Hyundai und Toyota gehören zu den Giganten der Automobilindustrie und kämpfen weltweit um Spitzenplätze auf dem Automarkt. Zur Freude der Motorsportfans hat sich dieser Wettstreit auch auf die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) und die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) ausgeweitet.
Aller guten Dinge sind drei: Nun soll die Rivalität auch das Supersportwagen-Segment erreichen. Das erinnert an die Zeiten des Mottos „Sonntags Rennen fahren, montags Autos verkaufen“. Für Toyota übernehmen Gazoo Racing und sehr wahrscheinlich auch Lexus diese Aufgabe, während aufseiten von Hyundai Genesis, die Premiummarke des südkoreanischen Konzerns, antritt.
Der Genesis Magma GT wird nicht elektrisch angetrieben. Stattdessen macht dieser Supersportwagen Lärm – und zwar reichlich, wie weiter unten zu hören ist. Bislang wurde er auf der Los Angeles Auto Show 2025 lediglich als Konzeptfahrzeug vorgestellt. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass es nicht mehr lange dabei bleiben dürfte.
Laut Genesis ist der Magma GT weit mehr als eine reine Designstudie: Er gibt einen unmittelbaren Ausblick auf das, was die Marke in naher Zukunft auf den Markt bringen möchte.
Der „erste reinrassige Sportwagen“ von Genesis
Bislang brachte Genesis ausschließlich Limousinen und SUV auf den Markt, um mit deutschen Premiummarken und Lexus zu konkurrieren, insbesondere in Nordamerika. Der Magagma GT ist nach Angaben der Marke ihr „erster reinrassiger Sportwagen“ und zugleich der erste Schritt auf dem Weg zu einer Luxusmarke für Hochleistungsfahrzeuge.
Das Design zeigt die typischen Proportionen eines Supersportwagens mit Mittelmotor vor der Hinterachse. Wie sehr auf aerodynamische Effizienz geachtet wurde, zeigt sich selbst an kleinen Einzelheiten: Die zweizeiligen Scheinwerfer verfügen an ihren äußeren Enden über integrierte kleine Canards.
Dieses unauffällige, aber funktionale Detail deutet darauf hin, dass das Konzeptfahrzeug eher für die Rennstrecke als für den Schauraum gedacht ist.
Vorn fallen ein ausgeprägter Splitter und ein großer Lufteinlass mit G-Matrix-Muster auf. Dieses dient nicht nur als optisches Erkennungsmerkmal, sondern erfüllt auch eine aerodynamische Funktion. Zum Heck nennt die Marke lediglich eine aerodynamisch optimierte Struktur; ins Auge fallen dort die Leuchten, die wie vorn zweizeilig ausgeführt sind.
Zwei schalenförmige Abdeckungen ermöglichen den Zugang zu Front und Heck. Hinzu kommen Schmetterlingstüren und schwarze A-Säulen, die der Glasfläche das Aussehen eines Helmvisiers verleihen.
Welcher Motor treibt den Magma GT an?
Der eigentliche Höhepunkt ist jedoch nicht das Äußere. Für den Antrieb des Magma GT sorgt ein guter alter Verbrennungsmotor in Mittelmotorposition vor der Hinterachse.
Zum Herzen des Supersportwagens wurden keine Angaben gemacht. Trotz seines Prototypenstatus scheint das Fahrzeug aber fahrtüchtig zu sein: Es fuhr aus eigener Kraft auf die Bühne und wieder herunter – und machte dabei ordentlich Lärm. Dem Klang nach könnte es sich um einen V8 handeln, doch urteilen Sie selbst:
Offenbar will Hyundais Premiummarke ernsthaft in die Welt der Hochleistungsfahrzeuge einsteigen – Toyota, hörst du zu?
Der japanische Konzern bereitet für den kommenden Monat die Enthüllung seines Supersportwagens GR GT vor, der ebenfalls einen V8 erhalten dürfte. Der Unterschied liegt in dessen Einbauposition: zwischen Vorderachse und Fahrgastzelle. Das verleiht ihm typischere GT-Proportionen mit einer sehr langen Motorhaube und einer weit nach hinten versetzten Fahrgastzelle.
Doch der Genesis Magma GT nimmt auch eine der größten nordamerikanischen Ikonen ins Visier: die Chevrolet Corvette. Bei der Generation C8 wanderte der Motor von vorn in eine mittige Position vor der Hinterachse. Damit positionierte sich die Corvette als echter Supersportwagen neu; ihre stärksten Versionen leisten mehr als 1000 PS. An Rivalen wird es Hyundais Supersportwagen also nicht mangeln.
Ambitionen im Rennsport
Genesis bestätigte, dass das Konzeptfahrzeug zu dem im vergangenen September vorgestellten Plan passt. Dieser sieht ein Aushängeschild vor – ein Modell, das die technologische und sportliche Spitze der Marke repräsentieren soll. Und was könnte diese Aufgabe besser erfüllen als ein Supersportwagen?
Der Magma GT könnte jedoch noch mehr sein: ein entscheidender Schritt, damit Genesis auch im Motorsport als anerkannte Kraft wahrgenommen wird. Die Mitteilung der Marke macht ihre Absichten deutlich: „Der Magma GT zeigt die Ambition, den Motorsport in den GT-Kategorien zu erkunden.“
Ein südkoreanischer Supersportwagen, der auf der Rennstrecke mit Porsche, Ferrari und Aston Martin um jeden Zentimeter kämpft? Dieses Szenario ist immer weniger Fiktion und rückt der Wirklichkeit zunehmend näher.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen