Zum Inhalt springen

Mazda CX-60 Diesel 2026: Sechszylinder-SUV für unter 45.000 Euro

Grauer GAC GS3 Hybrid SUV in modernem Showroom mit reflektierendem Boden und Glaswand im Hintergrund.

Statt einen weiteren batteriebetriebenen Crossover anzubieten, setzt Mazda erneut auf ein großes Diesel-SUV: mit klassischem Antriebslayout, kräftigem Reihensechszylinder und einem Preis, der deutlich unter dem deutscher Konkurrenten liegt.

Mazdas Gegenentwurf: ein Diesel-SUV mit Sechszylinder im Jahr 2026

In einem Markt, der sich vor allem um Elektrifizierungsziele und CO₂-Durchschnittswerte dreht, wirkt der Mazda CX-60 Diesel beinahe widerspenstig. Das große Familien-SUV ist rund 4,75 Meter lang, basiert auf einer Plattform mit Hinterradantrieb und besitzt einen 3,3-Liter-Reihensechszylinder-Diesel. Vor fünfzehn Jahren wäre diese Kombination alltäglich gewesen. 2026 erscheint sie fast exotisch.

Der Motor aus Mazdas Skyactiv-D-Familie ist in zwei Ausführungen erhältlich: mit rund 200 PS und Hinterradantrieb oder mit etwa 254 PS und Allradantrieb. Beide Varianten kombinieren eine Achtgangautomatik mit einem 48-Volt-Mildhybridsystem. Es soll den Verbrauch senken und das Ansprechverhalten bei niedrigen Geschwindigkeiten geschmeidiger machen.

„Der CX-60 hält an einem Reihensechszylinder-Diesel und einem Antriebslayout mit Hinterradantrieb fest, wie deutsche Marken es deutlich teureren Modellen vorbehalten.“

Unterwegs sorgt diese Auslegung für eine souveräne Kraftentfaltung, an die kleinere Vierzylinder nur schwer heranreichen. Je nach Version stehen zwischen 450 und 550 Nm Drehmoment bereit, sodass der CX-60 selbst voll beladen mühelos vorankommt. Die lange Motorhaube dient nicht allein der Optik: Unter ihr sitzt ein längs eingebauter Motor – eine Bauweise, die man eher mit BMW und Mercedes als mit einer japanischen Großserienmarke verbindet.

Elektrifizierung auf dem Vormarsch, Diesel als Gegenentwurf

Diese Technik kommt zu einer Zeit, in der europäische Behörden die Emissionsvorgaben verschärfen und Städte strengere Zufahrtsregeln für ältere Diesel vorbereiten. Die meisten Hersteller sprechen inzwischen über Kilowattstunden und Ladekurven. Mazda bietet dagegen ein Diesel-SUV mit großer Reichweite an, das mit einer Tankfüllung bequem 1.000 km zurücklegen kann.

Ganz außen vor lässt Mazda die Elektrifizierung dennoch nicht. Beim Bremsen gewinnt das Mildhybridsystem Energie zurück, beim Beschleunigen unterstützt es den Motor. Rein elektrisch fahren kann das Auto nicht. Dennoch trägt die Technik dazu bei, den offiziellen Verbrauch im gemischten Betrieb auf rund 5,0–5,5 l/100 km zu senken. Berichten zufolge erreichen Besitzer diese Werte auch auf langen Autobahnfahrten.

Preisüberraschung: unter 45.000 Euro und deutlich günstiger als deutsche Rivalen

Besonders beim Preis sorgt der CX-60 für Aufsehen. Im Januar 2026 bewirbt Mazda Europe den Diesel mit einem Nachlass von mehr als 8.500 Euro. Dadurch sinkt der Einstiegspreis auf 44.938 Euro. Es handelt sich dabei um mehr als eine einfache Rückvergütung für ein auslaufendes Modell: Der CX-60 ist weiterhin ein vergleichsweise neues Spitzenmodell der Marke.

„Je nach Ausstattung kann der Mazda mit Sechszylinder rund 13.000 Euro weniger kosten als ein vergleichbares deutsches Premium-SUV.“

Vergleichbare Diesel- oder Plug-in-Hybrid-Versionen von Audi Q5, BMW X3 und Mercedes GLC beginnen häufig oberhalb von 55.000 Euro. Mit gängigen Extras steigt der Preis rasch über 60.000 Euro. Viele dieser deutschen Modelle setzen inzwischen auf Vierzylinder; Sechszylinder bleiben kostspieligen Varianten vorbehalten. Mazda bietet damit die Laufruhe eines Sechszylinders zu einem Preis im mittleren Premiumbereich.

Auch gegenüber sogenannten Großserienkonkurrenten steht der CX-60 gut da. Ein üppig ausgestatteter Toyota RAV4 Hybrid oder Kia Sorento Diesel kann nahe an 50.000 Euro kosten, obwohl ihre Technik weniger hochwertig ausgelegt ist. Mit dem Rabatt positioniert Mazda sein SUV in einem günstigen Zwischenbereich: preislich wie ein reich ausgestattetes Großserienfahrzeug, technisch wie ein Premium-Einstiegsmodell.

Welche Ausstattung im Preis steckt

Für diesen Preis gibt es keine karg ausgestattete Flottenversion. Der reduzierte CX-60 Diesel bringt üblicherweise eine umfangreiche Ausstattung mit, häufig darunter:

  • vollständig digitales Kombiinstrument
  • zentraler Bildschirm mit 31,2 cm Diagonale und kabellosem Apple CarPlay
  • Bezüge aus Leder oder hochwertigem Kunstleder
  • Zwei-Zonen-Klimaautomatik
  • moderne Fahrassistenzsysteme, darunter adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistent und Verkehrszeichenerkennung
  • 360-Grad-Kamerasystem und Leichtmetallräder mit 45,7 oder 50,8 cm Durchmesser
  • in höheren Ausstattungen eine elektrische Heckklappe, beheizbare und belüftete Sitze sowie ein Panoramadach

Im Innenraum setzt Mazda auf eine ruhige, fast minimalistische Gestaltung, durchdachte Ergonomie und einen hochwertigen Qualitätseindruck. Über das vergangene Jahrzehnt hat die Marke ihre Innenräume zunehmend aufgewertet; im CX-60 scheint diese Entwicklung ihren Höhepunkt zu erreichen.

Platz, Komfort und Betriebskosten im Alltag

In diesem Fahrzeugsegment bleibt Alltagstauglichkeit entscheidend. Auf den Rücksitzen bietet der CX-60 im Vergleich zu anderen Mittelklasse-SUVs überdurchschnittlich viel Raum. Erwachsene haben ausreichend Beinfreiheit, und bei Versionen ohne störenden Mitteltunnel fällt der Boden recht eben aus. Der Kofferraum fasst rund 570 Liter und nimmt Familienausrüstung, Kinderwagen oder sperriges Gepäck problemlos auf.

Bei sportlicheren Ausstattungen mit großen Rädern kann die Federung etwas straff wirken. Dafür gehören die Stabilität auf der Autobahn und die Geräuschdämmung zu den Stärken. Der Reihensechszylinder läuft bei Reisegeschwindigkeit leise und trägt so dazu bei, dass lange Fahrten weniger ermüden – besonders im Vergleich zu kleineren Motoren, die stärker arbeiten müssen.

Merkmal Mazda CX-60 Diesel Typischer deutscher Konkurrent
Motor 3,3-Liter-Reihensechszylinder 2,0-Liter-Vierzylinder
Leistung 200–254 PS 190–250 PS
Antrieb Hinterrad- oder Allradantrieb Überwiegend Allradantrieb oder Frontantrieb mit entsprechender Auslegung
Offizieller Verbrauch ca. 5,0–5,5 l/100 km ca. 5,5–6,5 l/100 km
Typischer Preis bei guter Ausstattung ca. 45.000–50.000 Euro ca. 58.000–65.000 Euro

Für wen sich der Diesel mit Sechszylinder eignet

Nicht jeder Käufer wird sich für den CX-60 Diesel begeistern. Wer in der Stadt vor allem kurze Strecken fährt und unkompliziert laden kann, dürfte mit einem Elektro- oder Plug-in-Hybrid-SUV besser bedient sein. Städtische Umweltzonen werden voraussichtlich strenger, und der Diesel steht in dicht besiedelten Gebieten weiterhin unter Druck.

Deutlich sinnvoller erscheint der Mazda für Vielfahrer und Familien außerhalb der Großstädte. Fernpendler, Außendienstmitarbeiter mit großen Einsatzgebieten und Haushalte, die regelmäßig Wohnwagen oder Pferdeanhänger ziehen, können vom hohen Drehmoment und der großen Reichweite profitieren. Für sie bleibt es ein echter Kompromiss, mit einem Elektroauto alle paar Hundert Kilometer zum Schnellladen anzuhalten.

„Für Fahrer, die regelmäßig rund 32.000–48.000 km pro Jahr zurücklegen, kann ein sparsamer Sechszylinder-Diesel im Betrieb noch immer günstiger sein als viele Plug-in-Hybride.“

Hinzu kommt eine emotionale Seite. Wer die mechanische Kultiviertheit und das Fahrgefühl eines Fahrwerks mit Hinterradantrieb schätzt, könnte sich gerade deshalb für den CX-60 interessieren, weil solche Merkmale aus den Preisklassen der Großserienmodelle verschwinden. Einen solchen Wagen 2026 zu kaufen, ist ein wenig so, als hätte man kurz vor ihrem Verschwinden noch einen sportlichen Kompaktwagen mit Handschaltung erworben.

Die Einschränkungen: Steuern, künftige Regeln und Wiederverkauf

Die Kehrseite liegt vor allem bei Vorschriften und Abgaben. In vielen europäischen Ländern belasten CO₂-abhängige Zulassungssteuern oder jährliche Abgaben große Diesel-SUVs erheblich. Je nach Ausstattung und örtlichen Regeln kann der anfängliche Gesamtbetrag deutlich über dem beworbenen Listenpreis liegen.

Auch die künftige Zufahrt zu Innenstädten wirft Fragen auf. Zwar erfüllt der CX-60 aktuelle Abgasnormen, doch in mehreren Stadtgebieten wird bereits über Beschränkungen nach Antriebsart oder anhand künftiger Stichtage gesprochen. Wer in solchen Zonen lebt oder arbeitet, sollte über die nächste Hauptuntersuchung hinausdenken und die weitere politische Entwicklung berücksichtigen.

Der Wiederverkaufswert lässt sich ebenfalls schwer vorhersagen. Einerseits könnte ein seltenes, gut ausgestattetes Diesel-SUV mit Sechszylinder auf dem Gebrauchtwagenmarkt eine Nische ansprechen. Andererseits könnten strengere Regeln für Verbrennungsmotoren die Nachfrage drücken. Wer das Fahrzeug acht bis zehn Jahre behalten möchte, ist davon weniger betroffen als jemand, der alle drei Jahre wechselt.

Mildhybrid-Diesel und tatsächliche Kosten verstehen

Der Begriff „Mildhybrid“ klingt möglicherweise nach umfassender Elektrotechnik, in der Praxis ist das Prinzip jedoch einfacher. Ein kleiner, riemengetriebener Startergenerator unterstützt den Motor und gewinnt beim Bremsen Energie zurück. Das Auto kann nicht allein mit Strom fahren, doch das System kann Start-Stopp-Vorgänge geschmeidiger gestalten und den Kraftstoffverbrauch um einige Zehntelliter senken.

Wer jährlich 25.000 km mit einem Verbrauch von 5,5 l/100 km fährt, benötigt dafür ungefähr 1.375 Liter Diesel pro Jahr. Bei einem Literpreis von 1,70 Euro ergibt das jährliche Kraftstoffkosten von etwa 2.338 Euro. Ein vergleichbares Benzin-SUV mit 7,5 l/100 km würde die Summe auf knapp 3.187 Euro erhöhen. Über fünf Jahre spart der Diesel an der Zapfsäule damit mehrere Tausend Euro – mögliche Unterschiede beim Kaufpreis noch nicht eingerechnet.

Steuern und städtische Gebühren sind in diesen Zahlen nicht enthalten; sie unterscheiden sich je nach Land erheblich. Dennoch verdeutlicht die Rechnung, weshalb manche Käufer gegen den Trend beim Diesel bleiben möchten, insbesondere bei einem so effizienten Motor wie Mazdas Reihensechszylinder.

Eine schrumpfende Nische mit eigenem Charakter

Während immer mehr Marken ihre großen SUVs auf Plug-in-Hybrid- oder rein elektrische Plattformen umstellen, fällt der CX-60 Diesel als einer der letzten seiner Art auf: ein bezahlbares Familien-SUV mit traditioneller Technik und großer Reichweite. Diese Mischung könnte ihm in einigen Jahren einen gewissen Kultstatus verschaffen, vor allem bei Fahrern, die sich nie recht mit Ladekabeln und Reichweitendiagrammen anfreunden konnten.

Der beträchtliche Mazda-Rabatt verleiht dem Angebot derzeit eine weitere Besonderheit. In einem europäischen Markt, der sich vom Diesel abwendet, verkauft die japanische Marke ein SUV mit Sechszylinder und Hinterradantrieb, das sich nicht nur dem Trend widersetzt. Es tut dies auch zu einem Preis, den viele Käufer für ein Relikt des vergangenen Jahrzehnts hielten.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen