Zum Inhalt springen

BMW 330Ci E46 von eBay: Modernes Technik-Upgrade für den Klassiker

Silberner BMW E46 fährt auf einer Landstraße mit Bäumen im Hintergrund bei Tageslicht.

Ein altes Auto also?

Ganz genau. Nach Daten der SMMT ist inzwischen fast ein Drittel aller Autos im Vereinigten Königreich – rund 11,4 Millionen Fahrzeuge – älter als zwölf Jahre. Fällt dein Gefährt in diese Kategorie, dürfte sich die Technik an Bord inzwischen ungefähr so modern anfühlen wie ein echter mittelalterlicher Streitwagen.

Die übliche Lösung besteht darin, eine Werkstatt zu finden, die Smartphone-Konnektivität nachrüstet – entweder über den vorhandenen Bildschirm oder mit einem eigens dafür eingebauten neuen Display. Aber was, wenn du noch einen Schritt weitergehen willst?

Hier kommt eBays jüngstes Projekt ins Spiel: ein BMW 330Ci der Baureihe E46 mit rund 136.800 km Laufleistung und einem besonderen Kniff. Das Coupé wurde mit verschiedenen über den Marktplatz beschafften Technologien aufgewertet, darunter eine Xtrons-Einheit zur Smartphone-Bildschirmspiegelung, eine Nextbase-Dashcam für Front und Heck, eine Rückfahrkamera sowie sogar ein Head-up-Display.

Im Innenraum des Oldtimers finden sich ausserdem ein neues USB-Ladekabel, ein fest integrierter GPS-Tracker und ein 520-Watt-Lautsprechersystem von Gladen. Für ein zwei Jahrzehnte altes Coupé sind das ausgesprochen willkommene Neuerungen.

Funktioniert die Technik überhaupt?

Die CarPlay-Einheit arbeitet reibungslos. Das HUD hinkt beim Beschleunigen allerdings um einige Zehntelsekunden hinterher, während es beim Verzögern deutlich präziser reagiert.

Die unter dem Kofferraumdeckel montierte Einparkamera ist ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung. Sobald der Rückwärtsgang eingelegt wird, erscheint auf dem zentralen Bildschirm die Ansicht nach hinten; Hilfslinien und akustische Warnungen unterstützen beim Rangieren. Weil die Kamera etwas tief sitzt, ist das Sichtfeld leicht eingeschränkt – dennoch ist sie klar besser als gar keine Rückfahrhilfe.

Unser grösster Kritikpunkt betrifft den Totwinkelwarner. Dabei handelt es sich um eine kleine Leuchte, die an der unteren Ecke der Seitenscheiben angebracht ist und aufleuchtet, sobald ein Fahrzeug in den, nun ja, toten Winkel gerät. Ihre Aufgabe erfüllt sie, doch statt einer flackernden gummierten Kuppel hätte man hier eine elegantere Lösung wählen können.

Und was ist mit ordentlich Bass?

Dem Audiosystem würden etwas mehr Bass und Klarheit guttun. Die komplexe Elektronik des Umbaus hatte zudem zur Folge, dass die Lautstärketaste am Lenkrad nicht funktioniert – die Bedienung ist nur über den Schalter am Armaturenbrett möglich.

Insgesamt ist dieser Ci jedoch deutlich besser als zuvor: Er lässt sich leichter fahren, und die neue Technik drängt sich nicht in den Vordergrund. Abgesehen von einem aufgewerteten Ölfilter und einer kernigeren Abgasanlage blieb die Technik im Inneren unangetastet, damit das Gesamterlebnis möglichst authentisch bleibt. Das bedeutet 231 PS und 300 Nm an den Hinterrädern, 0–100 km/h in 6,5 s sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 249 km/h. Unterm Strich eine solide Arbeit.

Gibt es auch optische Veränderungen?

Durchaus. Hinzugekommen sind neue Fussmatten, Einstiegsleisten und ein Schaltknauf für das Sechsgang-Schaltgetriebe. Dazu kommen neue Blinkerleuchten, Auspuffschellen und ein Satz Michelin-Ganzjahresreifen.

Was hat das Ganze gekostet?

Ohne Arbeitskosten beliefen sich die Ausgaben auf etwas mehr als 2.200 £: 1.200 £ entfielen auf die neue Innenraumtechnik, weitere 1.000 £ auf Reifen und äussere Auffrischungen.

Wie lange dauert der Einbau?

Die erfahrene Mechanikerin Hannah Gordon, die bereits am Projekt McLaren Solus GT gearbeitet hat, betreute diesen speziellen Umbau. Ihrer Einschätzung nach würde die Fertigstellung normalerweise zwischen sechs und neun Tagen dauern.

„Der E46 hat eine ikonische Form, deshalb wollten wir nicht zu viel verändern“, sagte sie. „Die Aufgabe bestand darin, die gesamte Technik hinzuzufügen und es dennoch so aussehen zu lassen, als wäre das Auto gerade erst aus dem Werk gekommen. Deshalb haben wir nur dezente Änderungen vorgenommen. Die meisten Menschen würden nicht einmal erkennen, dass es modifiziert wurde.“

Zu möglichen Schwierigkeiten sagte Gordon: „Wir mussten den Innenraum und den Kofferraum komplett ausbauen, denn bei diesen alten Autos ist es wahrscheinlich, dass ein Vorbesitzer bestimmte Komponenten verändert hat. Man braucht also durchaus Fachwissen.

„Aufgrund ihrer Form können Coupés schwieriger zu bearbeiten sein als etwa ein Schrägheckmodell. Und weil die Änderungen integriert wirken sollten, musste die Verkabelung so weit wie möglich verborgen werden. Manchmal nimmt nicht der Einbau der Teile die meiste Zeit in Anspruch, sondern sie so aussehen zu lassen, als hätten sie schon immer dorthin gehört.“

Sollte ich meinen mittelalterlichen Streitwagen also umrüsten?

Das hängt vor allem davon ab, welchen Wert dein alter Karren noch hat. Nur als Beispiel: Gebrauchte E46 werden derzeit zu sehr unterschiedlichen Preisen gehandelt. Mehr als zwei Riesen in ein Auto zu investieren, das möglicherweise selbst kaum mehr wert ist, erscheint daher wirtschaftlich nicht unbedingt sinnvoll. Wenn die Rechnung für dich aufgeht, ist es aber ein gutes Upgrade – nicht zu aufdringlich, aber ausreichend, um den Alltag etwas leichter zu machen.

Bilder: Joseph Harding

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen