Zuerst kam der Mokka X: Das 2016 durchgeführte Facelift des Mokka ergänzte den Modellnamen nicht nur um den Buchstaben „X“, sondern brachte auch kleinere optische Änderungen mit sich. Bereits 2017 stellte Opel den Crossland X vor, den natürlichen Nachfolger des Meriva – ein Kompakt-SUV statt eines Vans, was ist daran neu? – der gemeinsam mit PSA entwickelt wurde. Inzwischen lernten wir auch den Grandland X kennen, Opels neues Angebot im C-SUV-Segment.
Opels neue SUV-Modellreihe
Was verbindet diese drei Modelle? Sie gehören allesamt zu den neuen, vielseitigeren Angeboten der deutschen Marke, deren Gestaltung sich an der SUV-Welt orientiert. Gerade mit dem Crossland X will Opel in einem Segment Fuß fassen, das in Portugal klar vom Renault Captur beherrscht wird. Wir haben den neuen Opel Crossland X kennengelernt.
Ein kompaktes SUV für die Stadt
Mit 4.212 mm Länge, 1.765 mm Breite und 1.605 mm Höhe fällt der Opel Crossland X etwas kürzer, schmaler und niedriger aus als der Mokka X. Damit ist er im B-Segment unterhalb dieses Modells angesiedelt. Doch die Unterschiede beschränken sich nicht auf die Abmessungen.
Während der Mokka X einen abenteuerlicheren, wenn man so will, „geländetauglichen“ Charakter verkörpert, ist der Crossland X deutlich stärker auf den Stadtverkehr zugeschnitten. Das wird bereits an seinem Exterieur sichtbar.
Als Ergebnis der Zusammenarbeit mit der PSA-Gruppe basiert er auf derselben, jedoch verlängerten Plattform wie der Citroën C3.
Optisch erinnert der Crossland X an einen groß gewachsenen Opel Adam: Die zweifarbige Karosserie, die C-Säule und die Chromleisten entlang des Dachs sind vom Kleinstwagen inspiriert. Darüber hinaus reichen die Anleihen beim Adam allerdings nicht. Dessen rebellische Ausstrahlung wurde durch einen sachlicheren Auftritt ersetzt.
Und weil es sich um ein SUV handelt – wenn auch um einen entfernten Verwandten eines MPV –, dürfen mehr Bodenfreiheit und Kunststoffschutzleisten an der Karosserie nicht fehlen. Sie sind jedoch nicht für Geländefahrten gedacht. Vielmehr sollen sie Bordsteinberührungen verhindern und den Lack vor Kratzern durch andere Fahrzeuge auf Parkplätzen schützen. Nicht ohne Grund spricht man vom „Stadtdschungel“.
Platzangebot und Innenraum des Opel Crossland X
Trotz seiner kompakten Außenmaße hat Opel im Innenraum viel Wert auf ein gutes Raumgefühl gelegt und folgt damit dem alten Grundsatz „klein außen, groß innen“. Tatsächlich gibt es über mangelnden Platz kaum Grund zur Klage.
Zahlreiche Ablagen stehen zur Verfügung. Werden die im Verhältnis 60/40 umklappbaren Rücksitze umgelegt, wächst das Kofferraumvolumen von regulär 410 Litern auf 1.255 Liter bis zum Dach. Die für SUV typische erhöhte Sitzposition erleichtert zudem das Ein- und Aussteigen.
Beim Design entwickelt Opel die Formensprache weiter, die bereits aus anderen Baureihen der Marke bekannt ist. Vor allem an Mittelkonsole und Armaturenbrett sind Einflüsse des Astra erkennbar.
Beim Technologiepaket zeigt diese Innovation-Ausführung jedoch eine Schwäche: Ein Navigationssystem ist nicht serienmäßig an Bord, sondern für 550 € optional erhältlich. Ansonsten ermöglicht das Infotainmentsystem 4.0 IntelliLink die Smartphone-Integration über Apple CarPlay und Android Auto. Wie in der gesamten Opel-Palette gehört außerdem der Reiseassistent Opel OnStar dazu.
Ein Van im SUV-Gewand?
Der Crossland X ist mit Motoren von 81 bis 130 PS erhältlich. Wir konnten die mittlere Dieselvariante testen: den 1.6 Turbo D ECOTEC. Mit 99 PS und 254 Nm Drehmoment ist dieser Motor erwartungsgemäß kein ausgesprochener Kraftprotz, erfüllt die Erwartungen aber durchaus.
Der 1.6 Turbo D Ecotec arbeitet hier mit einem Fünfganggetriebe zusammen und fühlt sich im Stadtverkehr wohler als auf der freien Strecke. Seine Leistungsentfaltung bleibt dabei angenehm gleichmäßig. Zusätzlich überzeugt er mit niedrigem Verbrauch: Werte um 5 Liter/100 km ließen sich ohne größere Mühe erreichen.
Dynamisch zählt er sicher nicht zu den mitreißendsten oder unterhaltsamsten Modellen seines Segments, und zu Ausflügen abseits befestigter Wege animiert er ebenfalls nicht. Dennoch erledigt er seine Aufgabe ordentlich. Das bedeutet, dass er bei Ausweichmanövern präzise auf Lenkeingaben reagiert. Beim Komfort präsentiert er sich auf gutem Niveau.
Die hohe Sitzposition verbessert zweifellos die Sicht nach vorn. Andererseits kann die etwas breitere als übliche B-Säule die seitliche Sicht im toten Winkel gelegentlich beeinträchtigen. Ernsthaft problematisch ist das allerdings nicht.
Bei den Fahrerassistenzsystemen verfügt der Crossland X in dieser Version über einen Spurverlassenswarner sowie die Frontkamera Opel Eye mit Verkehrszeichenerkennung.
Anders als der Mokka X, Opels eher „frisch geschlüpftes“ Modell in diesem Segment, verbirgt der Crossland X seine Van-Vergangenheit nicht: Er ist ohne jeden Zweifel ein kompaktes SUV, das stärker auf Familien und den urbanen Alltag ausgerichtet ist.
Damit erfüllt der Crossland X alles, was man von einem Fahrzeug dieser Art erwartet: Platz, niedrigen Verbrauch, Komfort und eine gute Ausstattung. Ob das genügt, um sich in einem der umkämpftesten Segmente durchzusetzen? Das wird erst die Zeit zeigen.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen