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DS 4: Produktion in Rüsselsheim statt Sochaux

Weißes DS4 Fahrzeug im Showroom mit modernen Frontscheinwerfern und stilvollen Felgen.

Von allen Informationen, die bei der Vorstellung des neuen DS 4 bekannt wurden, stach ein Detail stärker hervor als zunächst erwartet: sein Produktionsstandort.

Eigentlich hätte man mit Sochaux in Frankreich gerechnet – jenem Werk, in dem auch andere Modelle auf EMP2-Basis gebaut werden, darunter der Peugeot 3008. Stattdessen teilten die Verantwortlichen von DS Automobiles mit, dass der neue DS 4 in Rüsselsheim in Deutschland gefertigt wird.

Rüsselsheim? Ist das nicht der Standort der Opel-Zentrale? Genau. Das neue französische Premium-Modell entsteht in Deutschland, nahe Frankfurt, in derselben Produktionsstätte, in der aktuell der Opel Insignia gebaut wird und früher der Opel Zafira vom Band lief – bevor dieser zu einem Nutzfahrzeug-Ableger wurde.

Französischer Luxus „made in“ Deutschland: der DS 4 aus Rüsselsheim

Als die Entwicklung des Projekts D41 begann, aus dem später der DS 4 hervorging, war der Produktionsplan bereits festgelegt. Das neue Modell sollte gemeinsam mit den weiteren EMP2-Modellen des Groupe PSA im französischen Sochaux gefertigt werden – eine durchaus naheliegende Entscheidung.

Mitte vergangenen Jahres entschied Carlos Tavares jedoch, damals CEO des Groupe PSA und heute CEO von Stellantis, den Fertigungsstandort nach Rüsselsheim in Deutschland zu verlegen. Dort wurde Opel gegründet und hat bis heute seinen Sitz.

Wie für Tavares typisch, war dies eine rein sachliche und pragmatische Entscheidung. Ausschlaggebend war vor allem, dass auch der Nachfolger des Opel Astra, der ebenfalls 2021 auf den Markt kommen und dieselbe Basis wie der DS 4 nutzen sollte, künftig in Rüsselsheim produziert wird.

Opel Astra und DS 4 nutzen die Kapazitäten des Werks

Die aktuellen Generationen von Opel Astra und Vauxhall Astra basieren noch auf der Technik von General Motors und werden in Ellesmere Port im Vereinigten Königreich sowie im polnischen Gliwice hergestellt. Wie es mit diesen Produktionsstandorten weitergeht, ist bislang nicht bekannt. Besonders für Ellesmere Port ist die Lage wegen der durch den Brexit entstandenen Zusatzkosten ungewiss.

Fest steht hingegen, dass die Fertigung des neuen Opel Astra zusammen mit jener des französischen DS 4 nach Rüsselsheim verlegt wird. Dort war der Astra bereits in der Generation vor dem aktuellen Modell gebaut worden. Carlos Tavares kann damit die Produktionskapazität des Werks vollständig ausschöpfen.

Zugleich sichert Tavares den sozialen Frieden zu, den er 2018 der IG Metall zugesagt hatte. Die einflussreiche deutsche Gewerkschaft hatte nach der Übernahme von Opel von GM durch den Groupe PSA Garantien für Investitionen und den Erhalt von Arbeitsplätzen in mehreren Opel-Werken verlangt, darunter auch in Rüsselsheim.

Sochaux übernimmt die eVMP-Modelle ab 2023

Das französische Sochaux, dem die Produktion des DS 4 ursprünglich zugesagt worden war, geht dennoch nicht leer aus. Dort sollen ab 2023 die ersten Modelle auf der neuen eVMP-Plattform entstehen. Anders als die EMP2, die ausschließlich Plug-in-Hybride ermöglicht, kann die neue Architektur neben Hybridantrieben auch rein elektrische Antriebe aufnehmen.

Als erstes Modell auf eVMP-Basis gilt aller Voraussicht nach die nächste Generation des Peugeot 3008. Gerüchten zufolge könnte allerdings noch vor dem neuen 3008 ein neuer DS 5 auf dieser Plattform erscheinen. Dieser hätte kaum noch etwas mit dem bekannten Modell gemein, dessen Produktion 2019 endete. Er soll die Serienversion des DS Aero Sport Lounge werden.

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