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Lotus Evija: Die Aerodynamik des 2000-PS-Hypercars

Gelber Lotus Evija Sportwagen mit schwarzem Dach in modernem Showroom vor Fensterfront.

Als wir ihn kennenlernten, hätte der Kontrast zu den anderen Sportwagen der Marke kaum größer ausfallen können. Der Lotus Evija ist mit 2000 PS das stärkste Serienfahrzeug aller Zeiten; zugleich gab es noch nie einen so schweren Lotus, denn er bringt 1680 kg auf die Waage.

Darüber hinaus bietet dieser elektrische Hypercar einen Ausblick auf die mögliche Zukunft von Lotus, das inzwischen dem chinesischen Konzern Geely gehört. Der britische Hersteller will Ende dieses Jahres oder Anfang des nächsten einen neuen Sportwagen präsentieren, der als letzter neu eingeführter Lotus mit Verbrennungsmotor angekündigt wurde.

Der Evija erhält damit zusätzliche Bedeutung, obwohl lediglich 130 Exemplare entstehen werden. Er könnte durchaus zu einem unverzichtbaren Bezugspunkt für die künftigen Lotus-Modelle werden.

Lotus Evija: Leistung und angekündigte Fahrwerte

Bei der Maschine selbst stellt sich die Frage, wie sie dem … Gewicht ihrer eigenen Zahlen gerecht werden will. Sie sollen den Evija zum schnellsten Lotus aller Zeiten machen: unter 3,0 s für den Sprint von 0 auf 100 km/h, weniger als 9,0 bis zu … 300 km/h sowie eine angekündigte Höchstgeschwindigkeit von mehr als 320 km/h.

Aerodynamik des Lotus Evija

Die Aerodynamik wird dabei eine unverzichtbare Hauptrolle spielen. Richard Hill, Leiter für Aerodynamik und Thermomanagement bei Lotus und seit mehr als 30 Jahren im Unternehmen, erläutert genauer, wie der Evija gegen den Luftstrom kämpft. Sein Vergleich zwischen der Aerodynamik des Evija und jener gewöhnlicher Sportwagen verdeutlicht den Unterschied:

„Es ist, als würde man einen Kampfjet mit dem Drachen eines Kindes vergleichen“

Um diese Analogie besser einzuordnen, verweist Hill auf seine Erklärung: „Die meisten Autos müssen ein Loch in die Luft schlagen, um sie mit roher Gewalt zu durchdringen, doch der Evija ist wegen seiner Porosität einzigartig.“ Porosität? Hill führt aus: „Das Auto ‚atmet‘ die Luft buchstäblich. Die Front funktioniert wie ein Mund: Sie atmet die Luft ein, saugt sämtliche Kilogramm ihres Werts auf – in diesem Fall Abtrieb – und atmet sie über das dramatische Heck wieder aus.“

Beim Blick auf das extremistische Design des Lotus Evija mit seinen komplexen Flächen fallen besonders die beiden „Öffnungen“ am Heck auf. Dabei handelt es sich um nichts anderes als Venturi-Tunnel, die Teil dieser sogenannten „Porosität“ sind. Sie tragen dazu bei, den Luftwiderstand zu verringern:

„… ohne sie wäre der Evija wie ein Fallschirm, mit ihnen hingegen wie ein Schmetterlingsnetz …“

Um den Abtrieb weiter zu erhöhen, verfügt der Lotus Evija außerdem über aktive Aerodynamikelemente, darunter den Heckflügel. Dieser kann sich über die Karosserie anheben und dadurch „saubere“ Luft erfassen. Zusätzlich besitzt er ein dem Formel-1-System ähnliches Drag Reduction System, kurz DRS: Ein mittig am Heck angebrachtes horizontales Element ermöglicht dem Fahrzeug nach seiner Aktivierung eine höhere Geschwindigkeit.

An der Front sitzt zudem ein dreiteilig gestalteter Splitter. Der mittlere Bereich leitet Luft zur Kühlung der Batterie, die in der Fahrzeugmitte hinter den beiden Insassen montiert ist. Die kleineren seitlichen Bereiche unterstützen dagegen die Kühlung der ebenfalls angetriebenen Vorderachse.

Der Splitter reduziert außerdem die Luftmenge, die unter das Fahrzeug gelangt. Das ist erwünscht, weil es sowohl den Luftwiderstand als auch den Auftrieb unter dem Auto senkt. Gleichzeitig trägt die entstehende Druckdifferenz zwischen Fahrzeugunterseite und -oberseite dazu bei, die Abtriebswerte zu steigern.


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