosserie eine weiterentwickelte PPE-Plattform befindet, die der Torcal mit dem Porsche Cayenne Electric teilt. Ein Versprechen ist allerdings schon bestätigt: In weniger als sieben Minuten sollen rund 160 km Reichweite nachgeladen werden können.

Ein Elektroauto mit Bentley-DNA

In den vergangenen Wochen hat Bentley Einzelheiten nur schrittweise veröffentlicht. Offenbar soll damit verdeutlicht werden, dass der Wechsel zum Elektroantrieb nicht bedeutet, die typischen Merkmale der Marke aufzugeben.

Der Torcal greift das bekannte Rautenmuster in einem neuen „schwebenden“ Kühlergrill auf. Selbst die Grafiken der Bildschirme entstanden auf Grundlage von handgeschnittenen Kristallstücken des britischen Herstellers Cumbria Crystal.

Im Innenraum kommen außerdem bislang nicht verwendete Materialien zum Einsatz. Dazu zählen Merinowolle, neue Holz- und Recyclingpapieroberflächen sowie von klassischen Bentley-Modellen inspiriertes Sunburst-Aluminium.

Elektrisch, aber ohne festes Enddatum

Gerade an diesem Punkt hat sich die Strategie Beyond100+ besonders stark verändert. 2020 plante Bentley, ab 2030 ausschließlich Elektroautos zu verkaufen. 2024 wurde dieses Vorhaben auf 2035 verschoben. Nun gilt auch dieser Termin nicht mehr als endgültig.

Plug-in-Hybride sollen mindestens bis 2035 im Programm bleiben. Darüber hinaus hält Bentley die Möglichkeit offen, einzelne Modelle mit reinem Verbrennungsmotor anzubieten – sofern die Nachfrage dafür vorhanden ist.

Das aktuelle Modellangebot verdeutlicht diese Anpassungsfähigkeit. Continental GT S, GTC S und Flying Spur S verbinden einen Biturbo-V8 mit einem Elektromotor und leisten 680 PS.

Der Continental GT Supersports verfolgt dagegen den entgegengesetzten Ansatz: Er verzichtet vollständig auf Elektrifizierung, nutzt ausschließlich den Biturbo-V8 und bringt es auf 666 PS. Die Produktion ist auf 500 Exemplare begrenzt, die bereits sämtlich verkauft sind.

Der erste von vielen, aber ohne Eile

Der Torcal soll 2027 zu den ersten Kunden kommen und im umfassend modernisierten Werk in Crewe gebaut werden.

Eine unmittelbare Flut weiterer Elektroautos ist dennoch nicht zu erwarten. Der ursprünglich für Beyond100+ vorgesehene Zeitplan wurde bereits überarbeitet, und Bentley möchte den Übergang nun an die Nachfrage in den jeweiligen Märkten anpassen.

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