Modernisierung der Mitsubishi F-2 durch Northrop Grumman
Die Mitsubishi F-2 der Japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte könnten ein von Northrop Grumman angebotenes Modernisierungspaket erhalten. Das Vorhaben soll die Fähigkeiten des japanischen Kampfflugzeugs deutlich steigern und zugleich seine Nutzungsdauer verlängern. Für Japan könnte dies eine Zwischenlösung darstellen, falls sich das multinationale GCAP-Programm der sechsten Generation verzögert.
Wie das japanische Portal Traffic News gestern berichtete, „…stellte das US-Unternehmen Northrop Grumman bei einer Presseveranstaltung in Tokio am 22. April 2026 einen Plan zur Verbesserung der Fähigkeiten des F-2-Kampfflugzeugs vor…“. Die geplante Aufrüstung der F-2 umfasst den Austausch des Radars sowie die Integration des Systems für elektronische Kampfführung AN/ALQ-257 „IVEWS (Integrated Viper Electronic Warfare Suite)“.
Die Mitsubishi F-2 war das erste in Serie gefertigte Kampfflugzeug mit einem AESA-Radar, dem J/APG-1. Dieses System wurde im Laufe der Zeit auf den Standard J/APG-2 gebracht, um die Mittelstreckenrakete AAM-4B einbinden zu können. Northrop Grumman schlägt in seinem Konzept das Radar AN/APG-83 vor, das sowohl in F-16 Block 70/72 eingesetzt wird als auch ältere Fighting-Falcon-Varianten modernisiert.
Die Japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte befinden sich bereits mitten in der Einführung des Kampfflugzeugs der fünften Generation F-35A/B Lightning II. Ergänzt werden soll dieses Programm durch das multinationale Global Combat Air Programme (GCAP), das die Entwicklung eines Kampfjets der sechsten Generation zum Ziel hat. An dem Vorhaben sind das Vereinigte Königreich, Italien und Japan beteiligt.
Obwohl das GCAP Anfang April dieses Jahres durch die Vergabe eines wichtigen Vertrags an das eigens zur Führung des Programms gegründete Gemeinschaftsunternehmen Edgewing Auftrieb erhielt, sind Verzögerungen möglich – eine bei Projekten dieser Art stets vorhandene Herausforderung. Eine Modernisierung der F-2 würde den Japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräften daher zusätzliche Jahre verschaffen und ihnen gleichzeitig eine äußerst leistungsfähige Plattform erhalten.
Mitsubishi F-2
Die Entwicklung des Kampfflugzeugs Mitsubishi F-2 begann im November 1988, nachdem Japan und die Vereinigten Staaten ein Memorandum of Understanding über die Entwicklung dieses auf dem damaligen General Dynamics F-16 Fighting Falcon basierenden Jets unterzeichnet hatten.
„…Die F-2 verfügt über eine Flügelfläche, die etwa 25 % größer ist als jene der F-16. Diese zusätzliche Fläche ermöglicht eine größere interne Treibstoffmenge sowie zwei weitere Waffenstationen. Japan entschied sich dafür, die Tragflächenunterstruktur aus Graphit-Epoxidharz und modernster Co-Cured-Verbundwerkstofftechnologie herzustellen, um die Festigkeit zu maximieren und das Gewicht zu minimieren. Neben der größeren Flügelfläche ist der Rumpf der F-2 rund 43 cm länger als der der F-16. Auch die Höhenleitwerke sind größer…“, erläutert Lockheed Martin.
Sieben Jahre nach der Unterzeichnung des Abkommens hob der erste Prototyp ab; ab 1996 begann die Serienfertigung. Das erste F-2-Kampfflugzeug wurde im September 2000 an die Japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte ausgeliefert. Mitsubishi Heavy Industries fungierte als Haupthersteller, unterstützt im Inland von Kawasaki Heavy Industries und der SUBARU Corporation, während Lockheed Martin als ausländischer Unterauftragnehmer beteiligt war.
Die Japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte sind der einzige Betreiber der F-2. Sie beschafften 94 Serienmaschinen sowie vier Prototypen. Mit der Auslieferung des letzten Flugzeugs im September 2011 endete zugleich die Serienproduktion.
Verbesserungen, Bewaffnung und Ausmusterung der F-2
Im Laufe der Jahre erhielten die F-2 zahlreiche Verbesserungen und Modernisierungen. Dazu zählt die Aufrüstung des Radars J/APG-1 auf den Standard J/APG-2, die den Einsatz von AAM-4B-Luft-Luft-Raketen mittlerer Reichweite ermöglicht. 2015 wurde außerdem der Zielbeleuchtungsbehälter AN/AAQ-33 Sniper integriert und die Kompatibilität mit dem taktischen Datenlink Link 16 hergestellt.
Auch bei der Bewaffnung wurden die Luft-Luft- und Luft-Boden-Fähigkeiten der F-2 erweitert. Für Luft-Boden-Einsätze wurde die laser-/GPS-gelenkte Bombe GBU-54/56 LJDAM integriert. Zu den jüngsten Arbeiten gehört die Einbindung der Seezielflugkörper Typ 12. „…Flugzeuge, an denen diese Modifikationen vorgenommen wurden, werden als ‚F-2-Modell mit verbesserter Fähigkeit‘ bezeichnet und sollen ab dem Haushaltsjahr 2027 auf dem Luftwaffenstützpunkt Hyakuri der Japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte in der Präfektur Ibaraki in Dienst gehen…“, berichtete Traffic News.
Die Ausmusterung des Waffensystems ist für 2035 vorgesehen – zu diesem Zeitpunkt sollte das GCAP bereits verwirklicht sein. Eine Steigerung der F-2-Fähigkeiten würde den Japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräften jedoch eine Plattform zur Verfügung stellen, die dem regionalen Umfeld gewachsen ist.
Illustratives Titelbild. Bildnachweis: USAF – Staff Sgt. Curt Beach
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