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CUPRA Formentor VZ Extreme im Test: der ausgewogenste VZ

Sportliches graues SUV Cupra VZ Extreme mit LED-Scheinwerfern und schwarzen Felgen in beleuchteter Ausstellungshalle.

Der CUPRA Formentor VZ Extreme ist weder die teuerste noch die stärkste Variante, könnte aber der ausgewogenste VZ im Programm sein.


Der CUPRA Formentor zählt zu den wichtigsten Modellen der jungen spanischen Marke. Er ist nicht nur das meistverkaufte Fahrzeug des Herstellers, sondern auch das erste eigenständig von Grund auf als CUPRA entwickelte Modell – und nicht lediglich ein SEAT mit anderem Emblem und eigenständigerem Auftritt.

Seit seiner Markteinführung im Jahr 2020 wird der spanische Crossover mit Benzin-, Diesel- und Plug-in-Hybridantrieben angeboten. Bei einem CUPRA wecken allerdings vor allem die leistungsstärkeren Versionen Begehrlichkeiten. Genau eine davon durfte ich einige Tage lang fahren.

Dabei handelt es sich nicht um den Formentor VZ5, der vom ikonischen Fünfzylinder des Audi RS 3 angetrieben wird. Unter den markanten, sportlichen Karosserielinien des Testwagens arbeiten stattdessen dieselben Zutaten wie im Volkswagen Golf R – einem der kompetentesten Hot Hatches auf dem Markt.

Entscheidend ist daher, ob sie ausreichen, um den exklusiveren CUPRA Formentor VZ5 vergessen zu lassen. Dieser bringt einen zusätzlichen Zylinder und 57 PS mehr mit, kostet aber auch 20.000 Euro mehr. Oder ob das Gesamtpaket letztlich nicht überzeugend genug ist.

Noch sportlicherer CUPRA Formentor

Bevor diese Frage beantwortet wird, lohnt sich ein Blick auf die Neuerungen. Der CUPRA Formentor wurde erst kürzlich überarbeitet und erhielt dabei einige wichtige Änderungen.

Am deutlichsten fallen sie an der Front aus. Der Formentor trägt nun eine neue „Haifischnase“ und die aktuelle Lichtsignatur der Marke mit drei Dreiecken. Zudem wanderte das Logo vom Kühlergrill auf die Motorhaube.

Da es sich hier um eine der besonders „scharfen“ Formentor-Versionen handelt, stechen noch weitere Details hervor.

In der Seitenansicht verrät die groß dimensionierte Bremsanlage sofort den höheren dynamischen Anspruch dieser Ausführung. Am Heck sitzen vier Endrohre, die beim Testfahrzeug von Akrapovic stammen und dem VZ Extreme einen noch spannenderen Klang verleihen.

Dezentere Änderungen im Innenraum

Im Cockpit stehen neue Materialien zur Auswahl. Während das digitale Kombiinstrument weiterhin 10,25 Zoll misst, wuchs der zentrale Bildschirm auf 12,9 Zoll.

Über ihn lassen sich nahezu alle Funktionen des Formentor bedienen, einschließlich der Klimatisierung. Dieses Konzept gehört zwar nicht zu meinen Favoriten, ist dank der gut ablesbaren Grafiken und einer individuell belegbaren Schnellzugriffsleiste für häufig genutzte Funktionen aber durchaus alltagstauglich.

Exklusiv für den VZ Extreme sind die Schalensitze. Sie sind nicht nur verhältnismäßig bequem – deutlich bequemer, als ich erwartet hatte –, sondern bieten auch hervorragenden Seitenhalt. Das macht sich besonders bemerkbar, wenn das Tempo steigt.

Außerdem verfügen sie über zahlreiche elektrische Einstellmöglichkeiten sowie beim getesteten Fahrzeug über Memory- und Heizfunktion. Auch das Lenkrad lässt sich beheizen, ein angenehmes Extra an kalten Tagen.

Mehr als reine Zahlen

Auf der Straße zeigt der Formentor VZ Extreme erwartungsgemäß, wofür er gebaut wurde. Schon auf den ersten Metern wirkt er straffer, spontaner und … nervöser.

Selbst im Fahrmodus Comfort, der ruhigsten Einstellung, kann dieser CUPRA seine Herkunft nicht vollständig verbergen. Für den Alltag bleibt er dennoch ausreichend kultiviert: Das adaptive Fahrwerk mit 15 Einstellstufen filtert Unebenheiten im Asphalt so weit wie möglich heraus.

Trotzdem wird er niemals ein komfortables Auto im klassischen Sinn sein. Das Fahrgefühl bleibt stets straff und erinnert permanent daran, dass mehr als 300 PS jederzeit bereitstehen.

In der weichsten Fahrwerksstellung bewegt sich die Karosserie etwas stärker als erwartet, dramatisch ist das jedoch nicht. Der Formentor erweist sich weiterhin als guter Langstreckenwagen, und die Schalensitze blieben selbst nach mehreren hundert Autobahnkilometern bequem.

Kurven als natürlicher Lebensraum

Da dieses Modell zu einem engagierteren Fahrstil einlädt, fühlt es sich auf kurvenreichen Straßen besonders wohl.

In einer Zeit, in der Elektroautos hohe Leistungen demokratisiert haben und Werte bieten, die früher Supersportwagen vorbehalten waren, beeindrucken die 333 PS und 420 Nm Drehmoment des CUPRA Formentor VZ Extreme auf dem Papier nicht mehr unbedingt. In der Praxis sind sie jedoch mehr als ausreichend.

In den Fahrmodi Performance und CUPRA reagiert er unmittelbar auf Eingaben, beinahe süchtig machend. Beim Herausbeschleunigen aus jeder Kurve steht stets mehr Schub bereit, als man erwartet – und genau das macht jede Beschleunigung zu einem kleinen Ereignis.

Die Lenkung ist präzise und direkt, ohne übermäßig schwer zu wirken, und vermittelt ein gutes Gefühl für das Geschehen an der Vorderachse. Zusammen mit dem meist entschlossen agierenden Siebengang-DSG wird es erstaunlich einfach, diesen Formentor mit „dem Messer zwischen den Zähnen“ zu bewegen.

Für mich steht dennoch das 4Drive-System im Mittelpunkt, insbesondere die Drehmomentverteilung an der Hinterachse. Die variable Kraftverteilung zwischen den beiden Hinterrädern hilft dabei, den Formentor in die Kurve zu bringen, und verleiht ihm eine Agilität, die man von einem Crossover kaum erwarten würde.

Hinzu kommt ein Drift-Modus, der die Traktionsregelung verändert und ein stärker übersteuerndes Fahrverhalten ermöglicht. Das wird kaum täglich zum Einsatz kommen, sagt aber viel über die Ambitionen dieses Formentor aus.

Und dann ist da noch der Klang. In diesen Fahrmodi wird die Akrapovic-Abgasanlage präsenter: Die Klappen öffnen, der Ton wird höher, und beim Gaswegnehmen sind die „Popcorn“-Geräusche hörbar – jedoch stets kontrolliert. Schließlich gibt es heute für alles Vorschriften, selbst für den Sound.

Hier hebt er sich von Elektroautos ab. Diese mögen schneller und effizienter sein, können diese Mischung aus Klang, mechanischer Reaktion und Interaktion aber nicht nachbilden. Im Formentor bleibt all das Teil des Fahrerlebnisses.

Muss man über den Verbrauch sprechen?

Beim Verbrauch dürfte er kaum im Mittelpunkt dieses Tests stehen. Nach mehr als 700 Kilometern am Steuer des Testwagens und ohne große Bemühungen, Kraftstoff zu sparen, lag der Durchschnitt bei 10 l/100 km. Mit zurückhaltenderer Fahrweise sind 8 l/100 km möglich.

Das ist nicht vorbildlich, besonders angesichts der aktuellen Kraftstoffpreise. Allerdings wird sich kaum jemand für einen Formentor VZ Extreme entscheiden, wenn niedriger Verbrauch oberste Priorität hat.

Was bleibt also festzuhalten?

Dieser CUPRA Formentor VZ Extreme lässt den „exotischeren“ und exklusiveren VZ5 zwar nicht vergessen, rückt ihm aber deutlich näher, als es der Leistungsunterschied vermuten lässt. Er kostet rund 20.000 Euro weniger und bietet weiterhin sehr starke Fahrleistungen, unbestreitbare Effizienz sowie genug Fahrspaß, um das VZ im Namen zu rechtfertigen.

Wer eine Art Volkswagen Golf R mit „hochgekrempelten Hosenbeinen“, aber mehr Platz sucht, findet hier vermutlich die ausgewogenste Wahl der Baureihe.

Bei Preisen ab 67.922 Euro bietet dieses Modell eine umfangreiche Serienausstattung. Beim getesteten Fahrzeug waren die Akrapovic-Abgasanlage und die Mattlackierung die einzigen Optionen; sie erhöhten den Preis auf rund 77.000 Euro.

Technische Daten

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