Laut Hiroshi Tamura, Markenbotschafter von Nissan, könnte der nächste Nissan GT-R durchaus als Hybrid erscheinen. Allerdings könnte es auch noch einmal zehn Jahre dauern, bis er auf den Markt kommt – dazu später mehr.
Tamura-san, früherer GT-R-Produktplaner und einer der „Väter“ des R35, erklärte TopGear.com, dass er nicht völlig davon überzeugt sei, Godzillas Rückkehr werde ausschliesslich elektrisch angetrieben.
„Ich bin nicht sicher, ob er zu 100 Prozent ein Elektroauto wird“, sagte er. „Ich glaube, Nissan wird die Kunden nach ihrer Meinung zum nächsten GT-R fragen. Und wenn die Kunden kein vollständig elektrisches Auto wollen, sollten wir keines bauen.
„Wenn Kunden jedoch einen Hybrid akzeptieren würden, könnte er wahrscheinlich kommen.“
Nissan GT-R: Hybridantrieb als mögliche Lösung
Dabei gibt es einen wichtigen Vorbehalt: Tamura-san stand als Produktplaner von Godzilla und zuvor der Skylines über lange Zeit im Mittelpunkt der Geschichte des R35 GT-R. Heute gehört er allerdings nicht mehr zum engsten GT-R-Kreis. Diese Verantwortung liegt nun bei dem neuen CEO und Performance-Car-Fan Ivan Espinosa sowie dessen Team.
Tamura-san ist dennoch überzeugt, dass sie die richtigen Fragen stellen werden. „Wir müssen den nächsten Trend zeigen“, sagte er. „Das ist eine sehr wichtige Aufgabe für den GT-R. Es ist leicht zu sagen: ,Oh, vielleicht wird er ein Hybrid‘, aber meiner Meinung nach ist am wichtigsten, wie sich der Kunde, wie sich das Publikum beim Fahren fühlt.“
Vom Skyline GT-R zum V6-Monster R35
Er verweist auf seine eigenen Erfahrungen bei der Gestaltung und Entwicklung von Godzillas langer Geschichte. Um die Jahrtausendwende gehörte er gemeinsam mit Kazutoshi Mizuno zu den Verantwortlichen, die den Supercar-Jäger wiederbeleben sollten.
Wie Sie sich erinnern werden, entwickelte sich der Skyline GT-R von einer langen Reihe starker Reihensechszylinder, die sich von 1969 bis zum R34 erstreckte, zu einem V6-Monster im inzwischen endgültig eingestellten R35.
„Als wir den R35 zum ersten Mal intern zeigten, war die Reaktion furchtbar!“, lachte er. „Sie sagten: ,Tamura-san, es muss ein Reihensechszylinder sein, du kannst keinen langweiligen V6 einbauen!‘
„Ich weiss, dass der RB26 einen schönen, kreischenden Klang hat, aber wir brauchten Spannung und eine neue Lösung – deshalb haben wir den V6 gewählt.“
Sein Fazit: Wir sollten uns nicht daran festbeissen, was den nächsten GT-R antreibt. „Die Menschen erwarten die Lösung vielleicht nicht, doch das Ziel – und das Wichtigste – ist Freude. Nicht der Name der Lösung. Es geht darum, etwas Neues zu schaffen, einen neuen Trend zu setzen.“
Unsichere Zukunft für den nächsten GT-R
All das setzt voraus, dass Nissan überhaupt die Gelegenheit erhält, einen neuen GT-R zu bauen. Von aussen betrachtet scheint es einfach: Ein Auto, das so tief in der Unternehmensgeschichte verankert ist, dass ein Nachfolger selbstverständlich wirken müsste.
Doch Nissan steckt in Schwierigkeiten: Kürzlich kündigte das Unternehmen an, weitere Stellen zu streichen – inzwischen insgesamt 20.000 –, sieben Werke zu schliessen und die gesamte Entwicklung neuer Autos nach 2026 auf Eis zu legen. Ob Godzilla zu Nissans Welt nach 2026 gehört, wurde nicht erwähnt.
Tamura-san weiss jedoch, wie tief die Verbindung zum GT-R reicht. „Ich glaube, es ist etwas Grundlegenderes, eine spirituelle Verbindung nach innen und aussen. Eine Möglichkeit, diese Verbindung herzustellen, ist ein emotionales Auto.
„Der GT-R ist wie Gundam-Technik. Er verkörpert sehr starke Kraft, die durch Technologie kontrolliert wird. Sie sind der Kommandant. Das Auto ist die Erweiterung.
„Beim GT-R geht es um starke Führung. Das ist seine Verbindung zu unserem Unternehmen.“ Hoffentlich wird sich dieses Gesicht erneut aus dem Ozean erheben und eine völlig neue Generation von Supersportwagen erschrecken.
Bild: Toby Thyer für Top Gear
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