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Saab präsentiert Bolide 2 für das RBS 70 NG

Soldat in Tarnuniform bedient eine tragbare Panzerabwehrrakete in hügeliger Landschaft bei Tageslicht.

Saab Bolide 2 für RBS 70 NG: Einführung und Zeitplan

Das schwedische Unternehmen Saab hat die neue Flugabwehrrakete Bolide 2 für das Kurzstrecken-Luftverteidigungssystem RBS 70 NG vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen Verbesserungen, die die Abfangfähigkeit gegen moderne Luftbedrohungen erhöhen sollen. Ab 2027 wird Bolide 2 die Standardmunition des RBS 70 NG sein und weiterhin das aus den Vorgängergenerationen bekannte, nicht störbare Leitverfahren nutzen.

Technische Weiterentwicklung und modulare Architektur

Saab zufolge verfügt Bolide 2 über einen vergrösserten Gefechtskopf sowie Optimierungen im Endanflug bzw. der terminalen Flugleistung. Zusätzlich setzt der Hersteller auf eine modulare Architektur, die künftige Upgrades sowohl auf Software- als auch auf Hardware-Ebene erleichtern soll. Ausserdem betonte Saab, dass die Rakete nicht nur mit den neuesten RBS-70-NG-Versionen, sondern auch mit älteren Systemgenerationen eingesetzt werden kann – was eine breitere Integration bei bestehenden Nutzern ermöglichen würde.

Stefan Öberg, Leiter des Geschäftsbereichs Missile Systems bei Saab, erklärte: „Mit Bolide 2 sind wir bereit, unseren Kunden eine noch leistungsfähigere Rakete anzubieten, die sich an jede neue Bedrohung am Himmel anpassen kann. Nutzer des RBS 70 können von Verbesserungen profitieren, zu denen ein stärkerer Gefechtskopf gehört – unabhängig davon, ob sie das System als tragbare Lösung einsetzen oder, wie es zunehmend häufiger der Fall ist, von einer fahrzeugmontierten Schusseinheit aus.“

Ergänzende Angaben aus einer Präsentation für Fachmedien zufolge behält Bolide 2 die Reichweite von 9 Kilometern sowie eine Höhenabdeckung bis 5 Kilometer bei, wie sie bereits die ursprüngliche Bolide-Rakete aufwies, die 2003 eingeführt wurde. Saab hat jedoch mehrere interne Komponenten überarbeitet, darunter eine neue Inertialnavigations-Einheit (INU). Zudem wird ein Startrohr aus Carbonfaser eingesetzt, das Bauteile aus Glas ersetzt – mit dem Ziel, Gewicht zu reduzieren und automatisierte Fertigungsprozesse zu erleichtern.

Mats-Olof Rydberg, verantwortlich für die Produktlinie bodengebundene Luftverteidigung (GBAD) bei Saab, sagte, das Unternehmen bewege sich in Richtung eines „Spiralentwicklung“-Ansatzes, um technologische Verbesserungen schneller einzuführen. „Um das zu erreichen, wollten wir eine wirklich modulare Software- und Hardware-Architektur, die die Zukunftsfähigkeit der Raketen sicherstellt“, erläuterte er auf einer Konferenz am 5. Mai 2026.

Gefechtskopf: mehr Explosivstoff, dichtere Trefferzone

Zu den zentralen Änderungen bei Bolide 2 gehört ein internes Redesign, das eine Erhöhung der Explosivstoffmenge um 50% sowie eine Steigerung der Anzahl von 3 Millimeter grossen Wolframkugeln um 40% im Gefechtskopf ermöglicht hat. Laut Rydberg vergrössern diese Anpassungen nicht den Zerstörungsradius, erzeugen jedoch eine dichter belegte Wirkzone.

Bei vergleichenden Live-Fire-Tests, die von Fachmedien beobachtet wurden, zeigte die neue Rakete im Vergleich zur ursprünglichen Bolide-Variante eine stärkere Druckwelle und ein höheres Schadensniveau an metallischen Zielen.

Saab und der lateinamerikanische Markt: Auftritt auf der FIDAE 2026

Die Einführung von Bolide 2 erfolgt zudem vor dem Hintergrund einer wachsenden Saab-Präsenz im lateinamerikanischen Markt. Auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtmesse (FIDAE) 2026 in Santiago de Chile präsentierte das Unternehmen das System RBS 70 zusammen mit der Giraffe-Radarfamilie. Dabei hob Saab ein integriertes Angebot aus Sensorik, Führungs- und Kontrollsystemen sowie Effektoren hervor, das die Erkennung, Identifizierung und Neutralisierung von Luftbedrohungen in komplexen Einsatzszenarien verbessern soll.


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