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Tesla-Rückruf: Mehr als 20.000 Fahrzeuge in den USA wegen gefährlicher Abblendlichter

Weißes Tesla 2024 Modell in einem modernen Autohaus mit großen Fenstern und glänzendem Boden.

Tesla muss in den USA mehr als 20.000 Fahrzeuge zurückrufen, nachdem der Hersteller versucht hatte, eine Sanktion abzuwenden. Der Auslöser sind möglicherweise gefährliche Abblendlichter.

Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA), die US-Bundesbehörde für Verkehrssicherheit, hat den Rückruf von 20.349 Tesla-Fahrzeugen offiziell angeordnet. Betroffen sind 1.614 zwischen 2017 und 2023 gebaute Model 3 sowie 18.735 Model Y aus den Produktionsjahren 2020 bis 2023, deren Abblendlichter deutlich zu hell sind.

Tesla-Rückruf wegen zu starker Abblendlichter

Bei diesen Fahrzeugen überschreitet die Lichtstärke die zulässigen gesetzlichen Grenzwerte und kann bis zum Doppelten des erlaubten Höchstwerts erreichen. Dadurch könnten entgegenkommende Verkehrsteilnehmer geblendet werden, während zugleich die allgemeine Sicht eingeschränkt wird. Konkret erhöht der Mangel das Unfallrisiko.

Nach Angaben der Behörden ist bislang keine Abhilfemaßnahme genehmigt worden. Betroffene Besitzer müssen daher abwarten, ob ein einfaches Over-the-Air-Update genügt oder ob stattdessen ein Werkstattbesuch erforderlich sein wird.

Teslas Argument zurückgewiesen

Für den Autobauer kommt dieser Rückruf nicht völlig unerwartet. Tatsächlich wusste Tesla bereits seit dem Frühjahr 2024 – möglicherweise sogar noch früher – von dem Problem. Um ein aufwendiges Verfahren zu vermeiden, beantragte das Unternehmen von Elon Musk bei der NHTSA, die Abweichung als für die Sicherheit „folgenlose“ Nichtkonformität einzustufen. Aus Sicht des Herstellers sprach dafür, dass Fahrer weder Beschwerden noch Unfälle gemeldet hatten.

Mitte Juli wurde dieser Antrag jedoch abgelehnt. Die Bundesbehörde betonte zudem, dass das Ausbleiben dokumentierter Vorfälle keineswegs bedeutet, dass überhaupt keine Gefahr besteht. Sobald eine Sicherheitsnorm überschritten wird und auf der Straße tatsächlich Blendgefahr besteht, ist ein Rückruf verpflichtend.

Ähnliche Fälle in der Autobranche

Dieser Versuch, die Vorgaben zu umgehen, ist in der Automobilindustrie kein Einzelfall. General Motors (GM) setzte 2022 bei einem vergleichbaren Problem seines SUV GMC Terrain auf dieselbe Strategie. Auch damals wies die Aufsichtsbehörde die Begründung zurück und verpflichtete den Konzern zum Rückruf von 725.000 Fahrzeugen.

Tesla unter dauerhaftem Druck der Aufsichtsbehörden

Der Fall reiht sich in ein besonders angespanntes regulatorisches Umfeld für Tesla ein. Im Juli leitete die NHTSA unter anderem eine Voruntersuchung zu fast 1,2 Millionen Model 3 und Model Y ein, nachdem Probleme an der Vorderradaufhängung gemeldet worden waren. Diese Defekte könnten nämlich zu einem Verlust der Kontrolle über die Lenkung führen.

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