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Wärtsilä-Sulzer RT-flex96C: Der größte Schiffsmotor der Welt mit 14 Zylindern

Techniker in Schutzkleidung überwacht große grüne Industriemaschine in sauberer Werkhalle mit Geländer.

Ein einzelner Motor, der etwa so hoch wie ein vierstöckiges Gebäude ist, kann ein Schiff mit Tausenden Containern antreiben. Der Wärtsilä-Sulzer RT-flex96C mit 14 Zylindern wiegt rund 2.300 Tonnen und kann an nur einem Betriebstag Hunderte Tonnen Kraftstoff verbrauchen.

Wie groß ist der größte je gebaute Schiffsmotor?

Der RT-flex96C wurde für große Containerschiffe entwickelt und ist etwa 13,5 Meter hoch sowie mehr als 26 Meter lang. Seine 14 Zylinder sind in einer Konstruktion angeordnet, die so gewaltig ist, dass Techniker bei Inspektionen und Wartungsarbeiten durch interne Gänge laufen können.

Jeder Zylinder hat einen Durchmesser von 96 Zentimetern und einen Kolbenhub von 2,5 Metern. In der vollständigen Ausführung bringt der Motor etwa 2.300 Tonnen auf die Waage; allein die Kurbelwelle wiegt ungefähr 300 Tonnen. WinGD, das heute für die Technik zuständige Unternehmen, bezeichnet das Modell als den größten jemals gebauten Dieselmotor.

Wie erzeugt der Wärtsilä-Sulzer RT-flex96C mehr als 108.000 PS?

Der Motor arbeitet nach dem Zweitaktprinzip, bei niedriger Drehzahl und mit Turboaufladung. In der 14-Zylinder-Version leistet er bei lediglich 102 Umdrehungen pro Minute 80.080 Kilowatt beziehungsweise 108.920 PS. Dank der geringen Drehzahl kann der Motor unmittelbar mit der Welle des riesigen Schiffspropellers verbunden werden.

Wärtsilä erweiterte eine Motorenfamilie, die zunächst maximal 12 Zylinder umfasste, um zwei zusätzliche Zylinder und verstärkte zugleich tragende Bauteile. Das Unternehmen bestätigte offiziell, dass die 14-Zylinder-Ausführung 2006 als leistungsstärkster Motor ihrer Klasse zu diesem Zeitpunkt in Betrieb ging.

Wie viel Kraftstoff verbraucht dieser Gigant tatsächlich?

Die Angabe von 250 Tonnen täglich ist unter bestimmten Lastbedingungen möglich, stellt jedoch keinen festen Verbrauchswert dar. Der tatsächliche Bedarf hängt von der Geschwindigkeit, der transportierten Masse, dem Seegang, der Rumpfeffizienz und der auf jedem Reiseabschnitt benötigten Leistung ab.

  • Die Höchstleistung beträgt 80.080 Kilowatt bei 102 Umdrehungen pro Minute.
  • Der veröffentlichte spezifische Verbrauch bei Volllast liegt bei etwa 171 Gramm pro Kilowattstunde.
  • Bei kontinuierlicher Nennleistung ergibt die theoretische Berechnung mehr als 320 Tonnen Kraftstoff innerhalb von 24 Stunden.
  • Bei geringerer Last kann der Tagesverbrauch nahe bei den genannten 250 Tonnen liegen oder darunter bleiben.

Bei 171 Gramm pro Kilowattstunde und einer Nennleistung von 80.080 Kilowatt ergibt sich bei dauerhaftem Maximalbetrieb ein Wert von etwa 329 Tonnen pro Tag. In der Realität fahren Schiffe diesen Zustand nur selten über volle 24 Stunden, weshalb für kommerzielle Reisen niedrigere Werte genannt werden.

Das vom YouTube-Kanal WinGD geteilte Video zeigt den größten Motor der Welt im Einsatz.

Auf welchem Schiff wurde der Motor eingesetzt?

Das erste Exemplar mit 14 Zylindern nahm 2006 den kommerziellen Betrieb auf. Bekannt wurde die Technik vor allem durch ihren Einsatz in großen Containerschiffen der Emma-Mærsk-Generation. Dieses Schiff galt bei seiner Indienststellung als das größte der Welt und trug dazu bei, die Kapazität des internationalen Seetransports auszubauen.

Das elektronische Common-Rail-Einspritzsystem ermöglichte eine präzisere Steuerung jedes einzelnen Zylinders als frühere mechanische Modelle. Wärtsilä erklärte, die Technologie verbessere den Betrieb bei unterschiedlichen Leistungsstufen, senke den Verbrauch bei Teillast und verringere die Rauchbildung.

Ist dieser Motor noch immer der leistungsstärkste der Welt?

Er gilt weiterhin weithin als der größte je gebaute Hubkolbenmotor, beim Titel des leistungsstärksten Motors ist jedoch Vorsicht geboten. Aktuelle Kataloge führen Zweitakt-Schiffsmotoren mit einer maximalen Leistung von mehr als 82.000 Kilowatt und damit geringfügig über den 80.080 Kilowatt des RT-flex96C.

Auch wenn der Gigant nicht mehr jeden Rekord hält, verdeutlicht er die Größenordnung, die nötig ist, um den Welthandel zu bewegen. Gleichzeitig unterstreicht sein enormer Verbrauch die Dringlichkeit effizienterer Schiffe und weniger umweltschädlicher Kraftstoffe. Diese Entwicklung jetzt zu beobachten, ist entscheidend, denn die Zukunft der Ozeane hängt auch von den Maschinen ab, die unter den Decks verborgen arbeiten.

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