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Große Räder und Felgen: Ist größer wirklich besser?

Blauer futuristischer Sportwagen mit großem Rad und scharfem Design in modernem Showroom.

Unsere Vorliebe für immer größere Räder, insbesondere für Felgen, scheint offenbar ins Gigantische zu gehen.

Heute ist es beispielsweise längst keine Seltenheit mehr, Kleinwagen mit 18-Zoll-Felgen zu sehen. Bei kompakten SUVs und einer Klasse darüber werden 19 oder 20 Zoll bereits zunehmend zur Normalität. In größeren Fahrzeugen nimmt das Ganze noch deutlichere Dimensionen an: Teilweise stehen sogar 23-Zoll-Felgen zur Wahl.

Das wirkt überzogen, doch vieles deutet darauf hin, dass die Obergrenze noch nicht erreicht ist. Nach allem, was ich von einigen Automobildesignern gelesen und gehört habe, sollten wir uns auf 24-, 25- und sogar 26-Zoll-Felgen einstellen.

Große Felgen als Verkaufsargument

Ein wenig maßlos, oder?

Der gesunde Menschenverstand würde das bejahen. Die Realität lässt sich jedoch nicht leugnen: Große Räder sind ein starkes Verkaufsargument, und viele Käufer wählen die größten Felgen, die für ihr Auto erhältlich sind – vermutlich auch einige von Ihnen, die diese Zeilen gerade lesen.

Ich kann das nachvollziehen. Auch ich sehe es lieber, wenn die Radhäuser eines Autos mit mehr Metall statt zusätzlichem Gummi ausgefüllt sind – Ausnahmen gibt es natürlich. Dennoch nimmt der Trend absurde Ausmaße an, denn abgesehen von „sieht wirklich gut aus“ gibt es keine plausible Begründung für dieses Phänomen.

Komfort und Fahrqualität mit größeren Rädern

Für größere Felgen sprechen keine funktionalen Vorteile. Entscheidet man sich bei einem Modell für das größte verfügbare Rad, muss der Reifenquerschnitt zwangsläufig kleiner ausfallen – manchmal sogar zu klein. Das beeinträchtigt Komfort und Abrollqualität, während die Aufhängung wegen der höheren ungefederten Massen weniger wirksam arbeiten kann. Und natürlich steigt das Risiko erheblich, die auffällige Felge selbst zu beschädigen.

Kann ein Auto mit sehr großen Rädern trotzdem komfortabel sein und eine hohe Abrollqualität bieten? Ja, ohne jeden Zweifel. Ich habe das aus erster Hand bei mehreren „Big Foot“-Modellen erlebt, die durch die Garage von Razão Automóvel kamen. Wird ein Fahrzeug von Beginn an unter dieser Voraussetzung entwickelt, finden die Ingenieure Lösungen, um die vor allem von Marketing- und Designabteilungen ausgehenden Vorgaben zu umgehen und auszugleichen. Das heißt aber nicht, dass es Räder in dieser Größe wirklich braucht.

Wenn ich – ebenso wie das RA-Team – jedoch zwei Varianten desselben Modells fahren kann, von denen eine größere Räder trägt als die andere, treten die Unterschiede schnell zutage: Unebenheiten des Asphalts sind deutlicher spürbar, die Abrollgeräusche nehmen zu und die Dämpfungsqualität fällt bei der Version mit den größeren Rädern schlechter aus. Ich würde fast sagen: Das ist mathematisch. Man merkt deutlich, dass das Fahrwerk während der Entwicklung eher auf die kleineren als auf die größeren Räder abgestimmt wurde.

Hinzu kommt, dass die Wahl der größten Räder eines Modells in der Regel – Ausnahmen bestätigen die Regel – auch breitere Reifen bedeutet. Umso absurder erscheint es mir, wenn ich ein Auto oder SUV des B- oder C-Segments mit 120 bis 130 PS fahre, dessen Räder genauso groß oder fast genauso groß sind wie jene eines Hot Hatch mit knapp 300 PS. Das ergibt schlicht keinen Sinn.

Für den Stil sind wir offenbar bereit, bestimmte Eigenschaften und Qualitäten unserer Fahrzeuge zu opfern, die sie im täglichen oder regelmäßigen Einsatz zu besseren und angenehmeren Begleitern auf vier Rädern machen.

Meiner Ansicht nach wäre ein Kompromiss möglich. Wenn Autos früher mit moderat dimensionierten Rädern ihre Aufgabe erfüllen konnten und dabei keineswegs schlecht aussahen, weshalb scheint das heute nicht mehr möglich zu sein?

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