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BMW M: Keine Leistungsgrenze in Sicht

Blaues BMW M2 Coupé auf glänzendem Boden mit Rennwagenbildern im Hintergrund in Ausstellungsraum.

Die stärksten BMW M erreichen heute 625 PS – so viel leisten die Competition-Versionen von M5, M8, X5 M und X6 M. Doch offenbar will die BMW Motorsport GmbH damit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben. Beim Thema Leistungsgrenze scheint nach oben alles offen zu sein.

Darauf deuten die Aussagen von Markus Flasch, CEO von BMW M, in einem Interview mit dem australischen Magazin Which Car hin. Darin ging es um verschiedene Themen, darunter auch um die besonders leistungsstarken Modelle.

„Leistung ist ohne Kontrolle nichts, richtig? Es gibt nicht so etwas wie zu viel Leistung; entscheidend ist nur, wie wir sie in einem Automobil abstimmen und verfeinern und wie wir sie beherrschbar machen.“

Leistungskriege bei BMW M, AMG und RS

Im englischsprachigen Raum wurde der Begriff „Leistungskriege“ verwendet, um den Wettbewerb zwischen den deutschen Sportabteilungen M, AMG und RS zu beschreiben. Die Leistungswerte stiegen zeitweise deutlich an: Vom M5 E39 mit 400 PS ging es etwa zum M5 E60 mit 507 PS. In den vergangenen Jahren fielen die Schritte allerdings wesentlich kleiner aus, wie der Vergleich zwischen M5 F10 und M5 F90 zeigt. Ist damit eine Grenze erreicht?

Laut Flasch ist das nicht der Fall: „Wenn man 10 oder 15 Jahre zurückblickt und sich damals eine Limousine mit 625 PS vorgestellt hätte, wäre man vermutlich erschrocken. Heute kann ich einen M5 mit 625 PS anbieten und meine Mutter im Winter damit fahren lassen – und es wäre für sie völlig in Ordnung.“

„Rechnet nicht mit einer Leistungsgrenze.“

Doch ist es angesichts immer strengerer Emissionsvorschriften nicht widersprüchlich, zunehmend leistungsstärkere und damit potenziell emissionsintensivere Fahrzeuge auf den Markt zu bringen? An dieser Stelle kommt die Elektrifizierung ins Spiel. Markus Flasch verfolgt dabei jedoch eine klare Vorstellung: Ob Hybrid oder Elektroantrieb – künftige BMW M mit diesen Technologien müssen ihren Vorgängern im Charakter überlegen sein. „Wir werden den unverwechselbaren Charakter unserer heutigen M-Fahrzeuge nicht verändern oder beeinträchtigen.“

BMW M2 CS ist der Favorit

Umso bemerkenswerter ist, dass trotz der Aussagen über eine fehlende Leistungsgrenze für kommende BMW M der M2 sein bevorzugtes M-Modell ist. Mit 410 PS als Competition und 450 PS in der jüngsten, besonders kompromisslosen CS-Ausführung ist er das leistungsschwächste der „echten“ M-Modelle. Gleichzeitig erhielt er von Medien und Kunden besonders viel Lob.

Auch für Flasch ist der BMW M2 CS nach einer Frage von Which Car der Favorit. „Er ist ein sehr reines, klar definiertes Gesamtpaket. Handschaltung. Im Grunde die Technik des M4 in einem kompakteren Paket.“ Nach M8 und X6 M wird er vermutlich sein nächster „Firmenwagen“.

Handschaltgetriebe bei BMW M

Mit dem M2 CS kam zwangsläufig auch das Thema Handschaltgetriebe auf. Nach Flaschs Aussagen dürften sie bei BMW M nicht so bald verschwinden: „Für mich ist ein manuelles Getriebe nicht mehr das zugänglichste Angebot (…) Heute ist das Handschaltgetriebe etwas für Enthusiasten, für Menschen, die eine mechanische Uhr tragen. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, ein manuelles Getriebe anzubieten (M3 und M4), und der einzige Markt, der darauf bestanden hat, waren die Vereinigten Staaten von Amerika.“

Auch wenn für künftige BMW M offenbar keine Leistungsobergrenze vorgesehen ist, bleibt offenbar zugleich Platz für einfachere, interaktivere und nicht ganz so schnelle Fahrzeuge – sogar mit Handschaltung.


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