Nach Jahren der Trägheit hat Audi in den vergangenen Monaten rasch Fortschritte gemacht. Auf den A5, den A6 e-tron, den A6 mit Verbrennungsmotor und den Q5 folgt nun die dritte Generation des Audi Q3.
Beim Q3 darf sich Audi keinen Fehler erlauben: Das kompakte SUV trägt immer stärker zu den Verkaufszahlen der Marke mit den vier Ringen bei. Deshalb überrascht es nicht, dass bei der Entwicklung der neuen Generation niemand ein unnötiges Risiko eingehen wollte – weder beim Design noch bei der Technik.
Das dritte Kapitel der Q3-Geschichte bringt ein moderneres, etwas mutiger gestaltetes Modell hervor, das gegenüber seinem erfolgreichen Vorgänger durchaus Neuerungen bietet. Die erste Generation kam 2011 auf den Markt, seither wurden mehr als zwei Millionen Q3 verkauft.
Wer allerdings einen großen „Sprung nach vorn“ erwartet, wie ihn Audi in seinem Werbespruch ankündigt, könnte etwas enttäuscht sein. Das gilt insbesondere mit Blick auf den kürzlich vorgestellten A5 und A6, bei denen ein solcher Schritt gelungen ist.
Audi Q3 im Stil der jüngsten Modelle
Das Erscheinungsbild ist gefällig und greift Elemente der zuletzt eingeführten Audi-Modelle auf – an den letzten „hässlichen“ Audi können wir uns nicht erinnern. Auch die Proportionen passen, während die Technik bereits bekannt ist.
Als Basis dient beispielsweise die Plattform MQB evo, die auch beim Volkswagen Tiguan und beim CUPRA Terramar zum Einsatz kommt. Letzterer wird wie der Q3 im ungarischen Győr gebaut.
Dem aktuellen Trend entsprechend zieht sich am Heck des SUV nun ein Leuchtband über die gesamte Breite. Vorne wie hinten gibt es zudem sehr schmale und aufwendige LED-Leuchten. An der Front sitzen sie über einem Singleframe-Kühlergrill, der optisch immer stärker in den Vordergrund rückt.
Das durchgehende Leuchtband mit beleuchteten Ringen am Heck bleibt allerdings einigen Versionen vorbehalten. Das ist bedauerlich, denn damit wäre die gesamte Q3-Baureihe attraktiver. Die digitale Lichttechnik ist die fortschrittlichste, die derzeit in einem Modell dieses Marktsegments angeboten wird.
Plug-in-Hybrid mit bis zu 120 km Reichweite
Zum Marktstart fällt das Motorenangebot überschaubar aus. Zur Wahl stehen ein Diesel (2.0 TDI) und ein Benziner (1.5 TFSI Mild-Hybrid), beide mit 150 PS und Frontantrieb.
Eine rein elektrische Variante gibt es nicht; diese Rolle übernimmt der Q4 e-tron. Wer elektrisch fahren möchte, erhält jedoch mit dem Audi Q3 e-hybrid einen Plug-in-Hybrid.
Anders als die direkten Wettbewerber von BMW und Mercedes-Benz wird dieser Hybrid ausschließlich mit Frontantrieb angeboten, was viele Kunden in Nordeuropa enttäuschen dürfte. Seine Gesamtleistung beträgt 200 kW (272 PS), das Drehmoment 400 Nm. Dafür arbeiten ein Elektromotor mit 85 kW (116 PS) und der 1.5 TFSI mit 130 kW (177 PS) zusammen.
Die Batterie verfügt über 19,7 kWh nutzbare beziehungsweise 25,7 kWh „Brutto“-Kapazität. Ihre 96 prismatischen Zellen sind auf vier Module verteilt und im Unterboden untergebracht. Ausgelegt ist das System für eine rein elektrische Reichweite von bis zu 120 km.
Etwas später, Anfang 2026, kommen zwei stärkere Benziner hinzu. Beide sind 2.0 TFSI und leisten 204 PS bei 320 Nm beziehungsweise 265 PS bei 400 Nm. Sie erhalten Allradantrieb (quattro) und ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.
Mit den deutlich stärkeren S- und RS-Versionen wird Mitte 2026 gerechnet.
Drei Fahrwerke zur Auswahl
Für den Audi Q3 2026 stehen drei Fahrwerke zur Wahl: das serienmäßige „normale“ Fahrwerk, eine sportlichere Ausführung und eine Variante mit elektronisch variabler Dämpfung. Letztere nutzt neue Stoßdämpfer mit zwei Ventilen, die Druck- und Zugstufe unabhängig voneinander regeln. Die Felgengrößen reichen von 17 bis 20 Zoll.
Das Fahrwerk mit variabler Dämpferregelung reagiert fortlaufend auf Straßenbeschaffenheit und Fahrweise. Dabei berücksichtigt es unter anderem die Lenkradstellung sowie Brems- und Beschleunigungsvorgänge und passt die Dämpfung für jedes Rad innerhalb von Sekundenbruchteilen separat an.
Die deutschen Ingenieure wollten den Unterschied im Ansprechverhalten des Fahrwerks zwischen den Fahrmodi Comfort und Sport vergrößern. Die optionale Progressivlenkung sorgt zudem dafür, dass das Fahrzeug bei größeren Lenkeinschlägen direkter auf die Lenkbewegungen des Fahrers reagiert.
Doppelverglasung feiert Premiere
Zu den technischen Neuerungen zählen individuell einstellbare Matrix-LED-Scheinwerfer und eine Doppelverglasung an den vorderen Fenstern. Der Q3 ist der erste Audi der Kompaktklasse mit dieser Ausstattung, die den Innenraum leiser macht.
Zwei Bildschirme mit Diagonalen von 11,9 Zoll für die Instrumente und 12,8 Zoll für das zentrale Infotainment auf Basis von Android Automotive gehören ebenso zum Angebot wie ein Head-up-Display, ein Sonos-Soundsystem und zahlreiche Fahrerassistenzsysteme.
Verarbeitung, Sitze und Bedienelemente des Audi Q3 2026 hinterlassen auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Im Innenraum gibt es mehr Möglichkeiten für Ambientebeleuchtung und individuelle Farbeinstellungen. Zwischen den Vordersitzen steht mehr Stauraum für kleine Gegenstände zur Verfügung; außerdem wirkt der Bereich offener, weil der Getriebewähler an einen Hebel an der Lenksäule gewandert ist.
Das Kofferraumvolumen liegt zwischen 488 und 1386 Litern und lässt sich noch vergrößern: Die Rücksitze können auf einer 15 cm langen Schiene vor- und zurückgeschoben werden, zudem ist ihre Lehnenneigung einstellbar. Die Anhängelast des Q3 beträgt 2,1 Tonnen.
Audi Q3 2026 kommt im letzten Quartal
Die neue Generation des Audi Q3 kommt im letzten Quartal des Jahres auf den Markt. Alles deutet darauf hin, dass die Preise knapp unter 50.000 Euro beginnen werden. Der Q3 e-hybrid wird oberhalb dieser Grenze liegen.
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