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Isuzu D-Max: Die Pick-up zielt auf SUV-Verkäufe

Grau metallic Isuzu D-Max Prime Pickup Truck in moderner Autohaus-Ausstellungshalle.

Seit einigen Jahren sind die Passenger-Varianten von Pick-ups längst nicht mehr nur Nutzfahrzeuge mit verlängertem Fahrerhaus und fünf Sitzen. Modelle wie der neue Isuzu D-Max wirken deutlich hochwertiger – mit einem klaren Ziel: sich einen (in Europa kleinen) Teil der Verkäufe der allgegenwärtigen SUV zu sichern.

Auch wenn die Schlagzeilen rund um Pick-ups zuletzt eher düster waren – mit sinkenden Segmentzahlen in Europa und dem Rückzug wichtiger Baureihen – setzen Angebote wie der D-Max dagegen. Ein feinerer Auftritt, mehr Technik an Bord und eine stärkere Ausrichtung auf Abenteuergeist und Vielseitigkeit statt „hartem und kompromisslosem“ Arbeitseinsatz sollen neue Kundschaft ansprechen.

Dazu kommt ein Argument, das Pick-ups weiterhin stark macht: echte Offroad-Fähigkeiten, von denen die meisten SUV höchstens träumen können.

Ein passendes Beispiel ist der Isuzu D-Max als Doppelkabine 4×4 Auto LSE. Um herauszufinden, ob der japanische Pick-up tatsächlich SUV-Käufe „abjagen“ kann, haben wir ihn unter die Lupe genommen.

Unauffällig sein ist keine Option

In einem Fahrzeugbestand, der vor allem von Modellen der Segmente B und C geprägt ist, fällt der Isuzu D-Max allein wegen seiner Abmessungen sofort auf. In den USA gälte er noch als mittelgrosses Pick-up, hier im „alten Kontinent“ zieht er Blicke praktisch überall auf sich. Ohne Einpark-Kameras und Parksensoren könnte das Zusammenleben mit ihm im Stadtverkehr schnell zur Herausforderung werden.

Optisch punktet er mit dem kantig-aggressiven Auftritt, der Isuzu-Modelle seit einigen Jahren begleitet – und mit der auffälligen orangefarbenen Lackierung, die dafür sorgt, dass man nirgends übersehen wird.

Aussen verdient zudem das System Lob, mit dem sich die Ladewanne abdecken (und verriegeln) lässt. Die robuste Lösung erinnert an ein „Rollo“, das die gesamte Ladefläche verschliesst. So kann man den D-Max praktisch überall abstellen, ohne sich ständig Gedanken darüber zu machen, was hinten verstaut ist.

Gepflegter Innenraum

Wie bereits angedeutet: Die Zeiten, in denen Pick-ups ausschliesslich reine Arbeitsgeräte waren, sind vorbei – der Innenraum dieses D-Max belegt das eindrucksvoll. Wo früher bei solchen Fahrzeugen schlichte Kunststoffe dominierten und die Ausstattung gefühlt aus Tacho und sonst wenig bestand, präsentiert sich heute ein Cockpit, das sich vor einem „normalen“ Pkw nicht verstecken muss.

Im Isuzu D-Max trifft man auf eine sauber wirkende Verarbeitung, viele Ablagen (auch wenn das Handschuhfach gern grösser sein dürfte), angenehm anzufassende Materialien und eine Ausstattung, die manchen SUV neidisch machen könnte.

Beim Platzangebot gilt: vorn herrscht ein luftiges Raumgefühl, hinten kommen die „bescheidenen“ Wurzeln des D-Max stärker zum Vorschein – üppige Kniefreiheit ist dort nicht seine Paradedisziplin. Und was den „Kofferraum“ angeht, ist es schwer vorstellbar, was in die riesige Ladefläche nicht hineinpassen soll.

Gross, schwer, aber sparsam

Wenn es einen Bereich gibt, in dem sich Pick-ups am deutlichsten von SUV unterscheiden, dann ist es das Fahrgefühl. Mit Leiterrahmen (Longarinen und Querträgern) kann der D-Max in Sachen Komfort und Handling nicht mit monocoque aufgebauten SUV mithalten. Dafür sitzt man sehr hoch, was ein starkes Sicherheitsgefühl vermittelt – und beim D-Max ist das nicht nur Einbildung (er war der erste Pick-up mit fünf Sternen im EuroNCAP).

Ohne Zuladung wirkt das Heck mitunter etwas „hüpfend“ – eine Folge der auf „schwere Lasten“ ausgelegten Hinterachsabstimmung. Die Lenkung reagiert zudem weder so schnell noch so präzise wie bei vielen SUV mit selbsttragender Karosserie. Auf schlechtem Untergrund dreht sich das Bild jedoch: Die grossen Räder und der robuste Rahmen sorgen dafür, dass Unebenheiten und Hindernisse gefühlt einfach weggebügelt werden – und der Komfort kann dabei durchaus überzeugen.

Sobald der Asphalt endet, zählt der D-Max zu den Modellen mit den besten Offroad-Talenten am Markt. Untersetzung, Sperre für das Hinterachsdifferenzial und ein Fahrwerk mit ausreichend Federweg wecken direkt die Sehnsucht nach Abstechern Richtung Nordafrika – auf der Suche nach den alten Dakar-Pisten.

Überhaupt fühlt sich der D-Max „zu Hause“, sobald es ländlich wird. Dort wirken seine Dimensionen weniger überbordend, und sein Feinschliff erlaubt es, lange Strecken auf Schotter- und Feldwegen komfortabel und sicher zurückzulegen. Und auf genau solchen Wegen kann – sofern das fahrerische Talent mitspielt – der Hinterradantrieb sogar für ein paar besonders unterhaltsame Momente in Kurven sorgen.

Beim Motor setzt der Isuzu D-Max auf einen 1.9 l Turbo Diesel mit 164 cv und 360 Nm Drehmoment: ein echtes „Kraftpaket“! Die Fahrleistungen stimmen, enttäuschend ist höchstens die Kultiviertheit (wobei es mir als Fan der früheren Isuzu-Diesel sogar gefallen hat, ihn wie früher unter der Haube „brummen“ zu hören).

Dazu kommt eine Sechsgang-Automatik mit eher langer Übersetzung. Beim Zurückschalten agiert sie teils etwas träge und unentschlossen, lässt sich aber manuell beeinflussen (die Option, zu der man greift, wenn man die 164 cv wirklich „ausquetschen“ möchte). Der Vorteil dieser eher „gemächlichen“ Abstimmung: sehr ordentliche Verbrauchswerte.

Als ich den D-Max in die Lezírias im Ribatejo mitnahm, lagen die Durchschnittswerte bei 7,5 l/100 km; in der Stadt stiegen sie auf 10 l/100 km – für ein Fahrzeug dieser Art absolut vertretbar.

Ist das das richtige Auto für Sie?

Der Isuzu D-Max ist ein anschaulicher Beleg dafür, wie stark sich Pick-ups in den letzten Jahren entwickelt haben. Wo sie früher vor allem Arbeitstiere waren, bieten sie heute Qualität und Ausstattung, mit denen sie sich ohne grosse Berührungsängste mit SUV messen können. Dazu kommt ein geringerer IUC-Wert, weil sie als gemischte Fahrzeuge für Personen- und Gütertransport eingestuft sind.

Zwar erreicht der D-Max auf Asphalt nicht die dynamischen Qualitäten eines SUV; sobald die Strasse jedoch endet, liefert der japanische Pick-up echte Freiheit abseits befestigter Wege – und lässt dabei praktisch jeden SUV hinter sich, selbst Allradmodelle. Und das alles in einem Innenraum, der sich robust anfühlt, angenehm verarbeitet ist und gut ausgestattet daherkommt.

Unterm Strich: Wer ein widerstandsfähiges, vielseitiges Modell mit interessanter Ausstattung sucht, kann im Isuzu D-Max sehr gut die passende Wahl finden – weil er Arbeit und Freizeit auf erstaunlich angenehme Art zusammenbringt. Im Grunde ist der japanische Pick-up wie ein gutes Paar Lederstiefel: genauso schnell in den Stallungen zu Hause wie im Büro der Leitung eines Landguts.


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