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Peugeot 308 im ersten Test

Silberner Peugeot 308 fährt auf kurviger Küstenstraße mit Bergen und Meer im Hintergrund.

„Das kommt mir ... bekannt vor.“

Für die Entwicklung wurden Investitionen in Höhe vieler Millionen Euro getätigt, 116 Patente angemeldet und mehr als 3,2 Millionen Kilometer auf der Straße erprobt – und dein einziger Einwand ist, dass er beliebig aussieht?

Ja.

Gut, ein Stück weit stimmt das. Trotzdem finden wir, dass der neue 308 keineswegs schlecht aussieht. Er wirkt attraktiv und geschniegelt – und ist zweifellos ein gewaltiger Fortschritt gegenüber dem alten, glubschäugigen 308.

Moment mal: Weshalb heißt auch dieses neue Modell 308? Müsste es nicht eigentlich ...

309 heißen, richtig. Peugeot hatte allerdings bereits 1985 einen 309 im Programm; davon wurden in Großbritannien 222.783 Exemplare verkauft. Außerdem hat Peugeot beschlossen, dass künftig sämtliche Modelle auf „08“ enden sollen; in Schwellenländern kommt die Bezeichnung „01“ zum Einsatz. Damit soll eine stärkere Verbindung zu einer bestimmten Modellnummer entstehen, sodass es künftig immer nur einen neuen 308 geben wird. Ähnlich wie beim neuen Golf: VW nennt das folgende Modell schließlich auch nicht Golf-iger.

Peugeot 308: Neue Plattform und geringeres Gewicht

Ist er also tatsächlich komplett neu?

Ja. Der 308 basiert auf einer völlig neuen Architektur, die bislang nur beim neuen Citroën C4 Picasso verwendet wurde. Sie heißt „EMP2“ – effiziente modulare Plattform – und sorgt dafür, dass der neue 308 140 kg weniger wiegt als sein Vorgänger. Zugleich ist er flacher und breiter, während der Radstand gewachsen ist. Dank der kürzeren Überhänge steht der Wagen satter auf der Straße. Die Gewichtsreduzierung betrifft sogar die Heckklappe, die aus Kunststoff besteht.

Und welche Motoren gibt es?

Zur Wahl stehen ein 1,6-Liter-Diesel mit 92 bhp oder 115 bhp sowie ein 1,6-Liter-Benziner mit 125 bhp oder 155 bhp. Im nächsten Jahr folgt zudem eine Reihe 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, die der leichten Karosserie ordentlich Beine machen sollen. Tatsächlich bringt dieser neue 308 mit dem 92-bhp-1,6-Liter-Diesel 1.090 kg auf die Waage – nur ein paar Zuckerpackungen mehr als ein VW Polo aus der darunterliegenden Fahrzeugklasse.

Fahrverhalten des Peugeot 308

Wie fährt er sich denn?

Gut. Das Fahrwerk federt hervorragend, bleibt außerordentlich souverän, und auch die Geräuschdämmung im Innenraum ist erstklassig. Schwieriger wird es, dem Gesamtpaket darüber hinaus etwas abzugewinnen. Auf schnellen Kurvenpassagen und in Spitzkehren zuckt der 308 mit den gallischen Schultern und macht sich widerwillig an die Arbeit. In Kurven neigt sich die Karosserie deutlich, während die Lenkung weniger Rückmeldung liefert, als man sich wünschen würde. Sie wirkt leicht unpräzise, und leider erfährt man zu spät, wann Untersteuern einsetzt. Das nimmt einem die Lust, schneller zu fahren. Bei gemäßigtem Tempo ist er dagegen ein angenehmer Reisewagen – nur kein Focus. Und auch kein Golf.

Der 1,6-Liter-Benziner mit 155 bhp ist ein munteres Aggregat. Die 125-bhp-Version scheint hingegen etwas zu kämpfen, ebenso wie der schwächere Diesel. Der 115-bhp-Diesel läuft zwar ausgesprochen kultiviert, braucht aber ebenfalls einen kräftigen Tritt, bevor er wirklich energisch beschleunigt. Die Dreizylinder, die nächstes Jahr erscheinen, dürften interessant werden ...

Innenraum, Ausstattung und Preise

Wie sieht es im Innenraum aus?

Er wirkt hochwertiger als im bisherigen 308. Auf dem mittleren Armaturenbrett gibt es nun buchstäblich keine Tasten mehr; sämtliche Funktionen werden über einen 24,6-cm-Touchscreen gesteuert. Dazu zählen Klimaanlage, Navigationssystem, Medien und mehr. Anfangs ist die Bedienung fummelig und ablenkend – während der Fahrt alles andere als ideal –, doch mit etwas Gewöhnung gehen die Eingaben schneller von der Hand. Verarbeitung und Materialanmutung in diesem Bereich des Armaturenbretts sind hervorragend: weiche Kunststoffe und ein edles Ambiente. Direkt darunter wird es allerdings etwas kratzig und hart, was den Premium-Eindruck schmälert, den Peugeot erzeugen möchte. Auch die Beinfreiheit im Fond ist nicht besonders großzügig, dafür fällt der Kofferraum riesig aus. Insgesamt ist das Paket ordentlich.

Sollte ich einen kaufen?

Sagen wir es so: Mit Golf, Focus und Astra ist die Kompaktklasse gnadenlos umkämpft. Ein kleiner Ausrutscher genügt, und man wird zur Beute der Haie. Angesichts der Kompetenz dieser Fahrzeuge steht dem 308 eine schwere Aufgabe bevor. Er fährt sich angenehm, richtet sich aber eher an Käufer, denen Kultiviertheit und Federungskomfort wichtiger sind als Fahrdynamik. Die Preise sollen bei £14,500 beginnen; unser Testwagen mit 1,6-Liter-Benziner und 155 bhp kostete ungefähr £20,000.

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