Für Lancia beginnt 2026 eine entscheidende Phase des Comebacks. Mit einer neuen Markenidentität, dem neuen Ypsilon und dem Start der internationalen Expansion hat die Marke ihre Absichten bereits deutlich gemacht. Nun muss sie mehr liefern als Versprechen und zeigen, dass ihre Rückkehr von Dauer ist.
Lancia will bekannter werden und eine größere Reichweite erzielen. Dafür verfolgt die Marke unterschiedliche Wege: 2026 kehrt sie mit einem Werksteam in die Rallye-Weltmeisterschaft zurück und startet in der WRC2 – jener Disziplin, der sie bis heute einen großen Teil ihrer Bekanntheit verdankt. Zugleich soll ein neues Spitzenmodell die Botschaft vermitteln, dass Lancia eine Premiummarke ist.
Lancia baut seine Präsenz in Europa aus
Zunächst muss Lancia jedoch mehr Menschen erreichen. Die Marke war zu lange auf Italien beschränkt. Inzwischen verfügt sie über 70 Standorte in Frankreich, Spanien, Belgien-Luxemburg, den Niederlanden und Deutschland. Portugal bleibt vorerst außen vor, ist aber für eine spätere Phase ebenfalls vorgesehen. Einen konkreten Termin dafür gibt es noch nicht.
Die Rallye-Rückkehr ist keine Nostalgie
Lancia und Rallyesport bilden eine emotionale, beinahe instinktiv passende Verbindung, die einige der glorreichsten Kapitel der Rallye-Weltmeisterschaft geprägt hat. Das offizielle Comeback fand im Januar bei der Rallye Monte Carlo in der WRC2 statt. Ein symbolträchtigerer Schauplatz wäre kaum denkbar gewesen: Der Rekord von 13 Gesamtsiegen liegt weiterhin bei Lancia.
Zwar trägt das Fahrzeug nicht den Namen Delta, doch der Ypsilon Rally2 HF Integrale enttäuschte nicht. Hinter der Rückkehr steht kein nostalgisches Vorhaben, sondern ein strukturiertes Programm mit klaren sportlichen Zielen. Die ersten Anzeichen stimmen zuversichtlich: Bereits 50 Fahrzeuge wurden verkauft und sollen in Meisterschaften quer durch Europa antreten.
Der Lancia Ypsilon HF für die Straße
Auch auf der Straße wird sich das Engagement bemerkbar machen – allerdings vorerst nicht mit einem HF Integrale, der Kohlenwasserstoffe verbrennt. Stattdessen „verbrennt“ der Lancia Ypsilon HF Elektronen. Er leistet 280 PS, verfügt über Frontantrieb und bringt die traditionsreiche Bezeichnung HF zurück, die erstmals mit einem Elektroauto verbunden wird. Ein Zeichen der Zeit …
Gamma als neues Spitzenmodell
Der Ypsilon ist nicht nur das neue Gesicht von Lancia im Rallyesport. Seit 2024 steht er auch an der Spitze des Neustarts der italienischen Marke. Für deren Premiumanspruch reicht das jedoch nicht aus. Einen weiteren Schritt in diese Richtung soll 2026 die Vorstellung des Lancia Gamma markieren. Wie schon das ursprüngliche Modell von 1976 wird er die Rolle des Spitzenmodells übernehmen.
Vieles deutet darauf hin, dass der Gamma wie sein Vorgänger eine Fastback-Silhouette mit zweieinhalb Volumen erhält. Anders als das Original dürfte er jedoch als Crossover und nicht als Limousine auftreten. Grundlage ist die Plattform STLA Medium, die auch so unterschiedlichen Modellen wie dem DS Nº8 und dem Jeep Compass dient. Beide werden im italienischen Werk Melfi gefertigt, wo künftig auch der Gamma vom Band laufen soll. Neu ist außerdem, dass er nicht mehr ausschließlich elektrisch geplant ist: Auch Hybridantriebe sind vorgesehen.
Lancia zielt damit auf die obere Mittelklasse, in der deutsche Hersteller dominieren. Der Gamma muss dabei mehr leisten, als lediglich ein großer Verkaufserfolg zu werden: Er soll Lancia auf eine Stufe mit den deutschen Marken stellen – die entscheidende „Feuerprobe“.
Nach Jahren, in denen Lancia von der europäischen Landkarte verschwunden war, wird 2026 für die italienische Marke immer mehr zum Schlüsseljahr. Sie muss mehr denn je beweisen, dass sie überlebensfähig ist und im heutigen Markt ihren Platz hat.
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