Zum Inhalt springen

SEAT Leon TDI FR im Test: Diesel gegen Plug-in-Hybrid

Roter Seat Leon TDI FR Sportwagen in einem Autohaus vor Glaswand und weiteren Fahrzeugen.

Heute mangelt es dem SEAT Leon mehr denn je nicht an unterschiedlichen Antriebsarten – möglicherweise einer der Gründe, weshalb er in Portugal zum Auto des Jahres 2021 gewählt wurde. Vom Benziner über Diesel und Erdgas bis zum Plug-in-Hybrid scheint für jeden Bedarf ein passender Motor verfügbar zu sein.

Der Leon TDI, den wir hier testen, war früher die sparsamste Wahl innerhalb der Baureihe. Inzwischen bekommt er jedoch interne Konkurrenz durch die Plug-in-Hybridversion.

Obwohl sein Preis in dieser FR-Ausführung etwas niedriger liegt – 36.995 Euro gegenüber 37.837 Euro für den Plug-in-Hybrid mit derselben Ausstattung –, spricht gegen ihn ein Leistungsnachteil von 54 PS.

Selbst in dieser stärksten Ausführung leistet der 2.0 TDI nämlich „nur“ 150 PS und 360 Nm. Der 1.4 e-Hybrid stellt dagegen eine kombinierte Höchstleistung von 204 PS sowie 350 Nm Drehmoment bereit. Das lässt bereits erahnen, dass es schwierig werden könnte, das Angebot mit Dieselmotor zu rechtfertigen.

Diesel? Wozu brauche ich ihn?

Dieselmotoren stehen derzeit im Fokus von Gesetzgebern und Umweltverbänden. Dieser 2.0 TDI mit 150 PS und 360 Nm zeigt jedoch anschaulich, warum sie so erfolgreich waren.

Unterstützt von einem gut abgestuften und schnell schaltenden Siebengang-DSG mit Doppelkupplung erweist sich der Motor im Alltag als sehr angenehm. Er gibt seine Leistung gleichmäßig ab und vermittelt sogar den Eindruck, stärker zu sein, als die Daten vermuten lassen.

Dazu trägt vermutlich bei, dass die maximale Leistung erst „weiter oben“ zwischen 3.000 und 4.200 U/min anliegt. Die 360 Nm Drehmoment stehen dagegen bereits ab 1.600 U/min bereit und bleiben bis 2.750 U/min verfügbar.

Unterm Strich entsteht ein Motor, mit dem Überholmanöver gelingen, ohne sich mit dem Fahrer auf der Nachbarspur anfreunden zu müssen: Die Zwischenspurts fallen zügig aus. Vor allem wirkt der Abstand zu der kürzlich getesteten Plug-in-Hybridversion nicht besonders groß – abgesehen natürlich von der sofortigen Drehmomentabgabe.

Zwar bietet die elektrifizierte Variante 54 PS mehr, doch darf nicht vergessen werden, dass sie mit 1.614 kg auch deutlich mehr wiegt als der Diesel mit seinen vergleichsweise moderaten 1.448 kg.

Auch beim Verbrauch kann der 2.0 TDI mit 150 PS überzeugen. In seinem natürlichen Revier, auf Landstraßen und Autobahnen, sind bei entspannter Fahrweise Durchschnittswerte von 4,5 bis 5 l/100 km problemlos erreichbar.

Ohne besonderen Aufwand und unter Einhaltung der Tempolimits erzielte ich auf einer Route, die überwiegend durch die flachen Flussauen des Ribatejo führte, sogar einen Durchschnittsverbrauch von 3,8 l/100 km. Kann der Plug-in-Hybrid das ebenfalls? Er hat durchaus das Potenzial, noch bessere Werte zu erreichen – vor allem im Stadtverkehr. Dafür muss er allerdings geladen werden, während der Diesel dies ohne jede Änderung der gewohnten Nutzung ermöglicht.

Auch sein Fahrverhalten verdient eine Erwähnung. Der Leon bleibt stets präzise, vorhersehbar und effizient; in der FR-Version ist er noch stärker auf Kurvenfahrten ausgelegt. Dabei bleibt der Komfort auf einem Niveau, das ihn zu einer guten Wahl für lange Reisen macht.

Was gibt es sonst noch?

Wie bereits beim Test des Plug-in-Hybrid-Leon festgestellt, ist der Fortschritt gegenüber dem Vorgänger klar erkennbar. Außen wirkt er dynamisch, ohne übertrieben aufzutreten. Dank Details wie dem Leuchtband über das Heck bleibt der Leon nicht unbemerkt und verdient in dieser Hinsicht meiner Meinung nach eine „positive Bewertung“.

Im Innenraum dominieren Modernität und eine solide Anmutung. Erstere geht zwar zulasten einiger ergonomischer Details und der Bedienfreundlichkeit, während sich Letztere sowohl durch das Ausbleiben von Klapper- und Nebengeräuschen als auch durch die haptisch und optisch angenehmen Materialien zeigt.

Beim Platzangebot macht die MQB-Plattform ihrem guten Ruf alle Ehre: Der Leon bietet ordentliche Raumverhältnisse, und sein Kofferraum mit 380 Litern liegt im Klassendurchschnitt. Hier hat der Leon TDI einen Vorteil gegenüber dem Leon e-Hybrid, dessen Kofferraumvolumen wegen der unterzubringenden Batterien auf knappere 270 Liter sinkt.

Ist er das richtige Auto für mich?

Die Antwort hängt stark davon ab, wie der SEAT Leon genutzt werden soll. Wer wie ich überwiegend lange Strecken auf Autobahnen und Landstraßen zurücklegt, für den ist dieser Leon TDI sehr wahrscheinlich die ideale Wahl.

Er verlangt kein Aufladen, um niedrige Verbrauchswerte zu erzielen, bietet gute Fahrleistungen und nutzt einen Kraftstoff, der zumindest vorerst günstiger ist.

Für Fahrer, deren Wege zu einem beträchtlichen Teil im Stadtverkehr stattfinden, ergibt ein Diesel dagegen möglicherweise wenig Sinn. In der Stadt bleibt dieser Leon TDI FR zwar sparsam – die Durchschnittswerte lagen nicht weit von 6,5 l/100 km entfernt –, doch er kann nicht bieten, was die Plug-in-Hybridversionen des Leon ermöglichen: rein elektrisch fahren, ohne einen Tropfen Kraftstoff zu verbrauchen.

Abschließend ist zu berücksichtigen, dass die Inspektionen beim Leon TDI alle 30.000 Kilometer oder alle 2 Jahre anfallen, je nachdem, was zuerst eintritt. Beim Plug-in-Hybrid erfolgen sie hingegen alle 15.000 Kilometer oder jährlich – wiederum je nachdem, was zuerst erreicht wird.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen