SAIC Motor hat in China bereits die Bestellbücher für den neuen MG4 geöffnet. Die Preise starten bei 73.800 Yuan, was zum aktuellen Wechselkurs rund 8.805 Euro entspricht.
Der besonders niedrige Preis auf dem chinesischen Markt ist jedoch nicht die wichtigste Neuigkeit der zweiten Generation des chinesischen Elektroautos, die Portugal bislang noch nicht erreicht hat. Entscheidender ist ein MG4 mit Semi-Feststoffbatterie, der gegen Ende des Jahres in China auf den Markt kommen soll.
Zwar ist der MG4 nicht das erste Modell aus dem SAIC-Konzern, das diese Technik erhält – diesen Vortritt hatte die Limousine IM 6 –, dennoch zählt er zu den ersten Großserienmodellen, die auf diese neue Batterieart setzen.
MG4 Anxin Edition
Der MG4 ist in China bereits mit zwei LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) mit 42,8 kWh beziehungsweise 53,9 kWh erhältlich. Sie ermöglichen Reichweiten von bis zu 437 km und 530 km nach CLTC-Zyklus.
Die Ausführung mit Semi-Feststoffbatterie wird im September vorgestellt, während die Auslieferungen für Ende des Jahres vorgesehen sind. Möglich wurde diese Information durch eine vorzeitige Veröffentlichung des MIIT, des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie. Dabei wurde auch bekannt, dass diese spezielle Version MG4 Anxin Edition heißen wird.
Noch offen sind die endgültigen Daten der Batterie, darunter ihre Kapazität und die Reichweite, die sie dem MG4 ermöglichen wird. Fest steht, dass die Lithium-Ionen-Batterie von Suzhou QingTao Power Technology geliefert wird. Unklar bleibt allerdings die Zellchemie: Denkbar sind Lithium-Mangan-Oxid (LMO) oder eine manganreiche NMC-Batterie (Nickel, Mangan, Kobalt), also LMR.
Bestätigt ist hingegen, dass der MG4 Anxin Edition denselben Elektromotor mit 120 kW (163 PS) und 250 Nm wie die übrigen Varianten nutzt. Voraussichtlich wird sie zugleich die teuerste Ausführung der Baureihe sein.
Welche Vorteile bietet die Semi-Feststoffbatterie?
Laut SAIC hat die neue Semi-Feststoffbatterie ihre höhere Sicherheit bereits in Tests unter Beweis gestellt: Sie bestand erfolgreich einen Durchdringungstest in drei Richtungen. Darüber hinaus soll sie bei niedrigen Temperaturen besser arbeiten als LFP- oder NMC-Batterien und bei Minusgraden mit Vorkonditionierung bis zu 75 % der Reichweite bewahren.
Worin liegt aber der Unterschied zwischen den häufig diskutierten Feststoffbatterien und Semi-Feststoffbatterien? Wie die Bezeichnung nahelegt, handelt es sich bei Letzteren um eine Lösung, die zwischen beiden Technologien liegt. Ausschlaggebend ist die Art, wie der Elektrolyt eingesetzt wird.
Bei den heute marktüblichen Lithium-Ionen-Batterien ist der Elektrolyt flüssig, während er bei Feststoffbatterien – wie der Name sagt – fest ist. Semi-Feststoffbatterien kombinieren beide Ansätze: Der Elektrolyt enthält feste Partikel, die in einer leitfähigen Flüssigkeit schweben.
Neben den bereits genannten Vorzügen können Semi-Feststoffbatterien eine höhere Energiedichte bieten. Im Vergleich zu Feststoffbatterien lassen sie sich zudem einfacher und kostengünstiger herstellen. Der Grund: Ihr Produktionsverfahren unterscheidet sich nur geringfügig von dem anderer Lithium-Ionen-Batterien, was sich wesentlich auf die Kosten auswirkt – ein entscheidender Faktor bei Elektroautos.
Kommt der MG4 nach Portugal?
Bislang gibt es keine Bestätigung, wann die zweite Generation des MG4 in Portugal oder auf den übrigen europäischen Märkten eingeführt wird. Ebenso ist noch nicht entschieden, ob der MG4 mit Semi-Feststoffbatterie dort verkauft werden soll.
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