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Range Rover GT: die neue Revolution der Marke

Grüner Range Rover SUV in modernem Showroom mit Panoramafenstern und Stadtblick bei Sonnenuntergang.

Entgegen den ersten Erwartungen handelt es sich nicht um den neuen Velar. Das Modell trägt schlicht den Namen Range Rover GT und soll einen grundlegenden Umbruch markieren. Nach Range Rover, Range Rover Sport, Velar und Evoque hat die Marke in ihrer mehr als 50-jährigen Geschichte noch kein vergleichbares Fahrzeug vorgestellt.

Range Rover bezeichnet ihn als Grand Tourer, der lange Straßenetappen mit Komfort, Ruhe und Leistung bewältigen soll. Nach Angaben des Herstellers kommt der Range Rover GT einem klassischen Pkw näher als jeder bisherige Range Rover. Anders gesagt: Kein anderer Range Rover war bislang so konsequent auf Asphalt ausgelegt.

Razão Automóvel konnte den neuen GT bereits in Gaydon besichtigen, dem Entwicklungsstandort sämtlicher Range-Rover-Modelle. Zwar dürfen noch nicht alle Einzelheiten genannt werden, doch eines lässt sich bestätigen: Die Veränderung reicht deutlich weiter, als die Tarnung der Prototypen erkennen lässt.

Dem Pkw näher als je zuvor

Der Range Rover GT wurde nicht als Velar-Nachfolger entwickelt, wie es frühe Gerüchte nahelegten, und ersetzt auch keines der aktuellen Modelle. Stattdessen ergänzt er die Baureihe als fünftes Familienmitglied und eröffnet innerhalb der Marke eine neue Kategorie, die eher einem großen Reisewagen als einem klassischen SUV entspricht.

Schon die Proportionen machen das deutlich. Die Karosserie fällt flacher aus, die Windschutzscheibe ist stark geneigt, und die Dachlinie senkt sich deutlich zum Heck hin ab. Details bleiben unter der Tarnfolie verborgen, die Silhouette kann sie jedoch nicht verbergen: Einen Range Rover dieser Art gab es bisher nicht.

Das ist ein erheblicher Kurswechsel. Der Velar war bereits der straßenorientierteste Range Rover, hielt jedoch weiterhin an einem vertrauten Konzept fest: hohe Sitzposition, SUV-Karosserie und überdurchschnittliche Geländeeigenschaften.

Der GT geht einen Schritt weiter. Er rückt einem traditionellen Grand Tourer wesentlich näher, ohne die mit dem Namen Range Rover verbundene Vielseitigkeit vollständig aufzugeben.

Es geht somit nicht nur um einen niedrigeren oder aerodynamischeren Range Rover. Vielmehr versucht die Marke, ihre Identität in einen Bereich zu übertragen, den sie bislang nie wirklich besetzt hat.

Grundlage dieses Wandels ist die neue Plattform EMA (Electrified Modular Architecture), die in diesem Modell erstmals zum Einsatz kommt. Sie wurde für unterschiedliche Elektrifizierungsarten entwickelt und ermöglicht zunächst eine rein elektrische Ausführung des GT; später folgt eine konventionelle Hybridvariante (HEV).

Gefertigt wird der Range Rover GT im britischen Halewood, gemeinsam mit Verbrenner- und Hybridmodellen. Technische Daten stehen noch aus, doch die Marke will vor Jahresende weitere Informationen veröffentlichen.

Der Innenraum des Range Rover GT zeigt den neuen Kurs

Während das Exterieur unter einer von den topografischen Konturen Gaydons inspirierten Tarnung weiterhin verborgen bleibt, hat Range Rover den Innenraum bereits unverhüllt präsentiert.

Dort wird deutlich, dass sich der neue Ansatz nicht auf die Karosserie beschränkt. Der Innenraum folgt einem minimalistischen Konzept mit klaren Flächen und wenigen sichtbaren Elementen. Ein neuer Zentralbildschirm wird durch ein separates Fahrerdisplay ergänzt und ersetzt das herkömmliche Kombiinstrument.

Die Luftauslässe sind verdeckt und verlaufen über die gesamte Breite des Innenraums. Das Armaturenbrett trägt einen gewebten Stoffbezug, der zugleich die Lautsprecher des Audiosystems kaschiert und dadurch das reduziert, was die Marke als visuelle und akustische Unruhe bezeichnet.

Zusätzlich verspricht Range Rover klassenführende Beinfreiheit in der zweiten Sitzreihe sowie stärker integrierte Sprachsteuerungen. Damit sollen sich mehr Funktionen bedienen lassen, ohne auf die Bildschirme zurückgreifen zu müssen.

In der folgenden Galerie sind weitere Details des Innenraums des Range Rover GT zu sehen:

Ein riskanter Schritt?

Range Rover wagt sich auf wenig vertrautes Terrain. Selbst die schnellsten und luxuriösesten Modelle der Marke verfügten über Jahrzehnte hinweg stets über deutlich überdurchschnittliche Geländefähigkeiten. Beim GT bleiben diese Eigenschaften erhalten, stehen aber nicht mehr im Mittelpunkt.

Stattdessen soll die Grand-Tourer-Formel neu interpretiert werden: Langstreckenkomfort, elektrische Leistung und ein als Rückzugsort gestalteter Innenraum treffen auf ein flacheres, aerodynamischeres Format, das einem herkömmlichen Pkw deutlich näherkommt.

Für eine Marke, deren Geschichte auf Geländewagen und SUVs gründet, ist das ein tiefgreifender Wandel. Gerade dieser Bruch macht den Range Rover GT zu einem der spannendsten Modelle ihrer jüngeren Geschichte.

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