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Portugal: Neues Tutorensystem für den Führerschein

Junger Fahrer und Fahrlehrer im Auto, Fahrlehrer zeigt auf Straßenkarte während der Fahrstunde.

Die Regierung hat weitere Einzelheiten bekannt gegeben, die Fahranfängerinnen und Fahranfängern zugutekommen könnten. Zugleich steht das neue Modell in der Kritik.

Tutorensystem für den Führerschein

In Portugal bleibt das Mindestalter für den Erwerb eines Führerscheins bei 18 Jahren. Auch die Pflicht zur Teilnahme an Theorie- und Praxisunterricht besteht weiterhin. Die wesentliche Neuerung besteht darin, dass Führerscheinbewerberinnen und -bewerber von Tutorinnen oder Tutoren begleitet werden können.

Damit gestattet die Regierung Personen ohne Ausbildung als Fahrlehrkraft, jungen Menschen das Fahren beizubringen – allerdings ausschließlich für die Klasse der leichten Fahrzeuge. Wie der Jornal Económico berichtet, müssen Antragstellende die ersten zwölf Fahrstunden künftig nicht mehr zwingend in einer Fahrschule absolvieren.

Wer das Tutorensystem nutzen möchte, muss die Fahrschule jedoch weiterhin über diese Absicht informieren.

Für die Wahl des Modells teilt die Fahrschülerin oder der Fahrschüler der Fahrschule per E-Mail mit, unter welchem System der Führerschein erworben werden soll. Dabei ist nachzuweisen, dass die ausgewählte Tutorin oder der ausgewählte Tutor sämtliche Voraussetzungen für diese Aufgabe erfüllt.

Voraussetzungen für Tutorinnen und Tutoren

Schon das geltende Rechtsregime für Fahrausbildung erlaubt Führerscheinbewerberinnen und -bewerbern Unterricht mit einer Tutorin oder einem Tutor. Diese Person muss seit zehn Jahren einen Führerschein besitzen und darf in den vergangenen fünf Jahren weder wegen einer Verkehrsstraftat noch wegen eines schweren oder sehr schweren Verstoßes verurteilt worden sein. Zusätzlich ist ein Kurs für Tutorinnen und Tutoren vorgeschrieben.

Bislang waren Fahrstunden mit einer Tutorin oder einem Tutor erst nach der Ausbildung durch eine Fahrlehrkraft möglich. Die neuen Vorschriften kehren diese Reihenfolge um: Die ersten zwölf Unterrichtsstunden dürfen dann mit einer Tutorin oder einem Tutor stattfinden.

Geografische Beschränkungen und Versicherung

Die Regierung schlägt zudem vor, das Tutorenmodell räumlich zu begrenzen. Die Gemeinden sollen diese geografischen Grenzen festlegen. Für Schäden, die von der Fahrschülerin oder dem Fahrschüler verursacht werden, wird eine besondere Versicherung verpflichtend sein. Die Fahrschule trifft letztlich die Entscheidung und legt fest, ob vor der Abschlussprüfung zusätzlicher Unterricht bei einer professionellen Fahrlehrkraft erforderlich ist.

Bedenken von Verbänden

Nach Angaben des Jornal Económico äußerte der Automobilclub von Portugal (ACP) „tiefe Besorgnis“ über die Regierungsentscheidung. Der Verband ist der Auffassung, das Tutorensystem „gefährdet die Verkehrssicherheit.“

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