Der 4,0-Liter-V8-Biturbomotor des Mercedes-AMG E 63 leistet weiterhin maximal 571 PS und 750 Nm, im Mercedes-AMG E 63 S sind es 612 PS und 850 Nm. Der jeweilige Verbrauch sank geringfügig von 12,0/12,1 auf 11,6 l/100 km. Gleichzeitig gingen die Emissionen von 272 g/km auf 265 g/km beziehungsweise von 273 g/km auf 267 g/km zurück.
Selbst bei Modellen von AMG, M oder RS geht der Trend inzwischen dahin, die Höchstleistung der Motoren beizubehalten und sich auf geringere Emissionen zu konzentrieren, selbst wenn die Einsparungen noch so klein ausfallen. Dahinter steht die Gefahr sehr hoher Strafzahlungen bei Verstößen gegen Umweltvorgaben: Jedes g/km CO2 aus dem Auspuff, das über dem vorgeschriebenen Wert liegt, wird teuer.
Die beeindruckenden Fahrleistungen bleiben dennoch erhalten: Die schnellsten Versionen beschleunigen in 3,4 s von 0 auf 100 km/h und erreichen 300 km/h.
Optimierter Luftstrom beim Mercedes-AMG E 63
Wie schon zuvor werden im Fahrmodus „Comfort“ bei geringer oder fehlender Gaspedalbetätigung und zwischen 1000 und 3250 U/min die Hälfte der Zylinder abgeschaltet. Die geringfügigen Verbrauchssenkungen gehen daher vielmehr auf aerodynamische Verbesserungen an der Karosserie zurück, die den Luftwiderstand verringern.
Über die gesamte Breite der Frontschürze ist nun unauffällig eine schwarz glänzend lackierte Blende integriert. Sie setzt sich an der Außenkante des sogenannten „Jet-Wing“ fort, jenes Elements, das den unteren Stoßfängerbereich in drei funktionsfähige Lufteinlässe teilt, und läuft abgerundet nach außen und zu den Seiten aus.
Auch die Radläufe wirken markanter: Sie wurden um 2,7 cm verbreitert, um Platz für die breitere Spur und die größeren Räder an der Vorderachse zu schaffen.
Die neu gestaltete Heckschürze unterscheidet diese Generation nicht nur optisch, sondern verbessert auch die Aerodynamik. Ihr unterer Bereich trägt ebenso wie die Front eine schwarz glänzende Lackierung. Dasselbe Finish findet sich am neuen Heckdiffusor, in den zwei längs verlaufende aerodynamische Profile integriert sind.
Unterschiede im Detail und darüber hinaus
Bei der Limousine fallen die stärker horizontal ausgerichteten Rückleuchten auf. Sie reichen in den Kofferraumdeckel hinein und werden dort oben durch eine glänzende Chromleiste optisch verbunden. Beim Kombi ist diese Leiste noch größer.
Solche Einzelheiten bemerken vor allem aufmerksame und sachkundige Betrachter. Deutlicher tritt dagegen der neue, größere Lufteinlass an der Fahrzeugfront hervor. Darüber sitzt der AMG-spezifische Kühlergrill mit zwölf vertikalen Lamellen und dem ebenfalls vergrößerten Stern in der Mitte.
Die tiefer angeordneten Scheinwerfer und die rundere Motorhaube vervollständigen den dynamischeren Auftritt. Deren Ausformungen lassen erahnen, wie viel Leistung darunter auf ihren Einsatz wartet.
Verfeinerter Auftritt
Individuelle Akzente setzt auf Wunsch das AMG Night-Paket mit mehreren schwarz glänzend lackierten Einsätzen.
Das ausschließlich für die Modelle der 63er-Reihe erhältliche AMG Carbon-Paket Exterieur I umfasst eine Frontlippe sowie Carbon-Einsätze vorn und hinten. Das Carbon-Paket Exterieur II sorgt mit Außenspiegelgehäusen und, bei der Limousine, einem Spoiler auf dem Kofferraumdeckel aus Carbon für einen noch dramatischeren Auftritt.
Das Lenkrad als wichtigste Neuerung im Innenraum
Auch im Innenraum ist die Atmosphäre betont sportlich. Vor allem in den Spitzenversionen prägen Leder, Aluminium und Carbon das Bild, ergänzt durch Sitze mit starkem Seitenhalt und integrierten Kopfstützen.
Das bekannte Infotainmentsystem MBUX bietet einen Touchscreen, ein Touchpad und Sprachsteuerung sowie zahlreiche AMG-spezifische Menüs, Grafiken und Funktionen. Die beiden nebeneinander angeordneten Bildschirme messen in der Einstiegsversion jeweils 10,25 Zoll und im E 63 S 12,25 Zoll in der Diagonale. Für die Instrumentenanzeige stehen drei Stile zur Wahl: „Modern Classic“, „Sport“ und „Supersport“. Letzterer ist besonders aufwendig gestaltet: Ein runder Drehzahlmesser steht im Zentrum, während horizontale Grafiken links und rechts davon perspektivisch angeordnet sind und räumliche Tiefe erzeugen.
Über das AMG Menü erhält der Fahrer Zugang zu mehreren speziellen Anzeigen, darunter Motordaten, Drehzahlanzeige, G-Kraft-Messer und Rundenzeitenerfassung. Der zentrale Bildschirm unterstützt zusätzlich mit der Darstellung der Fahrprogramme und Telemetriedaten.
Die wichtigste Neuerung für den Fahrer ist jedoch das kleinere Lenkrad mit Doppelspeichen. Es ist mit Leder, Dinamica-Mikrofaser oder einer Kombination aus beidem bezogen. Dahinter sitzen Aluminium-Schaltpaddel für die manuelle Bedienung des Neungang-Automatikgetriebes. Sie sind größer und etwas tiefer positioniert, um die Ergonomie zu verbessern.
Das Getriebe verwendet anstelle des Drehmomentwandlers nun eine nasse Mehrscheibenkupplung. Diese auch in Supersportwagen eingesetzte Lösung ermöglicht schnellere Gangwechsel.
Dynamisch optimiert
Weitere fortschrittliche Komponenten machen den Mercedes-AMG E 63 zu einem AMG durch und durch. Dazu zählen dynamische Motorlager, eine Mehrkammer-Luftfederung mit drei Federhärtestufen, eine aktive variable Dämpfung mit ebenfalls drei Stufen, ein elektronisches Hinterachs-Sperrdifferenzial und separate Elemente zur Regelung jedes einzelnen Rades.
Gleiches gilt für den modernen Allradantrieb, der erstmals eine vollständig variable Verteilung des Drehmoments zwischen Vorder- und Hinterachse erlaubt.
Dies bildet wiederum die Grundlage für den „Drift“-Modus der E 63 S-Versionen. Er lässt sich im Modus „Race“ aktivieren, einem von sechs verfügbaren Fahrmodi, mit denen sich der Charakter des Fahrzeugs anpassen lässt. Voraussetzung sind eine abgeschaltete Stabilitätskontrolle und das Getriebe im manuellen Modus. In dieser Einstellung wird der Mercedes-AMG E 63 S 4MATIC+ zum reinen Hecktriebler.
Neben den verschiedenen Fahrmodi von Dynamic Select gibt es AMG Dynamics. Das System greift gezielter in die Stabilitätskontrolle und den Allradantrieb ein und bietet vier Programme: Basic, Advanced, Pro und Master.
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