Sind sie vielleicht schlicht zu alt? Schließlich stammen die beiden hier vorgestellten Mercedes-Benz SL R 129 aus den Jahren 2001 und 2002 – zu einer Zeit, als der 2001 präsentierte Nachfolger der Baureihe R 230 bereits bekannt war. Möglicherweise fanden sie damals einfach keine Käufer. Wirklich neu war der SL R 129 zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr: Seine ursprüngliche Einführung lag bereits im Jahr 1989.
Ebenso denkbar ist jedoch, dass die Händler, die diese Fahrzeuge verkaufen sollten, bewusst anders vorgingen. Vielleicht behielten sie diese späten Exemplare der SL-Generation zurück, um sie Jahre später an einen Sammler zu veräußern – womöglich sogar zu einem höheren Preis als im Neuzustand.
Wie auch immer der Grund gewesen sein mag: Beide Exemplare des außergewöhnlichen Mercedes-Benz SL R 129 wurden nie zugelassen und suchen nun einen neuen Besitzer.
Das hat seinen Preis: Für jedes der beiden Fahrzeuge werden 135.000 Dollar verlangt, umgerechnet rund 114.000 Euro. Damit liegen sie nicht allzu weit vom Preis eines „nagelneuen“ SL entfernt. In den USA, wo sie im Mercedes-Benz Classic Center im kalifornischen Irvine angeboten werden, kosten sie sogar mehr als ein neuer SL – obwohl bereits eine neue Generation vor der Tür steht.
SL 500 Silver Arrow Edition
Beim ersten Fahrzeug handelt es sich um einen SL 500 Silver Arrow Edition aus dem Jahr 2002 – leider existieren offenbar keine Bilder außer dem einzigen weiter oben gezeigten, das wie eine Fotomontage wirkt. Diese Sonder- und Limitierungsedition war ausschließlich für die USA und das Vereinigte Königreich bestimmt. In die USA wurden 1515 Exemplare des SL 500 sowie weitere 100 Stück des SL 600 geliefert.
Damals entsprach die Modellbezeichnung noch unmittelbar dem Hubraum. Unter der Motorhaube arbeitet daher ein 5,0-Liter-V8 mit 306 PS, der den Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,5 s ermöglicht und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h erreicht. In seinen 18 Lebensjahren kam dieser V8 allerdings kaum zum Einsatz: Der Kilometerzähler weist lediglich 142 Meilen aus, was 229 km entspricht.
Die Silver Arrow Edition brachte mehrere besondere Ausstattungsmerkmale mit: die Lackierung in Silver Arrow, ein Hardtop in derselben Farbe, diverse Akzente aus poliertem Aluminium, exklusiv gestaltete 18-Zoll-Räder, Xenon-Scheinwerfer – erinnern Sie sich noch daran? – sowie einen schwarzen Innenraum mit Kontrasten in „Metallic-Silber“ an verschiedenen Lederbezügen.
Zur Sonderausstattung gehörten außerdem ein Sechsfach-CD-Wechsler im Heck und beheizbare Sitze. Auch ein exklusives Zubehörteil fehlte nicht: eine Aktentasche mit Aluminium-Finish, Schlüsselanhänger und Stift. Jede Einheit wurde zudem mit einem Echtheitszertifikat ausgeliefert.
SL 600
Das zweite zum Verkauf stehende, ebenfalls nie zugelassene Fahrzeug ist ein SL 600 aus dem Jahr 2001, dessen Laufleistung nur 687 km beträgt. Die Bezeichnung 600 stand für einen V12. Der lange Vorderwagen des SL bot auch dem edelsten Antrieb Platz: dem 6,0-Liter-V12 M 120, der Anfang der 1990er-Jahre erstmals in der S-Klasse W 140 eingesetzt worden war.
Interessanterweise war er trotz seiner 394 PS kaum schneller als der SL 500 und erreichte 100 km/h in 6,1 s. Der R 129 war stets eher ein luxuriöser Roadster als ein ausgesprochen agiler Sportwagen.
Das schwarze Exterieur wurde durch ein AMG-Stylingpaket mit Frontspoiler, Seitenschwellern und Rädern aufgewertet. Im schwarzen Lederinterieur finden sich zusätzlich Einsätze aus Nussbaumholz.
Würden Sie für eines dieser Exemplare 135.000 Dollar bezahlen, obwohl sich andere SL R129 aus derselben Zeit für einen Bruchteil dieses Betrags finden lassen?
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen