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Audi Concept C und der bittere Design-Lag

Audi Elektro-Sportwagen in mattem Grau mit futuristischem Design und markanten Rücklichtern in Studio-Umgebung.

Freunde, ist euch die neue, erschreckende „Verzögerung“ aufgefallen, die Audi heimsucht?

Es ist der „Design-Lag“. Ja: So wie der träge Turbolader eines ur-Quattro oder RS2 sich genüsslich Zeit lässt, ehe er dem legendären quattro-Allradantrieb überhaupt Leistung liefert, klafft eine riesige Lücke zwischen dem, was Audis Designabteilung versprochen hat, und dem, was tatsächlich auf der Straße auftaucht.

Audi Concept C und der Design-Lag

Das Grundproblem: Konzeptfahrzeuge ergeben heute keinen Sinn mehr. In den 1970er- oder 1980er-Jahren war es nachvollziehbar, künftige Absichten zu präsentieren und darauf zu warten, dass sie in die Serienmodelle für den Showroom einsickern. Denn damals konnte man nur mit einem monatlich gekauften Magazin am Puls des Automobildesigns bleiben. Oder indem man aus dem Fenster von Klassenraum, Büro oder Schlafzimmer schaute, um zu sehen, was in der Nähe liegen geblieben war.

Heute gibt es jedoch Instagram, TikTok, Foren, per Over-the-Air-Update aktualisierte Spiele, Sofortnachrichten und KI. Wer wissen möchte, wie die nächste Audi-Familie aussehen wird, kann einen Bot bitten, die Tarnung zu entfernen – oder sich etwas auszudenken.

Audi stellte den attraktiven, erfrischenden Concept C im September 2025 vor – also vor fast einem Jahr. Ich besuchte ein Studio, musste mein Telefon abgeben, meine Brille auf Meta-Spannerblick überprüfen lassen, und wir drehten diesen ausführlichen Rundgang zum ersten Eindruck.

13 Minuten 15 Sekunden

Seitdem hat Audi ein Fahrzeug enthüllt, das dem Concept C ähnelt: den auf limitierte Stückzahlen ausgelegten Supersportwagen Nuvolari. Dabei handelt es sich um einen Lamborghini Temerario mit neuer Karosserie und maßgeschneidertem deutschem Anzug.

Alte Audi-Entwürfe statt klarer Concept-C-Linie

Gleichzeitig wurden zahlreiche überladene Autos gezeigt, die die klaren Gestaltungsmotive des Concept C vollständig ignorieren – weil sie bereits gezeichnet und freigegeben waren, bevor Audi den Kurs wechselte.

Nehmen wir den absurden neuen Q9 mit seinem grotesken, geradezu meme-tauglichen Kühlergrill. Den aktuellen Allroad, der die Haut des alten RS6 trägt wie ein sadistischer Serienkiller. Den kantigen neuen Q7, der offenbar frontal in einen Maschendrahtzaun gefahren ist. Und den überarbeiteten Q4 e-tron … der noch immer wie ein Skoda aussieht. Keines dieser Modelle wirkt, als könnte es aus demselben Unternehmen stammen wie der Concept C.

Gewiss, der neue RS5 sieht grandios aus – mit seinen angespannten Radhäusern und kaum gebändigter Bösartigkeit. Doch mit den schnörkellosen Flächen und den vertikalen Mikrogrill-Anklängen des Concept C hat das wenig zu tun.

Im Innenraum zeigt sich dasselbe Bild. Sämtliche neuen oder bald kommenden Audis stecken in einem Multiplex-Fegefeuer à la „Mein erster Laptop“ fest: riesige Flächen aus billigem, unerquicklich wirkendem Klavierlack und kaum noch gerändelte Metallschalter, die Audi-Innenräume einst zum weltweiten Maßstab machten.

Werft nun nochmals einen Blick in den Innenraum des Concept C. Dort bestimmen horizontale Linien und geschmackvoller Minimalismus das Bild. Ein rundes Lenkrad, reichlich gebürstetes Aluminium und kleine Bildschirme, die sich verbergen lassen, um die Bildschirmzeit zu reduzieren. Es ist fabelhaft. So gut sogar, dass es den scheidenden Designchef von Mercedes zu der gereizten Bemerkung brachte, es „sei in den 1990er-Jahren gestaltet worden“. Genau das ist ja der Punkt.

Unbequeme Zeiten also. Audis neues Designteam entwarf ein Auto, das der Welt sagte: „Entschuldigung, wir haben es mit Kühlergrills und Bildschirmen übertrieben, aber wir werden das jetzt wiedergutmachen.“ Danach musste es jedoch noch eine Reihe bereits genehmigter Fahrzeuge aus einer alten, diskreditierten Ära nachschieben.

Jetzt versteht ihr, warum Porsches immer gleich aussehen …

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