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Porsche streicht mehr als 500 Stellen und setzt wieder stärker auf Verbrennungsmotoren

Silberner Porsche Sportwagen mit auffälligen orangefarbenen Akzenten steht in modernem Showroom.

Der deutsche Autobauer streicht mehr als 500 Stellen und verabschiedet sich von einigen ehrgeizigen Vorhaben. Porsche setzt wieder stärker auf Verbrennungsmotoren

Porsche hat im Zuge einer umfassenden Neuausrichtung gleich drei Tochtergesellschaften zur Schließung vorgesehen. Betroffen sind das Batteriegeschäft Cellforce Group, die E-Bike-Sparte Porsche eBike Performance sowie das Softwareunternehmen Cetitec, das vernetzte und digitale Systeme für Porsche und den gesamten Volkswagen-Konzern entwickelte.

Mehr als 500 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.

Porsche beendet das Batterieprojekt Cellforce

Besonders einschneidend ist die faktische Einstellung von Cellforce. Noch vor wenigen Jahren galt das Vorhaben als wesentlicher Baustein für die elektrische Zukunft von Porsche. Das Unternehmen hatte die Einheit aufgebaut, um eigene Batterien zu entwickeln, mit denen sich die Elektroautos der Marke klarer von konkurrierenden Modellen abheben sollten.

Im Jahr 2022 bezeichnete der damalige Porsche-Chef Oliver Blume die Batteriezelle als „Brennkammer der Zukunft“. Inzwischen spricht Porsche offen von einer „technologieneutralen Antriebsstrategie“ – eine Formulierung, die in der Praxis den Verzicht auf eine groß angelegte eigenständige Batterieentwicklung bedeutet.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Porsche die Ziele für Cellforce zurückgenommen und die Sparte eher zu einem Forschungszentrum umgestaltet. Nun wird das Projekt vollständig beendet.

Schwächere Verkäufe und schwierige Kernmärkte

Unternehmenschef Michael Leiters erklärte: „Porsche muss sich auf das Kerngeschäft konzentrieren, und dafür werden schmerzhafte Einschnitte notwendig sein.“ Zudem müsse das Unternehmen „schlanker, schneller und effizienter werden“.

Die Krise bei Porsche zeigt sich besonders deutlich angesichts der nachlassenden Verkäufe von Elektrofahrzeugen und der verschlechterten Lage der Marke in wichtigen Märkten. Im ersten Quartal sanken die Verkäufe in Nordamerika um 11%, in Europa um 18%, während die Auslieferungen in China sogar um 21% einbrachen.

Gerade China verdeutlicht das Problem der Porsche-Strategie besonders schmerzhaft. Das Unternehmen führt seine Schwierigkeiten mit einer schwächeren Nachfrage nach Elektroautos an, obwohl der chinesische Markt bereits zu mehr als der Hälfte aus EV-Modellen besteht. Dies legt nahe, dass nicht die Elektrifizierung selbst das zentrale Problem ist, sondern die Wettbewerbsfähigkeit der Porsche-Produkte.

Die Elektrostrategie der Marke war zunächst äußerst erfolgreich gestartet. Der 2019 eingeführte Taycan wurde zu einem der auffälligsten Premium-Elektroautos seiner Zeit. Danach folgten jedoch erhebliche Verzögerungen. So verschob sich die Entwicklung des Macan Electric wegen Problemen in der Volkswagen-Softwareeinheit Cariad um beinahe zwei Jahre.

Porsche investiert wieder stärker in Verbrennungsmotoren

Porsche richtet seinen Kurs nun schrittweise neu aus. Das Unternehmen veräußert bereits Beteiligungen an nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten, darunter Strukturen mit Bezug zu Bugatti Rimac und der Rimac Group. Parallel dazu investiert der Hersteller zunehmend in die Modernisierung von Plattformen mit Verbrennungsmotoren – obwohl ursprünglich vorgesehen war, dass diese bis 2030 nur noch einen kleinen Anteil der Verkäufe ausmachen würden.

Vollständig verabschiedet sich Porsche dennoch nicht von Elektroautos. In naher Zukunft will das Unternehmen eine elektrische Variante des Cayenne auf den Markt bringen und die Produktion des benzinbetriebenen Macan endgültig einstellen. Die grundsätzliche Richtung hat sich jedoch verändert: Statt die gesamte EV-Infrastruktur eigenständig aufbauen zu wollen, setzt Porsche immer häufiger auf ein vorsichtigeres und risikoärmeres Entwicklungsmodell.

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