Der Ford Fiesta wurde kürzlich überarbeitet – wenn auch nur sehr behutsam. Dennoch bietet jede Gelegenheit einen guten Grund, einen der interessantesten Kleinwagen seines Segments zu fahren.
Er hat Stärken und Schwächen. Beginnen wir jedoch mit seiner grössten Qualität: den dynamischen Fahreigenschaften.
Überragende Dynamik
Der Ford Fiesta ST Line besitzt eines der besten Fahrwerke in diesem Segment. Seine Qualitäten beschränken sich dabei nicht auf die reine Fahrdynamik: Selbst auf schlechtem Belag weiss der Kleinwagen von Ford zu überraschen. Ein paar Vergleiche verdeutlichen das.
Bei der Dynamik kann ihm eigentlich nur der SEAT Ibiza FR Paroli bieten. Beim Komfort liegen dagegen der Peugeot 208 und der Citroën C3 vorn – zwei ausgezeichnete Vertreter der französischen Schule, wobei Letzterer zu den günstigsten Modellen des Segments zählt.
Der Volkswagen Polo, die unumgängliche Referenz dieser Klasse, muss sich in diesem Punkt ordentlich anstrengen, um mit dem Fiesta mitzuhalten – die Stärken des deutschen Modells liegen an anderer Stelle. Der Renault Clio wiederum hat dynamisch keine überzeugenden Antworten.
Man könnte diese Vergleichsliste noch weiterführen, doch die Richtung dürfte klar sein …
Wenn Fahrspass zum besten Preis zählt, ist das Rezept von Ford nahezu unschlagbar.
Die Lenkung arbeitet intuitiv, das Fahrwerk reagiert auf sämtliche Anforderungen hervorragend, und die Aufhängung ist so abgestimmt, dass sie vielen echten Sportmodellen zur Ehre gereichen würde. In dieser Disziplin versteht der Ford Fiesta ST Line keinen Spass.
Ecoboost-Motor überzeugt weiterhin
Jemand sagte einmal: „Zum Tango gehören zwei.“ Von Gesellschaftstänzen verstehe ich nichts, doch für diesen Kleinwagen scheint mir das der passende Vergleich zu sein.
Das Zusammenspiel aus Fahrwerk und Aufhängung des Ford Fiesta ST Line findet im 1.0 Ecoboost einen ausgezeichneten Partner.
Dieser Dreizylindermotor bietet die 125 PS mit dem meisten Temperament, der grössten Sparsamkeit und dem stärksten Durchzug im Segment.
Wenn dieser 1,0-Liter-Turbo-Dreizylinder mit Mild-Hybrid-Technik bereits im Ford Puma und Focus überzeugt, gelingt ihm das im Fiesta erst recht. Ein Blick auf die von der Marke genannten Werte lohnt sich – auch wenn sie längst nicht die ganze Geschichte erzählen.
In dieser 1.0-Ecoboost-Ausführung mit 125 PS und Mild-Hybrid-Technik (mHEV) beschleunigt der Fiesta in 9,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 200 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Am meisten beeindruckt seine Reaktion aber nicht, wenn man den Motor ausquetscht – als koste Benzin nur 1 Euro. Deutlich bemerkenswerter ist er bei langsamer Fahrt, etwa im Stadtverkehr.
Das maximale Drehmoment von 210 Nm liegt bereits bei 1400 U/min an. Selbst bei entspanntem Tempo überrascht dieser Motor deshalb mit Kraft und Einsatzbereitschaft.
Dieser „Schub“ – dem Turbo und der mHEV-Technik sei Dank – wirkt sich auch positiv auf den Verbrauch aus. Weil der Motor nur selten stark gefordert werden muss, gibt die Marke einen kombinierten WLTP-Verbrauch von 4 Litern/100 km an.
Rechnen Sie mit mehr. Ich kam auf 5 Liter/100 km, ohne den rechten Fuss besonders zu schonen.
Einiges blieb unverändert – und das hätte nicht sein müssen
Weil es sich um ein Facelift handelt, hat sich am Ford Fiesta nur wenig geändert. Das gilt sowohl für seine guten als auch für seine weniger gelungenen Seiten.
Über die positiven Punkte war bereits zu Beginn die Rede, und es gäbe noch mehr zu nennen. Dazu gehören das mit Apple CarPlay und Android Auto kompatible Infotainmentsystem sowie die sehr gute Serienausstattung.
Auf der anderen Seite steht weiterhin das Platzangebot. Auf den hinteren Sitzplätzen gehört der Ford Fiesta nach wie vor zu den engeren Modellen seiner Klasse. Gleiches gilt für den Kofferraum, der lediglich 311 Liter fasst.
Das bedeutet nicht, dass der Fiesta im Familienalltag ungeeignet wäre. Andere Modelle erfüllen diese Aufgabe einfach besser, auch weil Fahrzeuge dieses Segments über die vergangenen Generationen hinweg deutlich gewachsen sind. Am besten probiert man es selbst aus.
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