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Der Nissan Micra startet in eine neue Generation und verändert sich dabei grundlegend: Erstmals fährt der japanische Kleinwagen zu 100 Prozent elektrisch.
Nach mehr als 40 Jahren und fünf Generationen erfindet sich der Micra mithilfe von Renault neu. Seine technische Basis teilt er sich mit dem R5 E-Tech.
Kann er damit den negativen Trend umkehren, der dem japanischen Hersteller zu schaffen macht? Das lässt sich derzeit noch schwer beantworten. Der erste Eindruck vor Ort fiel jedoch positiv aus:
Die gute Nachricht: Er sieht aus wie ein Nissan Micra
Obwohl sich der Micra die Plattform AmpR Small, früher CMF-B EV genannt, sowie Elektromotor und Batterien mit seinem französischen „Cousin“, dem Renault 5, teilt, geht er beim Außendesign einen eigenen Weg.
Während das französische Modell auf nostalgische Formen setzt, wirkt der neue Micra futuristischer. Markantere Elemente verleihen ihm beinahe das Aussehen eines Crossovers.
Das ist, wie ich weiß, großzügig formuliert. Doch vor Ort zeigt der neue Nissan-Kleinwagen Präsenz und Eigenständigkeit. Dazu trägt vor allem die Lichtsignatur bei, die vom Micra der dritten Generation (K12) inspiriert ist.
Für diese Leistung muss ich Nissan loben: Die Marke hat viel dafür getan, dass der Wagen kein typisches Beispiel für Badge Engineering ist. Zumindest außen, denn im Innenraum sieht die Sache anders aus. Doch dazu später mehr.
Kompakte Maße, begrenzter Platz
Wie der R5 bleibt auch der Micra unter vier Metern Länge und ist damit für einen Kleinwagen des B-Segments vergleichsweise kompakt. Das merkt man beim Blick in den Innenraum: Zu den geräumigsten Fahrzeugen seiner Klasse gehört er bei Weitem nicht.
Hinten geht es eng zu. Wer größer als 1,70 m ist, kann kaum vermeiden, mit den Knien die Vordersitze und mit dem Kopf den Dachhimmel zu berühren. Beim Kofferraum fällt das Urteil kaum anders aus, auch wenn sein Volumen für den Alltag genügt.
Wer viel Platz braucht oder regelmäßig Erwachsene auf der Rückbank mitnimmt, für den ist der Micra nicht das richtige Auto. Das gilt ebenso für den Renault 5.
Der Innenraum hinterlässt einen bitteren Beigeschmack
Der Innenraum des Renault 5 gehört zu den besten im Segment. So einfach ist das. Er ist modern gestaltet, bietet besondere Details und vermittelt insgesamt ein hochwertiges Ambiente – vor allem in den besser ausgestatteten Versionen. Das ist in dieser Preisklasse und besonders bei solchen reinen Elektroautos nicht selbstverständlich.
Schon deshalb ist das Interieur des R5 eine hervorragende Ausgangsbasis. Nissan hat es allerdings weder angepasst noch weiterentwickelt. Stattdessen übernahm die Marke den Entwurf von Renault, änderte das Logo am Lenkrad und ein oder zwei weitere Details sowie die Oberflächen von Sitzen und Armaturenbrett. Mehr geschah nicht.
Trotzdem ist der Innenraum des Micra sehr interessant. Allerdings lässt sich kaum übersehen, dass sein Design vom Renault 5 übernommen wurde. Wer das französische Modell nie gefahren ist, wird sich daran nicht stören. Ich hatte jedoch einen mutigeren Innenraum erwartet, der zur Arbeit der Nissan-Designer am Exterieur passt.
Bis zu 408 km Reichweite
Auf Basis der Plattform AmpR Small wird der Nissan Micra mit einem Elektromotor mit 90 kW (122 PS) oder 110 kW (150 PS) angeboten. Außerdem stehen zwei Batterien zur Wahl: Die kleinere speichert 40 kWh und ermöglicht bis zu 310 km Reichweite. Mit der 52-kWh-Batterie sind mit einer Ladung bis zu 408 km möglich.
Das Spitzenmodell des Micra mit 52-kWh-Batterie und 150 PS beschleunigt in 8 Sekunden auf 100 km/h. Seine Höchstgeschwindigkeit ist auf 150 km/h begrenzt.
Beim Gleichstromladen (DC) beträgt die maximale Ladeleistung mit der kleineren Batterie 80 kW, mit der größeren sind es 100 kW. Hier hätte ich mir etwas mehr gewünscht, wie schon beim R5.
Und was kostet er?
Die Preise für den neuen Nissan Micra auf dem portugiesischen Markt stehen derzeit noch nicht endgültig fest. Sie sollen erst in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden. Sobald das geschieht, finden Sie sie bei Razão Automóvel.
Bislang ist lediglich bestätigt, dass der neue elektrische Micra im letzten Quartal des Jahres nach Portugal kommt.
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