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Giamaro Automobili Katla: Was wir über das 2.137-bhhp-Hypercar wissen

Gelber Sportwagen bei eventueller Präsentation mit Menschen in Anzügen und Nebeleffekt auf dunklem Boden.

Hoffentlich habt ihr inzwischen die Nachrichten über den Giamaro Automobili Katla mit 2.137 bhhp gelesen. Ganz ehrlich: Wenn diese Leistungsangabe in der Überschrift euch nicht dazu gebracht hat, den ersten Bericht anzuklicken, wissen wir nicht, was es sonst geschafft hätte.

Natürlich ist es vernünftig, seine Versprechen mit einer gesunden Portion Skepsis zu betrachten: Regelmäßig tauchen neue Unternehmen auf und erklären, sie würden das nächste große Ding in der Welt der Hypercars. Meist gibt es ein paar Fahrzeug-Renderings, absurde Leistungswerte und kaum Informationen dazu, wer das Auto tatsächlich bauen soll oder wann die Auslieferungen an Kunden realistischerweise beginnen könnten. Ja, wir meinen euch, Dendrobium D-1, Devel Sixteen, Vencer Sarthe, TranStar Dagger GT und so weiter.

Als daher eine Einladung zur Vorstellung des jüngsten „aufregenden neuen Kapitels in den Annalen automobilen Könnens“ in unseren Postfächern auftauchte, wollten wir sie beinahe ohne weiteren Gedanken abtun. Dann schimpften wir uns selbst, weil uns 2.000 bhp nicht euphorisch machten, und stiegen in den nächsten Flieger nach Italien.

TopGear.com war also dabei, als Giamaro Automobili den Katla der Welt präsentierte. „In Modena, im Herzen des Motor Valley“, hieß es in der Einladung – was sich als „in einem kleinen Gewerbegebiet in Cavezzo, weiterhin in der Provinz Modena, aber rund 40 Minuten vom Stadtzentrum entfernt“ herausstellte. Dennoch fand die glanzvolle Präsentation in einer echten Fabrik statt, in der noch der Geruch frischer Farbe hing. TG traf dort auf lokale Würdenträger – zu einer italienischen Veranstaltung gehört offenbar zwingend auch der örtliche Polizeichef –, potenzielle Kunden und interessierte Händler.

Da wir aus der ersten Pressemitteilung nur sehr wenig über Giamaro wussten, war es ein aufschlussreicher Abend. Deshalb behandeln wir die Sache nun wie einen jener Fragen-und-Antworten-Bereiche, die das Internet offenbar so liebt. Los geht’s …

Handelt es sich nur um ein anonymes Scheinunternehmen mit wilden Behauptungen im Internet?

Die Behauptungen sind tatsächlich kühn, doch die Präsentationsveranstaltung des Unternehmens wirkte ziemlich seriös. Wie sich herausstellte, entstand Giamaro bereits 2021 und ist das Projekt des Vater-Sohn-Gespanns Giacomo und Pierfrancesco Commendatore.

Giacomo bezeichnet sich selbst als Unternehmer. Offenbar verdiente er sein Geld in den 1980er- und 1990er-Jahren mit einem Matratzenunternehmen und Telefonverkauf, war jedoch auch einer der ersten Investoren eines damals kaum bekannten Unternehmens namens Pagani. Aha!

„Das war ein fantastisches Projekt“, sagt er. „Horacio war ein außergewöhnlicher Mann, aber letztlich hatten wir unterschiedliche Vorstellungen. Er bevorzugt Ästhetik, während ich Funktionalität liebe.“

Interessant. Commendatore Senior erklärt TG außerdem, dass wir von Giacomo trotz des vierjährigen Bestehens des Unternehmens bislang nichts gehört hätten, weil „wir nicht gern reden, sondern lieber Autos bauen“. Und ja, sein Nachname könnte für den Leiter eines Autobauers in Modena kaum besser passen. Nun ja, nahe Modena.

Wie uns mitgeteilt wurde, beschäftigt Giacomo inzwischen 22 Vollzeitmitarbeiter, von denen viele offenbar von Pagani, Lamborghini und Ferrari kommen. Finanziert wird das Projekt zudem von der Familie Commendatore. „Ich weiß, es klingt ehrgeizig“, sagt Giacomo. Angesichts dessen, dass der VIP-Parkplatz der Familie vor der Fabrik wie ein aktueller Ferrari-Showroom aussieht, dürfte aber wohl genügend Geld vorhanden sein, um loszulegen.

Wird der Giamaro Katla tatsächlich in Serie gehen?

Das ist zumindest das Ziel. „Pagani hat heute das Erbe. Wir sind derzeit dort, wo Pagani am Anfang war“, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter von Horacio, der nun für Giamaro arbeitet.

Anders als Pagani möchte Giamaro allerdings sofort mehr als nur ein Modell bauen. Bei der Enthüllung des Katla zeigte das Unternehmen ebenfalls ein Modell des geländetauglichen Albor in Originalgröße – und wir können bestätigen: Es sieht vollkommen verrückt aus.

Ob er produziert wird, ist allerdings noch nicht entschieden. „Das zweite Auto ist bislang nur eine Idee“, sagte eine Quelle. „Es hat dieselbe Carbon-Wanne und denselben Motor, also könnten wir es bauen, falls die Leute es wollen. Es wäre mit nichts anderem auf dem Markt vergleichbar.“

Wie viele Exemplare des Giamaro Katla entstehen?

Inzwischen wissen wir, dass Giamaro 100 Exemplare des Katla bauen will. Sobald die Fertigung anläuft, sollen jährlich 30 Fahrzeuge montiert werden können. Das erste Kundenauto soll 2027 ausgeliefert werden. Zunächst entstehen die Wagen in Cavezzo, bevor die Produktion in nicht allzu ferner Zukunft in eine neue Fabrik in Castelfranco Emilia umzieht. In der Nähe dieses neuen Werks wird offenbar auch eine Villa aus dem 17. Jahrhundert restauriert. Sie soll „Palazzo Giamaro“ heißen und Kunden als Ort dienen, an dem sie ihre Fahrzeuge konfigurieren und individualisieren können.

Die 170 kg schwere Carbon-Wanne wird derzeit übrigens noch von einem Unternehmen in der Toskana verklebt. Nach dem Einzug in die neue Anlage will Giamaro jedoch eine eigene Verbundwerkstoff-Abteilung haben. Das sind hochgesteckte Pläne.

Was kostet der Giamaro Katla?

Es gibt keine angenehme Art, das zu sagen: 2,47 Mio. €. Und das vor Steuern sowie sämtlichen Sonderausstattungen. Extras wird es ebenfalls geben. Eine Quelle sagte TG, bei den meisten Autos würden vermutlich zusätzliche 250.000 € ausgegeben; angesichts der umfassenden Individualisierungsmöglichkeiten von Giamaro könnten die Extras jedoch bis zu 1 Mio. € kosten.

„Mein Traum war ein Auto, das eine Erweiterung des Kunden ist. Wie ein Teil deiner Hände oder deines Gesichts“, sagt Giacomo. Verstanden.

Wurden bereits Fahrzeuge verkauft?

Offenbar waren schon vor der Enthüllungsveranstaltung 20 Autos vergeben. Falls bei euch also ein paar Millionen übrig sind, stehen noch reichlich Plätze offen.

Kann dieser Motor überhaupt echt sein?

Der gelbe Vorführwagen vor Ort war lediglich ein Standmodell. Zur Präsentation brachte Giamaro aber einen echten, funktionsfähigen und fahrbereiten getarnten Prototypen mit und stellte ihn draußen auf dem Parkplatz ab. Er besitzt eine leicht abweichende Abgasanlage gegenüber dem seriennahen Konzept und läuft derzeit angeblich nur mit der Abstimmung auf 1.647 bhp. Doch es handelt sich tatsächlich um einen 7,0-Liter-V12 mit vier Garrett-Turboladern und einer 120-Grad-Hot-V-Anordnung.

Entwickelt wurde der Motor von Italtecnica aus Turin, die ihn auch fertigen wird. Da Giamaro inzwischen jedoch eine Beteiligung an diesem Unternehmen besitzt, wird er maßgeschneidert sein.

Wer gestaltete das Exterieur?

Giamaro verfügt inzwischen über eine eigene Designabteilung. Katla und Albor stammen jedoch von Caval Studio und dessen Gründer Alessandro Camorali. Camorali, der zuvor mit Ferrari, Pininfarina und Bertone zusammengearbeitet hat, erklärt TG, die Inspiration für den Katla seien die Supersportwagen der 1990er-Jahre gewesen. Als Einflüsse nennt er den Bugatti EB110 und den Lamborghini Diablo, deren heckbetontes Design das Mittelmotor-Konzept sichtbar zur Schau stellt.

Was muss ich sonst noch wissen?

Bei der Arbeit daran, den Pagani Zonda Wirklichkeit werden zu lassen, lernte Giacomo den legendären Testfahrer und Ingenieur Loris Bicocchi kennen. Jetzt haben sich beide erneut zusammengeschlossen: Bicocchi ist bei Giamaro als Cheftestfahrer tätig.

Sein Lebenslauf ist beeindruckend. Seine Karriere begann er bei Lamborghini, wo er am Urraco und am Countach arbeitete. Anschließend half er bei der Entwicklung eines weiteren Vierfach-Turbo-V12, des Bugatti EB110, bevor er zu Pagani ging. Danach kehrte er zu Bugatti zurück, um am Veyron zu arbeiten, und war nebenbei als Testfahrer für ein weiteres junges aufstrebendes Unternehmen namens Koenigsegg tätig. Man kann wohl sagen, dass dieser Mann sich mit Hypercars auskennt.

Und Giamaro wird ausschließlich Hypercars bauen. Der Albor mag eine große Bodenfreiheit haben, doch Giacomo besteht darauf, dass es kein SUV ist. „Wir bauen nur Hypercars, aber es wird viele geben“, sagte er den Gästen bei der Präsentation. Hoffen wir einfach, dass sie ihre Geldbörsen dabeihatten …

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