Dieser Preis würdigt einen echten Fortschritt in der Automobiltechnik – eine Lösung, die das Nutzungserlebnis spürbar verbessert. Er richtet sich an alle, die schon einmal versucht haben, ein nasses Ladekabel mühsam aufzurollen, oder ihr Auto wenige Zentimeter zu weit von der Steckdose entfernt abgestellt haben: ausgezeichnet wird Porsches neues kabelloses Ladesystem, das für den neuen Cayenne Electric optional erhältlich ist.
Ich konnte das System selbst ausprobieren, und es hat meine Erwartungen erfüllt. Wichtig dabei: Es handelt sich nicht um eine kleine induktive Ladelösung für die Hybridbatterie, sondern um ein kabelloses Ladegerät für das gesamte Fahrzeug. Der Akku des neuen Cayenne ist mit 113 kWh alles andere als klein. Natürlich lässt sich das Elektroauto über die NACS- oder CCS-Anschlüsse auf beiden Fahrzeugseiten schnellladen – doch sein E-Auto tatsächlich noch anzustecken, ist so 2024.
Porsche kabelloses Ladesystem: Einparken leicht gemacht
Die Bedienung könnte kaum unkomplizierter sein: Sobald man in die Garage fährt und sich die Bodenplatte ausreichend nähert, aktiviert ein Ultra-Wideband-Signal die Kamera. Auf dem Display erscheinen spezielle Grafiken, die dabei helfen, langsam vorzufahren und das Fahrzeug korrekt auszurichten. Blaue Linien an den Außenseiten zeigen die Richtung der Reifen an, während grüne Linien die äußeren Begrenzungen der Ladespule markieren.
Kurz bevor das Auto über die Ladeplatte fährt, wechselt die Anzeige in eine Draufsicht. Es erinnert an ein angenehm schlichtes Videospiel: Im Grunde muss man nur den Ball im Korb versenken. Fahrzeug ausrichten, anhalten, den Wählhebel auf Parken stellen – und der Ladevorgang beginnt. Die Leistung steigt dabei bis auf 11 kW, was angesichts des weiterhin vorhandenen Abstands zwischen Fahrzeug und Bodenplatte durchaus erstaunlich ist.
Sicheres induktives Laden im Cayenne Electric
Apropos Abstand: Sensoren rund um die Ladeplatte und unter dem Auto erkennen, wenn etwas dazwischen gerät – etwa eine vom Wind herangewehte Plastiktüte oder ein verschlafenes Haustier auf der Suche nach einem warmen Platz. In diesem Fall wird der Ladevorgang sofort unterbrochen. Eine Katastrophe mit einer gebratenen Katze bleibt also aus. Sobald das Objekt entfernt wird, setzt das Laden automatisch wieder ein. Bleibt es liegen, informiert die Porsche-App auf dem Smartphone per Benachrichtigung.
Ehrlich gesagt hatte ich mit anfänglichen Problemen und umständlichen Bedienoberflächen gerechnet, die den Komfort des kabellosen Ladens vollständig zunichtemachen würden. Stattdessen funktionierte alles ausgesprochen gut. Fast schon unspektakulär – aber genau das ist der Sinn der Sache. Man soll einfach in die Garage fahren, nicht weiter darüber nachdenken, weder Kabel noch Adapter in die Hand nehmen müssen, parken und weggehen.
Nein, das System lädt weder so schnell noch so effizient wie ein Kabel. Doch wenn das Auto ohnehin über Nacht geladen wird: Spielt das wirklich eine Rolle? Mit rund 8.000 US-Dollar ist die Option teuer, allerdings gilt das auch für das bislang einzige Fahrzeug, mit dem sie funktioniert. Abgesehen vom Preis ist dies die ideale Luxus-Elektroauto-Lösung – und Porsches Wettbewerber werden diesem Beispiel vermutlich bald folgen.
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