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Ölpreis: Die Blockade der Straße von Hormus setzt die Märkte erneut unter Druck

Mann steht an Tankstelle mit Handy in der Hand, im Hintergrund große digitale Anzeigetafel mit der Aufschrift HORMUZZ.

Während sich der Ölpreis gerade zu beruhigen schien, droht die anhaltende Blockade der Straße von Hormus die Weltmärkte erneut in Aufruhr zu versetzen. Sämtliche Warnsignale stehen auf Rot.

Nach dem deutlichen Rückgang von mehr als 7 % in der vergangenen Woche hat sich ein Barrel Brent zu Wochenbeginn bei etwa 88 US-Dollar eingependelt. Damit liegt der Preis klar unter den spektakulären Höchstständen der vergangenen Monate, als die Notierungen die Marke von 100 US-Dollar überschritten. Doch diese Ruhe könnte trügerisch sein.

Blockade der Straße von Hormus ohne schnelle Lösung

Auf diplomatischer Ebene schwindet die Hoffnung auf eine rasche Einigung. Die Gespräche über die Wiederöffnung der Straße von Hormus, einer strategisch wichtigen Seeroute, über die vor Beginn des Nahostkonflikts 20 % des weltweit gehandelten Öls transportiert wurden, kommen nicht voran. Teheran fordert ein Ende der US-Sanktionen sowie finanzielle Entschädigungen, bevor Schiffe die Passage wieder nutzen dürfen. Das Weiße Haus setzt unterdessen auf Zeit und wirtschaftlichen Druck gegen Iran, statt sofortige Militärschläge oder direkte Verhandlungen in den Vordergrund zu stellen.

Trotz einzelner heimlicher Passagen unauffälliger Tanker bleibt die Meerenge ein Schauplatz von Auseinandersetzungen. Angriffe auf Handelsschiffe gehen weiter und schaffen ein dauerhaftes Risiko für den reibungslosen globalen Energiehandel.

Warum die Lage zu eskalieren droht

Dass die Preise bislang begrenzt bleiben, hängt nur an einem seidenen Faden. Um die Ausfälle durch die Blockade von Hormus auszugleichen, haben Verbraucherländer massiv auf ihre Reserven zurückgegriffen. Die strategischen US-Ölvorräte sind beispielsweise auf den niedrigsten Stand seit 1983 gefallen. Damit ist der weltweite Sicherheitspuffer nahezu vollständig aufgebraucht.

Gleichzeitig zieht die Nachfrage in China wieder an, während an weiteren Versorgungsfronten Spannungen bestehen bleiben. Dazu gehören vor allem die wiederholten Angriffe auf russische Raffinerien, die das globale Angebot an verarbeiteten Produkten wie Diesel verringern.

Das Urteil der Analysten ist eindeutig. Ohne diplomatische Einigung oder eine Wiederöffnung der Seeroute bis zum Herbst erreicht der Ölmarkt seinen Kipppunkt: den Moment, in dem die Lagerbestände den Schock nicht länger abfedern können. Um Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen, müssten die Preise dann sprunghaft steigen; Prognosen sehen das Barrel bei 120 bis 140 US-Dollar.

Was die Ölkrise für Deutschland verändert

Die Nahostkrise belastet die Lebenshaltungskosten bereits seit dem Frühjahr erheblich, und die Folgen könnten unmittelbar spürbar werden. Steigende Rohölnotierungen schlagen zwangsläufig auf die Kraftstoffpreise an den Tankstellen durch. Besonders anfällig ist Diesel: Wegen der geringeren russischen Exporte und der blockierten Seerouten im Golf ist der Druck auf diesen Kraftstoff weltweit besonders hoch.

Steigende Kosten für Haushalte und Wirtschaft

Gefährdet ist jedoch das gesamte Budget der privaten Haushalte. Ein erneuter Anstieg der Ölpreise würde Transportkosten für Waren, die Industrieproduktion und das Heizen direkt verteuern. Mit Blick auf den Herbst und die Vorbereitung auf den Winter würde dieses Szenario die Sorge vor einem weiteren Inflationsschub wieder anheizen.

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