Der neue – also wirklich komplett neue – Dacia Spring zählt zu den liebsten kleinen Elektroautos von Top Gear. Allerdings ist der Winzling erwachsener geworden: breiter, etwas kräftiger und zudem schneller.
Dacia Spring auf neuer RG-EV-Small-Plattform
Der Grund: Der vollständig neue Spring nutzt nun dieselbe technische Basis wie der hervorragende Renault 5, Renault 4 und der Alpine A290 Hot Hatch. Freunde von Plattformcodes dürfen sich freuen: Der Spring steht jetzt auf der RG-EV-Small-Plattform. Hurra!
Das hat einen klaren Vorteil, denn die Technik ist bereits erprobt und ausgezeichnet. Zugleich steigt das Gewicht jedoch deutlich: Lag der Spring früher bequem unter einer Tonne, bringt er nun 1.212 kg auf die Waage. Das sind mehr als 200 kg zusätzlich. Hier bitte die unvermeidlichen Witze über ein üppiges Frühstück einfügen.
Trotzdem arbeitet er effizienter als sein Vorgänger. Dacia gibt für die kleine, aber grössere 27,5-kWh-LFP-Batterie einen Verbrauch von 4,9 Meilen/kWh an, was rund 12,7 kWh/100 km entspricht. Statt 69 und 99 elektrischen PS der vorherigen Generation liefert er jetzt beinahe achtzig elektrische PS.
Damit absolviert er den Sprint von 0 auf 100 km/h in – haltet eure rasenden Herzen fest – 12,1 s. Gewicht, Akkukapazität, Leistung und die 0-auf-100-km/h-Zeit entsprechen damit exakt denen seines Renault-Twingo-Verwandten. Er ist schneller als der frühere Einstiegs-Spring 70, bleibt aber hinter dem auslaufenden Spring 100 zurück. Natürlich ist ein Sprintwert in einem Auto für verstopfte Stadtstrassen voller typischer Grossstadt-Hindernisse ziemlich unwichtig. Dacia hat nämlich ermittelt, dass die meisten Spring-Besitzer täglich bis zu 13 Meilen fahren – bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 13 mph.
Reichweite und Ladezeiten des Dacia Spring
Die angegebene WLTP-Reichweite von 155 Meilen sollte somit für eine ganze Woche ausreichen. Muss der Akku doch geladen werden, soll der Spring laut Dacia an einer dreipoligen Steckdose in neun Stunden von 15 auf 80 Prozent kommen. Mit einer leistungsstärkeren Steckdose dauert derselbe Vorgang 5 Std. 40 Min., an einer 7-kW-Wallbox 2 Std. 55 Min. und an einem 50-kW-Schnelllader 28 Min.
Optisch wirkt der Spring etwas verspielter und kantiger als zuvor. Seine untere Frontpartie ragt ein wenig wie der Kiefer einer verwirrten Bulldogge hervor, doch insgesamt bleibt der Auftritt angenehm eckig und zweckmässig. Schutzpaneele an der Karosserie machen ihn ausserdem stadttauglich. Erfreulich kompakt bleiben die Räder mit 15 oder 16 Zoll.
Die RG-EV-Small-Plattform lässt den Spring um 18 cm in der Breite und 15 cm in der Länge wachsen – womit er beispielsweise etwas grösser als ein Fiat 500e ist. Dacia zufolge schafft das zugleich mehr Platz im Innenraum.
Innenraum, Kofferraum und Ausstattung
Auch Heck und Innenraum wurden aufgeräumt. Im Cockpit zieht sich nun eine „Leiste“ über die gesamte Breite des Armaturenbretts. Sie umfasst drei physische Regler, einen 10,1-Zoll-Touchscreen, der nur für die höhere Ausstattung erhältlich ist, sowie zwei USB-C-Anschlüsse. Vor dem Fahrer sitzt ein 7-Zoll-Display; insgesamt wirkt alles angenehm klar und unkompliziert.
Der Kofferraum fasst 337 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf 1.283 Liter. Dazu kommen ein kleiner vorderer Kofferraum, Dacias praktisches „YouClip“-Zubehörsystem sowie V2L. Zur Auswahl stehen nur zwei Ausstattungslinien:
- Expression: 15-Zoll-Stahlräder, Zentralverriegelung, elektrisch verstellbare Aussenspiegel, Klimaanlage und Stoffpolsterung.
- Journey: die Ausstattung des Expression, ergänzt um 16-Zoll-Stahlräder, Rückfahrkamera, den 10,1-Zoll-Bildschirm, eine Kofferraumabdeckung und hochwertigere Polsterung.
Bei den Lackierungen beschränkt sich die Auswahl auf vier Farben: Hellblau, Grau, Schwarz und Weiss.
Konkrete Preise hat Dacia noch nicht genannt. Der Hersteller weist lediglich darauf hin, dass der Preis voraussichtlich unter 18.000 Pfund liegen wird, bevor mögliche Förderungen für Elektroautos berücksichtigt werden. Damit bleibt er ein sehr, sehr günstiges kleines Elektroauto.
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